Stillen und Flasche

Abstillen: sanft und ohne Medikamente

Es gibt keinen allgemeingültigen Zeitpunkt zum Abstillen – der richtige ist der, an dem es für euch beide passt. Und es braucht in aller Regel keine Tabletten: Schrittweise weniger Stillmahlzeiten, Ausstreichen und bei Bedarf Kühlen reichen meist aus.

Von Danny · Geprüft am 29.08.2026 · Quellen: Bundesbehörden und Fachgesellschaften · Orientierung, kein medizinischer Rat

Abstrakte Illustration: einzelne Tropfen in ruhiger Anordnung
Illustration: Mamalotse

Wann du Rat holst

Melde dich bei deiner Hebamme, deiner Stillberatung oder in der Praxis, wenn:

  • deine Brust hart, gerötet und schmerzhaft wird;
  • Fieber oder Schüttelfrost dazukommen – das kann auf eine Brustentzündung hindeuten;
  • dein Kind die Ersatznahrung nicht annimmt oder deutlich weniger trinkt;
  • du dich anhaltend niedergeschlagen fühlst. Der Hormonumschwung beim Abstillen kann auf die Stimmung schlagen.

Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis oder im Kreißsaal anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: so geht es schonend

  1. Eine Stillmahlzeit nach der anderen ersetzen, nicht alle auf einmal. Zwischen zwei Schritten ein paar Tage Abstand.
  2. Bei Spannungsgefühl nur so viel ausstreichen, dass es erträglich ist – nicht die Brust leeren, sonst wird weiter Milch gebildet.
  3. Kühlen, wenn die Brust spannt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Einen allgemein gültigen Zeitpunkt gibt es nicht. Die Empfehlung der Fachgesellschaften lautet, Säuglinge mindestens bis zum Beginn des fünften Monats ausschließlich zu stillen und mit Beikost nicht später als zu Beginn des siebten Monats zu beginnen. Danach wird empfohlen, nach Bedarf weiterzustillen und den Zeitpunkt des Abstillens an die individuellen Bedürfnisse von Mutter und Kind anzupassen.

Das heißt konkret: Es gibt kein Alter, ab dem du aufhören müsstest, und keines, vor dem du nicht dürftest. Wenn du aus beruflichen, gesundheitlichen oder persönlichen Gründen abstillen möchtest, ist das deine Entscheidung – sie braucht keine Rechtfertigung.

Wie das Reduzieren praktisch funktioniert

Die Milchbildung richtet sich nach dem Bedarf: Wird weniger Milch aus der Brust getrunken, wird weniger gebildet. Genau darauf beruht schonendes Abstillen.

Ersetze eine Stillmahlzeit durch Ersatznahrung oder – je nach Alter – durch eine Beikostmahlzeit, und bleib ein paar Tage dabei, bis sich deine Brust daran gewöhnt hat. Dann folgt die nächste. Welche du zuerst ersetzt, entscheidest du; oft ist es die, an der dein Kind am wenigsten hängt, während die Mahlzeit zum Einschlafen häufig zuletzt geht.

Wenn die Brust spannt, streiche nur so viel aus, dass der Druck nachlässt. Vollständiges Entleeren regt die Milchbildung wieder an und verlängert den Prozess.

Was nicht nötig ist

Abstillen braucht Zeit, ist aber in der Regel ohne Medikamente möglich. Es gibt verschreibungspflichtige Tabletten, die die Ausschüttung des Stillhormons verringern; ihr Einsatz kann in bestimmten Einzelfällen nach ärztlicher Beratung erwogen werden und sollte von Hebamme oder Stillberatung begleitet werden. Der Regelfall ist das nicht.

Zu Salbei- und Pfefferminztee, die oft empfohlen werden: Ihnen wird nachgesagt, die Milchbildung zu vermindern – empirische Belege für die Wirksamkeit fehlen allerdings. Wenn dir der Tee schmeckt, spricht nichts dagegen. Ein Mittel, auf das du dich verlassen könntest, ist er nicht.

Was du auf keinen Fall tun solltest: weniger trinken. Die eigene Flüssigkeitszufuhr einzuschränken ist kein Mittel zum Abstillen.

Der emotionale Teil

Abstillen ist nicht nur eine körperliche, sondern auch eine emotionale Veränderung – für dich und für dein Kind. Viel Körperkontakt und Nähe helfen deinem Kind, die Sicherheit zu behalten, die bisher mit dem Stillen verbunden war. Kuscheln, tragen, gemeinsame Rituale beim Einschlafen ersetzen die Nähe, nicht die Milch.

Dass dich der Abschied traurig macht, ist häufig und geht meist vorüber. Hält die Niedergeschlagenheit an, sprich mit deiner Hebamme oder deiner Ärztin darüber – siehe auch Babyblues oder Wochenbettdepression?

Wenn die Brust Probleme macht

Ein Milchstau ist beim Abstillen möglich, gerade wenn es zu schnell geht. Was dann hilft, steht in Milchstau: was tun?; kommen Fieber und ein deutliches Krankheitsgefühl dazu, lies Brustentzündung.

Wenn dein Kind auf Flaschennahrung umsteigt, ordnet Wie viel trinkt ein Baby? ein, worauf es bei der Menge ankommt.

Quellen

  1. Netzwerk Gesund ins Leben im Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: So klappt das Abstillen. Abgerufen am 29.08.2026. gesund-ins-leben.de
  2. Netzwerk Gesund ins Leben: Handlungsempfehlungen – Stilldauer. Abgerufen am 29.08.2026. gesund-ins-leben.de
  3. Netzwerk Gesund ins Leben: Habe ich genug Milch beim Stillen? (Milchbildung nach Bedarf). Abgerufen am 29.08.2026. gesund-ins-leben.de
  4. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 29.08.2026. 116117.de