Geburt

Kaiserschnitt: Ablauf, Risiken und Heilung

Über 30 Prozent aller Kinder kommen in Deutschland per Kaiserschnitt zur Welt – vor 20 Jahren waren es 15 Prozent. Manchmal fällt die Entscheidung erst während der Geburt. Wer vorher weiß, wie es abläuft, ist in diesem Moment nicht überrumpelt.

Von Danny · Geprüft am 20.08.2026 · Quellen: Bundesbehörden und Fachgesellschaften · Orientierung, kein medizinischer Rat

Schematische Darstellung: eine waagerechte Linie mit feinen Quernähten
Illustration: Mamalotse

Wann du dich nach einem Kaiserschnitt sofort meldest

Die Wunde heilt innen länger als außen. Melde dich, wenn:

  • Fieber ab 38 Grad – immer, und unabhängig davon, wie du dich sonst fühlst.
  • Der Wochenfluss riecht unangenehm oder wird plötzlich wieder stärker und heller.
  • Starke Unterbauchschmerzen oder eine Wunde, die schmerzt, rot ist oder nässt.
  • Eine Brust ist schmerzhaft, hart und gerötet.

Ergänzend gilt: Schmerzen, Schwellung oder Wärme in einem Bein sowie plötzliche Atemnot gehören sofort abgeklärt – das Thromboserisiko ist nach einer Operation erhöht. Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis oder im Kreißsaal anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: was vorher zu klären ist

  1. Frag nach der Betäubung. Meist bist du wach; das ist der Normalfall, nicht die Ausnahme.
  2. Frag, wer mit in den OP darf. Bei einem geplanten Eingriff ist eine Begleitperson in der Regel möglich.
  3. Frag nach Hautkontakt direkt nach der Geburt. Viele Kliniken ermöglichen das auch im OP.

Wann ein Kaiserschnitt nötig ist

Es spricht viel dafür, dass ein Kind vaginal geboren wird. Es gibt aber Situationen, in denen ein Kaiserschnitt für Mutter und Kind die sicherere Alternative ist.

Unterschieden wird zwischen Gründen, bei denen es keine Alternative gibt, und sogenannten relativen Indikationen – Gründen, die für einen Kaiserschnitt sprechen, ohne ihn zwingend zu machen. Dazu zählen laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit ein vorangegangener Kaiserschnitt, eine Beckenendlage, ein relativ großes Kind, Vorerkrankungen der Mutter wie ein Diabetes mellitus oder eine Mehrlingsschwangerschaft.

In diesen Fällen besprechen Eltern und Ärzteschaft gemeinsam, was das Beste ist. Ziel ist, dass ihr euch mit der Entscheidung wohlfühlt – nicht, dass ihr sie schnell trefft.

Geplant, ungeplant, Notfall

Ein Kaiserschnitt kann lange im Voraus geplant sein oder erst während der Geburt beschlossen werden, wenn Komplikationen auftreten. Der echte Notkaiserschnitt, bei dem es um Minuten geht, ist der seltenste Fall – und der, den die meisten Menschen aus dem Fernsehen kennen.

Diese Unterscheidung ist wichtig für die Erwartung: Ein ungeplanter Kaiserschnitt nach Stunden im Kreißsaal ist etwas anderes als ein Alarm im OP.

Welche Risiken belegt sind

Wie bei jeder Operation kann es zu Komplikationen kommen. Konkret nennt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit:

Diese letzte Zahl braucht Einordnung, und die Quelle liefert sie mit: Sie hängt auch damit zusammen, dass die Ausgangssituation bei Frauen mit Kaiserschnitt oft schon komplizierter ist. Es handelt sich also nicht um einen reinen Effekt der Operation.

Das Wochenbett danach

Nach einem Kaiserschnitt kann das Wochenbett anders verlaufen als nach einer vaginalen Geburt – körperlich wie seelisch. Beides ist normal und beides darf Thema sein.

Körperlich kommt zur Rückbildung eine Operationswunde dazu. Aufstehen, Husten und das Baby Hochheben sind in den ersten Tagen die anstrengendsten Bewegungen; deine Nachsorgehebamme zeigt dir Techniken, die den Bauch entlasten. Nimm Hilfe an, auch wenn du dich nach ein paar Tagen wieder fit fühlst: Die innere Wundheilung ist der äußeren voraus, nicht umgekehrt.

Seelisch beschäftigt viele Frauen, dass die Geburt anders verlief als vorgestellt – besonders bei einer kurzfristigen Entscheidung. Das Geburtserlebnis zu verarbeiten, braucht Zeit. Wenn es dich länger belastet, ist das ein Thema für deine Hebamme oder deine Ärztin, und es hat nichts mit Undankbarkeit zu tun. Mehr dazu in Babyblues oder Wochenbettdepression?

Wenn du unsicher bist

Fragen zur Wunde, zu Schmerzen und zur Belastbarkeit beantwortet deine Nachsorgehebamme oder die Klinik, in der du entbunden hast. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Wie der Wochenfluss nach einem Kaiserschnitt verläuft, steht in Wochenfluss. Bei Fieber lies Fieber im Wochenbett.

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Kaiserschnitt. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Was passiert beim Kaiserschnitt? Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
  3. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Das Wochenbett von A bis Z – Fieber. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
  4. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de