Wochenbett
Wochenfluss: wie lange dauert er, was ist normal?
Nach der Geburt bleibt in der Gebärmutter eine Wundfläche zurück – dort, wo der Mutterkuchen saß. Was abfließt, nennt man Wochenfluss. Er verändert sich in einem ziemlich vorhersehbaren Muster, und genau daran erkennst du auch, wenn etwas nicht stimmt.
- Lesezeit 3 Minuten
- Geprüft 20.08.2026
Wann du deine Hebamme oder Ärztin anrufst
Im Wochenbett gilt: lieber einmal zu früh melden.
- Fieber ab 38 Grad – immer, und unabhängig davon, wie du dich sonst fühlst.
- Der Wochenfluss riecht unangenehm oder wird plötzlich wieder stärker und heller.
- Starke Unterbauchschmerzen oder eine Wunde, die schmerzt, rot ist oder nässt.
- Eine Brust ist schmerzhaft, hart und gerötet.
Die häufigste Ursache für Fieber im Wochenbett ist eine Entzündung der Gebärmutter. Sie muss immer ärztlich behandelt werden, weil es sonst zu schweren Verläufen bis hin zu einer Blutvergiftung kommen kann. Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis oder im Kreißsaal anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: worauf du achtest
- Geruch. Wochenfluss riecht fade. Unangenehmer Geruch ist ein Warnzeichen.
- Richtung. Die Menge wird über die Wochen weniger und die Farbe blasser. Rückschritte sind auffällig.
- Binden statt Tampons. Nichts einführen, solange der Wochenfluss läuft.
Der übliche Verlauf
Der Wochenfluss verändert sich mit dem Heilungsprozess und der Rückbildung der Gebärmutter. Nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit sieht das typischerweise so aus:
- Erste Tage: vor allem blutig, zunächst meist stärker als eine gewöhnliche Menstruation.
- Die Tage danach: Lymphflüssigkeit, Gewebereste und Bakterien kommen dazu.
- Ab der zweiten Woche: schwächer und bräunlich, später gelblich.
- Ab der dritten bis vierten Woche: weißlich.
- Nach etwa sechs Wochen: hört er meist ganz auf.
Aussehen, Menge und Dauer können sehr verschieden sein. Diese Spanne ist keine Floskel: Manche Frauen sind nach vier Wochen fertig, andere brauchen acht. Entscheidend ist die Richtung – weniger und blasser – und nicht der exakte Zeitpunkt.
Warum Geruch und Menge kontrolliert werden
Deine Nachsorgehebamme wird bei jedem Besuch nach Menge und Geruch des Wochenflusses fragen. Das ist keine Neugier, sondern die einfachste Methode, eine Entzündung der Gebärmutter früh zu erkennen. Wenn dir zwischen zwei Besuchen etwas auffällt, musst du nicht bis zum nächsten Termin warten.
Achte selbst regelmäßig darauf. Zwei Veränderungen sind auffällig: ein unangenehmer Geruch und ein Rückschritt – also wenn der Wochenfluss wieder stärker oder wieder blutig wird, nachdem er schon heller war.
Was gleichzeitig im Körper passiert
Die Gebärmutter bildet sich in dieser Zeit fast auf ihre Ursprungsgröße zurück. Wie groß diese Leistung ist, zeigt das Gewicht: Kurz nach der Geburt wiegt sie rund 1000 Gramm, sechs bis acht Wochen später noch 50 bis 70 Gramm.
Dafür sorgen die Nachwehen. Warum sie beim Stillen stärker werden und was dagegen hilft, steht in Nachwehen.
Hygiene, ohne Panik
- Binden, keine Tampons und keine Menstruationstassen. Solange die Wundfläche in der Gebärmutter heilt, wird nichts eingeführt.
- Binden häufig wechseln und dabei die Hände waschen – vor und nach dem Wechsel.
- Duschen ja, Vollbad und Schwimmbad nein, solange der Wochenfluss läuft.
- Liegen hilft. Wenn du viel auf den Beinen bist, wird der Wochenfluss oft stärker. Das ist ein Hinweis deines Körpers, keine Einbildung.
Ein Thema, das früher kommt als gedacht: Verhütung nach der Geburt.
Wenn du unsicher bist
Deine Nachsorgehebamme ist die erste Adresse, danach deine Frauenarztpraxis. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.
Was Fieber im Wochenbett bedeuten kann, steht in Fieber im Wochenbett. Wenn es dir seelisch schlecht geht, lies Babyblues oder Wochenbettdepression?
Einen Überblick über die ganze Zeit nach der Geburt gibt Das Wochenbett. Wann die erste Periode kommt, steht in Periode nach der Geburt.
Weiterlesen
- WochenbettNachwehen: warum es nach der Geburt noch wehtutWarum die Gebärmutter nach der Geburt weiter kontrahiert, warum es beim Stillen stärker zieht und ab wann Schmerzen abgeklärt gehören.
- WochenbettVerhütung nach der Geburt: ab wann?Wann der erste Eisprung kommt, unter welchen drei Bedingungen Stillen schützt und welche Methoden in der Stillzeit passen.
- WochenbettFieber im Wochenbett: was dahinterstecken kannFieber nach der Geburt ist immer ein Grund anzurufen. Welche drei Ursachen am häufigsten sind und warum Abwarten hier keine Option ist.
Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Das Wochenbett von A bis Z – Wochenfluss. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Das Wochenbett von A bis Z – Gebärmutter-Rückbildung. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Das Wochenbett von A bis Z – Fieber. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de