Wochenbett

Thrombose in Schwangerschaft und Wochenbett

In Schwangerschaft und Wochenbett kommt es in seltenen Fällen zu einer venösen Thrombose – bei etwa zwei von 1000 Frauen. Selten heißt nicht harmlos: Ein Gerinnsel kann sich lösen und eine Lungenembolie auslösen. Deshalb lohnt es, die Anzeichen zu kennen.

Von Danny · Geprüft am 20.08.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 20.08.2026
Schematische Darstellung: ein Bein mit markierter Vene
Illustration: Mamalotse

Diese Anzeichen gehören sofort abgeklärt

Oft ist ein Bein betroffen, vor allem der Unterschenkel:

  • Das Bein ist geschwollen.
  • Es fühlt sich gespannt an, zieht oder schmerzt.
  • Es verfärbt sich bläulich.
  • Einige Blutgefäße am Bein treten plötzlich deutlich hervor.

Bei plötzlicher Atemnot, Brustschmerzen, Herzrasen oder Bluthusten sofort den Rettungsdienst rufen: 112. Das können Anzeichen einer Lungenembolie sein. Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis oder im Kreißsaal anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: was du tun kannst

  1. In Bewegung bleiben, so gut es geht – auch im Wochenbett, in kurzen Einheiten.
  2. Viel trinken.
  3. Nicht warten und nicht selbst massieren, wenn ein Bein schmerzt und geschwollen ist. Anrufen.

Was eine Thrombose ist

Eine venöse Thrombose ist der plötzliche Verschluss einer Vene durch ein Blutgerinnsel. Das Gerinnsel kann sich ablösen und dadurch eine Lungenembolie oder einen Schlaganfall verursachen. Genau deshalb ist die schnelle Abklärung wichtig – auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit kommt es in Schwangerschaft und Wochenbett bei etwa zwei von 1000 Frauen dazu.

Warum das Risiko erhöht ist

Eine Thrombose kann sich in jedem Blutgefäß bilden, oft ist aber ein Bein betroffen, vor allem der Unterschenkel. Einige Faktoren machen sie wahrscheinlicher:

  • eine Präeklampsie
  • eine übermäßige Gewichtszunahme in der Schwangerschaft
  • ein Kaiserschnitt
  • wenn du nach der Geburt ein paar Tage liegen musst

Der letzte Punkt erklärt, warum im Krankenhaus so viel Wert darauf gelegt wird, dass Wöchnerinnen früh aufstehen und sich bewegen – auch wenn es unbequem ist.

Was hilft, vorzubeugen

  • Frühe Mobilisation. Aufstehen, kurze Wege, Fußkreisen im Liegen.
  • Ausreichend trinken.
  • Kompressionsstrümpfe, wenn sie dir verordnet oder empfohlen wurden – konsequent tragen, nicht nur an schlechten Tagen.
  • Medikamentöse Vorbeugung nur nach ärztlicher Anordnung. Dazu nennen wir hier keine Wirkstoffe und keine Mengen.

Wenn du in der Familie Thrombosefälle hast oder selbst schon eine hattest, sag das früh in der Praxis – dann wird das Risiko individuell eingeschätzt.

Nicht jeder Beinschmerz ist eine Thrombose: Nächtliche Krämpfe sind häufig und harmlos. Woran du beides unterscheidest, steht in Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft.

Warum Selbstberuhigung hier fehl am Platz ist

Ein geschwollenes, schmerzendes Bein wird im Wochenbett leicht auf Wassereinlagerungen oder Überlastung geschoben. Beides kommt häufiger vor als eine Thrombose – aber der Unterschied lässt sich zu Hause nicht feststellen, und die Untersuchung dauert kurz.

Es gibt in dieser Zeit wenige Beschwerden, bei denen Abwarten so wenig bringt wie hier.

Langes Sitzen erhöht das Risiko zusätzlich. Was auf Reisen gilt, steht in Reisen und Fliegen in der Schwangerschaft.

Wenn du unsicher bist

Deine Nachsorgehebamme, deine Frauenarztpraxis oder die Klinik, in der du entbunden hast. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117, bei Atemnot sofort 112.

Zu geschwollenen Beinen in der Schwangerschaft: Wassereinlagerungen. Zur Bewegung nach der Geburt: Rückbildung nach der Geburt.

Leichte Atemnot ohne die Warnzeichen oben ist in der zweiten Schwangerschaftshälfte häufig. Woran du den Unterschied erkennst, steht in Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft.

Sichtbar hervortretende Venen ohne diese Warnzeichen können Krampfadern sein, siehe Krampfadern in der Schwangerschaft.

Thrombose-Zeichen und die anderen Warnzeichen nach der Geburt auf einer Seite: Warnzeichen im Wochenbett.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Das Wochenbett von A bis Z – Thrombosen. Stand 13.06.2025. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
  2. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de