Wochenbett

Verhütung nach der Geburt: ab wann?

Stillen schützt – aber nur, wenn drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind. Fällt eine davon weg, fällt der Schutz weg, und zwar bevor die erste Blutung kommt.

Von Danny · Geprüft am 15.10.2026 · Quellen: Behörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 4 Minuten
  • Geprüft 15.10.2026
Line-Art: ein Kalenderblatt mit markiertem Tag
Illustration: Mamalotse

Wann du mit deiner Praxis sprichst

Melde dich in deiner frauenärztlichen Praxis, wenn:

  • du nicht sicher bist, welche Methode in deiner Situation passt;
  • du eine Spirale möchtest – sie wird frühestens sechs Wochen nach der Geburt eingelegt;
  • du stillst und hormonell verhüten willst;
  • du ungeschützten Verkehr hattest und unsicher bist.

Bei starken Schmerzen, Fieber oder plötzlich starker Blutung im Wochenbett zuerst das abklären lassen – siehe Fieber im Wochenbett. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Ohne Stillen: an Verhütung denken ab drei bis vier Wochen nach der Geburt.
  2. Stillen schützt nur unter drei Bedingungen gleichzeitig – sie stehen unten.
  3. Kombi-Pille, Ring und Pflaster sind in der Stillzeit ungeeignet.

Wann du wieder fruchtbar bist

Wenn du nicht stillst, kommt der erste Eisprung etwa vier bis sechs Wochen nach der Geburt. Weil der Eisprung vor der ersten Blutung stattfindet, solltest du bereits drei bis vier Wochen nach der Geburt an Verhütung denken – nicht erst, wenn die Periode wieder da ist.

Die drei Bedingungen beim Stillen

Voll stillende Frauen haben den Eisprung später. Der Schutz gilt aber nur, wenn alle drei Punkte gleichzeitig erfüllt sind:

  1. Seit dem Ende des Wochenflusses hatte keine Monatsblutung eingesetzt.
  2. Du stillst tagsüber mindestens alle vier und nachts mindestens alle sechs Stunden.
  3. Du fütterst keine Säuglingsnahrung zu.

Der Schutz endet, sobald die erste Monatsblutung einsetzt, das Baby sechs Monate alt ist oder zugefüttert wird. Jeder dieser drei Punkte reicht für sich.

In der Praxis heißt das: Die erste durchgeschlafene Nacht oder die erste Flasche kann den Schutz beenden, lange bevor du es merkst.

Was in der Stillzeit passt

Geeignet: Kondom, Frauenkondom und Diaphragma. Beim Diaphragma solltest du etwa drei Monate nach der Geburt warten und Sitz und Größe prüfen lassen, weil sich der Körper verändert hat.

Ebenfalls geeignet: Minipille, Verhütungsstäbchen und Spiralen – Hormonspirale, Kupferspirale, Kupferkette, Kupferball. Spiralen dürfen frühestens sechs Wochen nach der Geburt eingelegt werden.

Bedingt geeignet: die Verhütungsspritze, frühestens nach sechs Wochen; viele Frauen vertragen sie nicht. Natürliche Methoden nur, wenn du damit schon Erfahrung hast – in der Stillzeit gelten besondere Auswertungsregeln.

Ungeeignet: Kombi-Pille, Verhütungsring und Verhütungspflaster. Sie können die Milchbildung verringern und gehen in die Muttermilch über.

Wenn du nicht stillst

Kombi-Pille, Ring und Pflaster kommen frühestens sechs Wochen nach der Geburt infrage – wegen des erhöhten Thromboserisikos im Wochenbett. Minipille und Verhütungsstäbchen können begonnen werden, sobald Bedarf besteht. Spiralen, Kupferkette und Kupferball ebenfalls ab sechs Wochen.

Warum das Thromboserisiko im Wochenbett eine Rolle spielt, steht in Thrombose in Schwangerschaft und Wochenbett.

Die Pille danach

Sie kommt frühestens ab dem 21. Tag nach der Geburt infrage. Beim Stillen ist je nach Wirkstoff eine Stillpause nötig – mindestens acht Stunden beim einen, mindestens eine Woche beim anderen. In dieser Zeit wird die Milch abgepumpt und entsorgt, damit die Milchbildung weiterläuft.

Welcher Wirkstoff in deinem Fall infrage kommt, entscheidet die Praxis oder die Apotheke. Wie du in der Zwischenzeit Milch aufbewahrst, steht in Muttermilch aufbewahren.

Der Zeitpunkt, an dem das Thema auftaucht

Meist später, als es gebraucht wird. Es lohnt sich, die Frage beim Wochenbettbesuch oder beim Nachsorgetermin anzusprechen, statt sie zu verschieben – gerade weil der Eisprung vor der Blutung kommt.

Wie sich Sexualität nach der Geburt verändert, ist ein eigenes Thema und bei jedem Paar anders. Für die Zeit davor steht einiges in Sex in der Schwangerschaft.

Wenn du unsicher bist

Ein Beratungsgespräch in der frauenärztlichen Praxis klärt das für deine Situation – gerade die Frage, was mit dem Stillen zusammenpasst. Deine Hebamme kann das Thema im Wochenbett ebenfalls einordnen.

Wann Sex nach der Geburt wieder möglich ist und was bei Schmerzen hilft, steht in Sex nach der Geburt.

Wann die Periode zurückkommt, steht in Periode nach der Geburt.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Verhütung nach der Geburt. Abgerufen am 15.10.2026. familienplanung.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Nach der Geburt – Sexualität und Verhütung. Abgerufen am 15.10.2026. familienplanung.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 15.10.2026. 116117.de