Beschwerden
Krampfadern in der Schwangerschaft
Schwere Beine am Abend, bläuliche Adern an den Waden: Krampfadern entstehen in der Schwangerschaft häufig, bei der ersten etwa bei jeder vierten Frau, bei weiteren Schwangerschaften noch öfter. Meist bilden sie sich nach der Geburt zurück. Wichtig ist, sie von einer Thrombose zu unterscheiden.
- Lesezeit 3 Minuten
- Geprüft 16.10.2026
Wann du nicht wartest
Lass dich zeitnah ärztlich ansehen, wenn:
- ein Bein plötzlich stark anschwillt, spannt oder schmerzt – vor allem, wenn nur eine Seite betroffen ist;
- eine Vene gerötet, warm und schmerzhaft ist;
- es aus einer Krampfader blutet – Bein hochlegen, Druck auf die Stelle und sofort ärztliche Hilfe holen;
- sich die Haut über den Krampfadern verändert, etwa durch einen Ausschlag.
Bei plötzlicher Atemnot, Brustschmerzen oder Herzrasen sofort 112 – das können Anzeichen einer Lungenembolie sein. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: das Wesentliche
- Beine hochlegen, mehrmals am Tag, am besten über Herzhöhe.
- Füße bewegen: auf die Zehenspitzen und zurück, Fußkreisen – und langes Stehen oder Sitzen vermeiden.
- Kompressionsstrümpfe können Beschwerden lindern. Ob sie für dich infrage kommen, besprichst du in der Praxis.
Warum Krampfadern in der Schwangerschaft entstehen
Krampfadern sind erweiterte, geschlängelte Venen, vor allem an den Beinen. In der Schwangerschaft kommen mehrere Dinge zusammen: Schwangerschaftshormone lockern das Bindegewebe und machen die Venenwände nachgiebiger. Die Blutmenge steigt, und die wachsende Gebärmutter drückt auf die großen Venen im Becken, sodass das Blut aus den Beinen schlechter zurückfließt. Eine familiäre Veranlagung und langes Stehen oder Sitzen verstärken das.
In der ersten Schwangerschaft bekommen etwa 20 bis 30 von 100 Frauen Krampfadern, bei weiteren Schwangerschaften etwa die Hälfte. Neben den Beinen können sie am After als Hämorrhoiden auftreten und seltener im Bereich der Schamlippen.
Typische Beschwerden
Krampfadern müssen nicht wehtun. Häufig sind schwere, müde Beine, Spannungsgefühl, Brennen, Juckreiz, Kribbeln oder Schwellungen an den Knöcheln, manchmal auch nächtliche Wadenkrämpfe. Die Beschwerden nehmen im Lauf des Tages und bei Hitze meist zu. Was bei Krämpfen hilft, steht in Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft.
Was entlastet
Ganz verhindern lassen sich Krampfadern in der Schwangerschaft nicht. Diese Maßnahmen können die Beschwerden aber lindern:
- Beine hochlegen. Mehrmals täglich, idealerweise über Herzhöhe.
- Venengymnastik. Auf die Zehenspitzen stellen und wieder absenken, Füße kreisen lassen – auch im Sitzen.
- In Bewegung bleiben. Viel Bewegung hilft dem Blutrückfluss. Langes Stehen oder Sitzen ohne Pause vermeidest du besser. Was an Sport geht, steht in Sport in der Schwangerschaft.
- Gewichtszunahme im Blick behalten. Eine starke Gewichtszunahme erhöht den Druck in den Venen zusätzlich, siehe Gewichtszunahme in der Schwangerschaft.
Kompressionsstrümpfe
Kompressionsstrümpfe drücken die erweiterten Venen zusammen und können Beschwerden lindern. Krampfadern verhindern können sie nicht, und wie gut sie gegen die Beschwerden helfen, ist laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen noch nicht eindeutig untersucht. Der Berufsverband der Frauenärzte rät, sie rechtzeitig anzuziehen, wenn sich Stauungen oder beginnende Krampfadern zeigen. Ob du welche brauchst, besprichst du bei der Vorsorge – dort werden auch die Beine angesehen.
Krampfader oder Thrombose?
In der Schwangerschaft ist das Risiko für eine Thrombose erhöht. Eine Krampfader ist eine sichtbare, weiche Vene unter der Haut. Ein Bein, das plötzlich anschwillt, spannt, schmerzt oder sich bläulich verfärbt – vor allem nur auf einer Seite –, ist dagegen ein Warnzeichen. Woran du eine Thrombose erkennst, steht in Thrombose in Schwangerschaft und Wochenbett.
Nach der Geburt
Meist bilden sich Krampfadern in den ersten Monaten nach der Geburt von selbst zurück, manchmal nur teilweise. Eine Behandlung ist in der Regel nicht nötig. Bleiben sie stark ausgeprägt oder machen weiter Beschwerden, kann sie drei bis sechs Monate nach der Geburt erwogen werden – dabei spielt auch eine Rolle, ob du noch weitere Kinder möchtest, weil eine neue Schwangerschaft wieder Krampfadern auslösen kann.
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Quellen
- Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs: Krampfadern in der Schwangerschaft. Letzte Aktualisierung: 19.06.2024. Abgerufen am 16.10.2026. gesundheit.gv.at
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de: Krampfadern. Aktualisiert am 02.01.2023. Abgerufen am 16.10.2026. gesundheitsinformation.de
- Berufsverband der Frauenärzte (BVF), frauenaerzte-im-netz.de: Schwangerschaft – Venenleiden mit Bewegung und Kompressionsstrümpfen vorbeugen. Meldung vom 18.02.2008. Abgerufen am 16.10.2026. frauenaerzte-im-netz.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Lexikon – Krampfadern (Varizen). Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Das Wochenbett von A bis Z – Thrombosen. Stand: 13.06.2025. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de