Stillen

Milchstau: was tun?

Ein Teil der Brust ist hart, druckempfindlich und vielleicht gerötet: Das ist der klassische Milchstau. Er entsteht, wenn die Milchgänge nicht vollständig entleert werden – und genau daraus ergibt sich, was hilft.

Von Danny · Geprüft am 20.08.2026 · Quellen: Bundesbehörden und Fachgesellschaften · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 20.08.2026
Schematische Darstellung: ein Kreis mit einer verhärteten Stelle und Abflusslinien
Illustration: Mamalotse

Wann daraus mehr wird

Ruf deine Hebamme, eine Stillberaterin oder deine Praxis an, wenn:

  • du Fieber ab 38 Grad bekommst;
  • die Brust stark schmerzt, hart und deutlich gerötet ist;
  • du dich krank fühlst, wie bei einem beginnenden Infekt;
  • sich der Stau nach ein bis zwei Tagen nicht löst.

Aus einem Milchstau kann eine Brustentzündung (Mastitis) entstehen, die behandelt werden muss. Still nicht aus Sorge einfach ab – bei einer Brustentzündung kann das die Lage verschlechtern. Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: die drei Schritte, die den Stau lösen

  1. Vor dem Stillen wärmen. Rotlicht, feucht-warme Umschläge oder ein Kirschkernsäckchen fördern den Milchfluss.
  2. Zuerst an der betroffenen Brust anlegen, damit das Baby sie möglichst leer trinkt.
  3. Keine Mahlzeit auslassen. Längere Pausen verschlimmern den Stau.

Woran du ihn erkennst

Bei einem Milchstau sind Teile der Brust oder auch die ganze Brust hart und druckempfindlich. Es können rote Flecken auftreten, unter denen sich Knoten tasten lassen. Die Brust fühlt sich gespannt an.

Der Unterschied zur normalen vollen Brust: Der Stau bleibt auch nach dem Stillen bestehen und schmerzt.

Wie es dazu kommt

Ein Milchstau entsteht, wenn die Milchgänge nicht vollständig entleert werden. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit nennt als mögliche Ursachen:

  • Das Baby meldet sich seltener, sodass das Milchangebot vorübergehend zu groß ist.
  • Die Brust wurde nicht richtig entleert – durch eine ungünstige Stilltechnik, eine ungünstige Haltung oder zu kurzes Anlegen.
  • Die Stillpausen sind zu lang oder das Kind wurde verzögert angelegt.
  • Die Frau ist gestresst oder angespannt.
  • Auf die Brust wird mechanischer Druck ausgeübt, zum Beispiel durch einen zu engen BH.

Auffällig an dieser Liste: Drei der fünf Punkte haben mit Stilltechnik und Rhythmus zu tun. Genau deshalb lohnt sich früh eine Stillberatung, statt es allein zu versuchen.

Was hilft

Bei einem Milchstau verschafft die Entleerung der Brust Linderung. Das Baby sollte daher zuerst an der betroffenen Brust angelegt werden, damit es diese möglichst leer trinkt.

  • Wärme vor dem Stillen: Rotlicht, feucht-warme Umschläge oder ein Kirschkernsäckchen.
  • Häufig anlegen statt Pausen einzulegen, auch wenn es unangenehm ist.
  • Druck wegnehmen: BH und Tragetuch prüfen, nichts Einschnürendes.
  • Ruhe. Anspannung gehört zu den Ursachen – das klingt nach einem unbrauchbaren Ratschlag, ist aber der Grund, warum Termine absagen hier tatsächlich Therapie ist.

Was du dir sparen kannst

Es kursieren viele Hausmittel – von Quarkwickeln bis Kohlblättern. Für ihre Wirksamkeit haben wir keine belastbare Quelle gefunden, deshalb versprechen wir dir dazu nichts. Wenn dir etwas davon guttut und deine Hebamme nichts dagegen hat, spricht nichts dagegen. Als Ersatz für das Entleeren der Brust taugt keines davon.

Wird die Brust nicht gut entleert, staut es sich schneller. Woran das liegen kann, steht in Richtig anlegen.

Wenn du unsicher bist

Hebammen und zertifizierte Stillberaterinnen sind für genau diese Situation da, und ein Milchstau ist ein guter Grund, sie kurzfristig anzurufen. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Wenn du gerade abstillst und die Brust deshalb spannt, lies Abstillen: sanft und ohne Medikamente.

Wenn zusätzlich die Brustwarzen wund sind, lies Wunde Brustwarzen beim Stillen. Bei Fieber: Fieber im Wochenbett.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Stillen von A bis Z – Milchstau. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Das Wochenbett von A bis Z – Fieber. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
  3. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Stillen von A bis Z – Wunde Brustwarzen. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
  4. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de