Stillen
Muttermilch abpumpen und aufbewahren
Ob für einen Abend zu zweit, für den Wiedereinstieg in den Beruf oder für die Kita: Abgepumpte Milch ist praktisch, wenn Hygiene und Lagerzeiten stimmen. Die Zahlen dazu stammen aus einer Behördenquelle, nicht aus einem Forum.
- Lesezeit 3 Minuten
- Geprüft 20.08.2026
Wann du nachfragst
Melde dich bei deiner Hebamme oder Stillberaterin, wenn:
- die Milch ungewöhnlich riecht oder aussieht – im Zweifel wegschütten;
- dein Baby die aufbewahrte Milch ablehnt oder danach unruhig ist;
- du abpumpst, weil das Stillen nicht klappt – dann geht es um die Ursache, nicht um die Technik;
- dein Kind zu früh geboren wurde oder gesundheitlich empfindlich ist. Dann können strengere Vorgaben gelten.
Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: die drei Zahlen
- Kühlschrank: bei unter 4 bis 6 Grad Celsius bis zu vier Tage.
- Gefrierfach im Kühlschrank (etwa minus 15 Grad): höchstens zwei Wochen.
- Vier-Sterne-Fach oder separates Tiefkühlgerät: für längere Lagerung über zwei Wochen geeignet.
Beim Abpumpen
Wenn möglich, pumpst du direkt in das Gefäß, in dem die Milch später auch aufbewahrt wird – jeder Umfüllschritt ist eine zusätzliche Gelegenheit für Keime. Das aktuelle Datum notierst du wischfest auf Flasche oder Beutel.
Die abgepumpte Milch sollte schnellstmöglich gekühlt werden und nur so kurz wie möglich bei Raumtemperatur stehen.
Für die Pflege der Brust empfiehlt die BZgA einfach klares Wasser. Es braucht keine speziellen Reinigungsmittel.
Wo die Milch steht
Nicht in der Kühlschranktür – dort schwankt die Temperatur am stärksten. Lagere sie im kältesten Bereich an der rückwärtigen Wand, nahe dem Kühlaggregat.
Das gilt auch am Arbeitsplatz: Der Personalkühlschrank sollte sauber sein und ebenfalls eine Temperatur von 4 bis 6 Grad Celsius haben. Wenn du dir dessen nicht sicher bist, ist eine Kühltasche die verlässlichere Lösung.
Die Lagerzeiten im Überblick
| Ort | Temperatur | Dauer |
|---|---|---|
| Kühlschrank | unter 4 bis 6 Grad Celsius | bis zu vier Tage |
| Gefrierfach im Kühlschrank | etwa minus 15 Grad Celsius | höchstens zwei Wochen |
| Vier-Sterne-Fach oder Tiefkühlgerät | tiefer | für längere Lagerung über zwei Wochen geeignet |
Im Zweifel gilt der kürzere Zeitraum – besonders, wenn es warm ist oder du nicht sicher weißt, wie lange die Milch schon ungekühlt stand.
Was wir hier nicht angeben
Zu Auftauzeiten, Erwärmungstemperaturen und dem Wiedereinfrieren aufgetauter Milch findest du hier keine Zahlen. Dazu haben wir keine deutsche Behördenquelle geprüft, und bei Angaben, die über die Sicherheit von Säuglingsnahrung entscheiden, raten wir nicht. Frag danach bei deiner Hebamme oder Stillberaterin – und beachte die Vorgaben deiner Kita, wenn dein Kind dort Muttermilch bekommt.
Wenn du unsicher bist
Hebammen und zertifizierte Stillberaterinnen (IBCLC) beraten auch zum Abpumpen. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.
Wenn das Stillen selbst schwierig ist, lies Wunde Brustwarzen und Milchstau.
Weiterlesen
- StillenWunde Brustwarzen beim Stillen: was hilft?Warum Brustwarzen am Anfang empfindlich sind, was gegen Schmerzen hilft und warum Stillpausen die falsche Lösung sind.
- StillenMilchstau: was tun?Woran du einen Milchstau erkennst, was ihn löst und ab wann daraus eine Brustentzündung werden kann, die behandelt werden muss.
Quellen
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de: Hygiene rund um die Muttermilch. Abgerufen am 20.08.2026. kindergesundheit-info.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de