Wochenbett
Fieber im Wochenbett: was dahinterstecken kann
Fieber im Wochenbett ist der eine Punkt, an dem Abwarten keine Option ist. Die Ursachen sind gut behandelbar – aber nur, wenn sie gefunden werden. Unbehandelt kann eine Gebärmutterentzündung schwer verlaufen.
Ab wann du anrufst
Fieber heißt: Die Körpertemperatur steigt auf 38 Grad oder höher.
- Jedes Fieber im Wochenbett ist ein Grund, eine Ärztin, einen Arzt oder die Nachsorgehebamme zu informieren – auch ohne weitere Beschwerden.
- Besonders dringend, wenn zusätzlich der Wochenfluss unangenehm riecht oder dir übel ist.
- Ebenso bei starken Unterbauchschmerzen, einer schmerzenden, geröteten Brust oder einer Wunde, die rot ist, nässt oder stark schmerzt.
- Bei Schüttelfrost, Verwirrtheit, sehr schnellem Puls oder Kreislaufproblemen nicht auf einen Rückruf warten.
Die häufigste Ursache ist eine Gebärmutterentzündung. Sie muss immer ärztlich behandelt werden, weil es sonst zu schweren Verläufen oder sogar einer Blutvergiftung kommen kann. Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis oder im Kreißsaal anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: was du vor dem Anruf klärst
- Temperatur messen und notieren, mit Uhrzeit.
- Wochenfluss ansehen und riechen. Geruch und Farbe werden gefragt.
- Brust und Wunden abtasten. Rötung, Verhärtung, Schmerz – wo genau?
Die drei häufigsten Ursachen
Entzündung der Gebärmutter
Fachlich Endometritis, umgangssprachlich Kindbettfieber. Sie ist die häufigste Ursache für Fieber im Wochenbett. Typisch ist, dass zusätzlich der Wochenfluss einen unangenehmen Geruch hat und Übelkeit dazukommt. Behandelt werden muss sie immer – unbehandelt sind schwere Verläufe bis hin zu einer Blutvergiftung möglich.
Entzündung der Brust
Eine Mastitis. Dann tut die Brust meist zusätzlich sehr weh, ist an einer Stelle hart und gerötet. Auch das gehört ärztlich oder hebammlich angesehen, nicht ausgesessen.
Entzündete Geburtsverletzung
Etwa die Wunde nach einem Kaiserschnitt oder ein Dammriss. Hinweise sind Rötung, Schwellung, zunehmender Schmerz oder eine nässende Naht.
Warum Abwarten hier nicht funktioniert
Im Wochenbett fühlen sich fast alle Frauen erschöpft, und Fieber lässt sich leicht als „ich bin einfach fertig" abtun. Genau das macht diese Situation gefährlich: Die Ursachen sind mit einer rechtzeitigen Behandlung gut beherrschbar und werden mit jedem Tag Verzögerung schwieriger.
Es ist kein Übertreiben, mit 38 Grad anzurufen. Es ist der vorgesehene Weg.
Was du selbst tun kannst
- Messen und dokumentieren. Zwei- bis dreimal täglich, immer auf dieselbe Weise.
- Trinken. Fieber erhöht den Flüssigkeitsbedarf, Stillen ebenso.
- Hilfe holen für alles andere. Wer fiebert, betreut kein Neugeborenes nebenher. Das ist der Moment, in dem Partner, Familie oder Freundinnen einspringen.
- Nichts auf eigene Faust einnehmen. Fiebersenker in der Stillzeit sind eine ärztliche Entscheidung; wir nennen dazu keine Wirkstoffe und keine Mengen.
Stillen bei Fieber
Ob und wie du weiterstillst, besprichst du mit deiner Hebamme oder deiner Ärztin – das hängt von der Ursache ab. Entscheide das nicht allein anhand von Forenbeiträgen und still nicht aus Sorge einfach ab: Bei einer Brustentzündung kann das die Lage sogar verschlechtern.
Wenn du unsicher bist
Deine Nachsorgehebamme, deine Frauenarztpraxis oder die Klinik, in der du entbunden hast. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117, bei Kreislaufproblemen oder Verwirrtheit 112.
Wie sich der Wochenfluss normalerweise entwickelt, steht in Wochenfluss. Nach einem Kaiserschnitt hilft Kaiserschnitt: Ablauf und Heilung weiter.
Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Das Wochenbett von A bis Z – Fieber. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Das Wochenbett von A bis Z – Wochenfluss. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de