Wochenbett
Das Wochenbett: was dich erwartet
Das Wochenbett ist die Zeit nach der Geburt, in der sich dein Körper erholt und ihr euch als Familie kennenlernt. Es dauert etwa sechs bis acht Wochen. In dieser Zeit passiert viel – körperlich und seelisch. Dieser Überblick zeigt, was normal ist, was dir zusteht und wann du Hilfe holst.
- Lesezeit 3 Minuten
- Geprüft 16.10.2026
Wann du im Wochenbett sofort Hilfe holst
Ruf die 112 oder fahr in die Klinik, wenn du:
- plötzlich stark blutest oder dir dabei schwindelig wird;
- Atemnot oder Brustschmerzen hast;
- Gedanken hast, dir oder deinem Kind etwas anzutun.
Melde dich am selben Tag bei Hebamme oder Ärztin, wenn du:
- Fieber ab 38 Grad hast, der Wochenfluss übel riecht oder der Unterbauch stark schmerzt;
- eine gerötete, schmerzhafte Stelle an der Brust oder ein geschwollenes, schmerzendes Bein bemerkst;
- dich über zwei Wochen niedergeschlagen und leer fühlst.
Rund um die Uhr erreichst du die TelefonSeelsorge rund um die Uhr, kostenlos und anonym unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.
Schnell-Check: das Wesentliche
- Dauer: etwa sechs bis acht Wochen. So lange hält auch der Wochenfluss an.
- Hebamme: bis zum elften Tag bis zu zwei Besuche täglich, danach bis zur zwölften Woche bis zu 16 Kontakte – von der Krankenkasse bezahlt.
- Ruhe ist keine Faulheit: Dein Körper braucht diese Zeit wirklich.
Was in deinem Körper passiert
Die Gebärmutter bildet sich zurück. Direkt nach der Geburt steht sie etwa in Nabelhöhe. Nach rund zehn Tagen ist sie kaum noch über dem Schambein zu tasten. Dabei helfen Nachwehen – beim Stillen sind sie oft stärker, siehe Nachwehen.
Der Wochenfluss ist die Wundheilung der Gebärmutter. Er ist anfangs blutig, wird dann bräunlich, gelblich und nach etwa drei Wochen grauweiß. Nach etwa sechs Wochen hört er auf, siehe Wochenfluss.
Die Brust bildet in den ersten Tagen Vormilch, dann kommt der Milcheinschuss, siehe Stillbeginn und Milcheinschuss.
Beckenboden und Bauchmuskeln bleiben noch Monate weich. Leichter Urinverlust beim Husten oder Lachen ist anfangs häufig, siehe Beckenboden nach der Geburt und Rektusdiastase.
Die Hormone stellen sich um. Viele Frauen erleben in den ersten Tagen den Baby-Blues, siehe Hormonumstellung nach der Geburt.
Die Hilfe, die dir zusteht
- Hebamme: bis zum elften Tag nach der Geburt bis zu zwei Besuche am Tag, danach bis zum Ende der zwölften Woche bis zu 16 weitere Kontakte. Bei Stillfragen gibt es auch danach noch bis zu acht Kontakte bis zum Ende der Stillzeit. Bei gesetzlich Versicherten zahlt die Krankenkasse, siehe Hebamme finden.
- Frauenärztin: Etwa sechs bis acht Wochen nach der Geburt steht die Nachuntersuchung an.
- Haushaltshilfe: Unter bestimmten Bedingungen zahlt die Krankenkasse eine Haushaltshilfe, siehe Haushaltshilfe.
- Rückbildungskurs: Er stärkt Beckenboden und Bauchmuskeln. Wann er für dich passt, besprichst du mit deiner Hebamme, siehe Rückbildung.
Was dir guttut
- Ruhe: Lass dir den Haushalt abnehmen und leg dich hin, wenn dein Baby schläft.
- Nicht schwer heben und Sport langsam steigern. Nach einem Kaiserschnitt meidest du vier bis sechs Wochen lang Belastungen für die Bauchmuskeln, siehe Kaiserschnittnarbe.
- Genug trinken und ballaststoffreich essen – das beugt Verstopfung vor, siehe Verstopfung im Wochenbett.
- Hände waschen, bevor du Vorlagen wechselst und dein Baby versorgst.
- Besuch begrenzen: Ihr dürft Nein sagen.
Die Seele im Wochenbett
Freude, Erschöpfung und Tränen liegen im Wochenbett oft dicht beieinander. Der Baby-Blues vergeht meist nach wenigen Tagen. Etwa 10 bis 15 von 100 Müttern entwickeln aber eine Depression nach der Geburt – sie ist behandelbar, und frühe Hilfe wirkt, siehe Babyblues oder Depression?. Belastet dich das Geburtserlebnis, lies Eine schwierige Geburt verarbeiten.
Typische Beschwerden
Weitere Themen aus dem Wochenbett: Fieber im Wochenbett, Unterleibsschmerzen nach der Geburt, Thrombose, Dammriss, Die erste Periode und Sex nach der Geburt.
Alle Warnzeichen auf einer Seite, zum Ausdrucken und an den Kühlschrank hängen: Warnzeichen im Wochenbett.
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Quellen
- Berufsverband der Frauenärzte, frauenaerzte-im-netz.de: Wochenbett & Rückbildung. Letzte Bearbeitung 24.11.2021. Abgerufen am 16.10.2026. frauenaerzte-im-netz.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Hebammenbetreuung. Stand: 30.11.2025. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Gebärmutter-Rückbildung. Stand: 13.06.2025. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Wochenfluss. Stand: 13.06.2025. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
- TelefonSeelsorge Deutschland: Kontakt. Abgerufen am 16.10.2026. telefonseelsorge.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de