Schwangerschaft

Reisen und Fliegen in der Schwangerschaft

Reisen ist in der Schwangerschaft möglich. Die meisten Stolperstellen sind nicht medizinisch, sondern organisatorisch – Attest, Versicherung, Zielwahl.

Von Danny · Geprüft am 15.10.2026 · Quellen: Fachverband · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 15.10.2026
Schematische Darstellung: eine gepackte Reisetasche mit Henkeln
Illustration: Mamalotse

Wann du nicht reist

Verschieb die Reise und sprich mit deiner Praxis, wenn:

  • du Blutungen hast oder hattest;
  • vorzeitige Wehen aufgetreten sind oder ein verkürzter Muttermund bekannt ist;
  • du eine Mehrlingsschwangerschaft hast oder Risiken im Mutterpass stehen;
  • du Bluthochdruck, eine Präeklampsie oder einen Schwangerschaftsdiabetes hast, der nicht gut eingestellt ist.

Unterwegs gilt: Bei Fruchtwasserabgang, Blutung, starken Schmerzen oder deutlich weniger Kindsbewegungen sofort medizinische Hilfe suchen, im Inland über 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Das zweite Drittel gilt als günstigster Zeitraum, etwa 14. bis 28. Woche.
  2. Viele Airlines nehmen bis zur 35. oder 36. Woche mit – und verlangen oft ab der 28. ein Attest.
  3. Der Mutterpass gehört ins Handgepäck, nicht in den Koffer.

Der günstigste Zeitraum

Als besonders geeignet gilt das zweite Drittel, etwa die 14. bis 28. Schwangerschaftswoche. Davor ist oft die Übelkeit das Hindernis, danach die Beschwerlichkeit. Reisen sind aber auch vorher und nachher möglich.

Fliegen

Die meisten Fluggesellschaften befördern Schwangere bis zur 35. oder 36. Woche problemlos. Ab der 28. Woche verlangen viele eine ärztliche Bescheinigung über die Reisefähigkeit. Bei Langstreckenflügen lohnt es sich, vorab bei der Airline nachzufragen und gegebenenfalls ein Unbedenklichkeitsattest mitzunehmen.

Die Regeln unterscheiden sich von Airline zu Airline und ändern sich. Was hier steht, ist eine Orientierung – verbindlich ist das, was deine Fluggesellschaft schreibt.

Thrombose: der wichtigste Punkt unterwegs

Das Thromboserisiko ist in der Schwangerschaft ohnehin erhöht, und langes Sitzen verstärkt es. Empfohlen werden Kompressionsstrümpfe und regelmäßige Bewegung – im Flugzeug, im Zug und bei längeren Autofahrten. Dazu ausreichend trinken.

Woran du eine Thrombose erkennst, steht in Thrombose in Schwangerschaft und Wochenbett. Wenn die Beine zusätzlich verkrampfen, hilft Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft.

Im Auto

Angeschnallt wird immer. Der Beckengurt verläuft unter dem Bauch, der Schultergurt über die Schulter – nicht über den Bauch. Plan häufigere Pausen ein als sonst.

Die Zielwahl

Gegen Zika, Oropouche, Malaria, Dengue und Chikungunya gibt es keinen Impfschutz. Das Robert Koch-Institut rät Schwangeren teils von Reisen in betroffene Gebiete ab. Weil sich die Lage ändert, gehört das vor der Buchung in eine reisemedizinische Beratung – nicht in eine Suchmaschine.

Impfungen

Totimpfstoffe, etwa gegen Hepatitis A und B, Tetanus und Diphtherie, können in der Schwangerschaft gegeben werden. Lebendimpfstoffe wie gegen Gelbfieber oder Masern werden nicht empfohlen. Prüf deinen Impfstatus deshalb vor der Buchung, nicht danach – manche Ziele verlangen Impfungen, die du jetzt nicht bekommen kannst.

Versicherung

Eine Reisekrankenversicherung mit Rücktransport, die Schwangerschaftskomplikationen ausdrücklich abdeckt, gilt als unverzichtbar. Viele Standardpolicen schließen genau das aus. Lies die Bedingungen, bevor du buchst.

Was mitkommt

Der Mutterpass gehört griffbereit ins Handgepäck, nicht in den Koffer. Sinnvoll ist außerdem, vorab zu wissen, wo am Zielort die nächste Geburtsklinik liegt. Was im Mutterpass steht und warum er unterwegs zählt, erklärt Mutterpass erklärt.

Essen und Trinken unterwegs

Die Regeln gelten im Urlaub genauso wie zu Hause, nur ist die Kontrolle schwieriger. Ein Blick in Was darf ich in der Schwangerschaft nicht essen? und in Toxoplasmose in der Schwangerschaft lohnt vor der Abreise.

Wenn du unsicher bist

Sprich die Reise beim nächsten Vorsorgetermin an und nimm die Eckdaten mit: Ziel, Zeitraum, Schwangerschaftswoche bei Hin- und Rückflug. Dann lässt sich in wenigen Minuten klären, ob etwas dagegenspricht.

Wie ein Reisebett sicher aufgebaut wird, steht in Reisebett fürs Baby.

Weiterlesen

Quellen

  1. Berufsverband der Frauenärzte (BVF) in Zusammenarbeit mit der DGGG, frauenaerzte-im-netz.de: Sicher reisen in der Schwangerschaft. Meldung vom 19.05.2025. Abgerufen am 15.10.2026. frauenaerzte-im-netz.de
  2. Auswärtiges Amt, Gesundheitsdienst: Merkblatt „Entspanntes Fliegen“ für Beschäftigte und Reisende. Abgerufen am 15.10.2026. auswaertiges-amt.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 15.10.2026. 116117.de