Schwangerschaft

Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Gefährlich wird Toxoplasmose nur, wenn du dich zum ersten Mal in der Schwangerschaft ansteckst. Etwa die Hälfte aller Menschen hatte die Infektion unbemerkt schon – und ist danach immun.

Von Danny · Geprüft am 14.10.2026 · Quellen: Behörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 4 Minuten
  • Geprüft 14.10.2026
Schematische Darstellung: ein Teller mit Besteck von oben gesehen
Illustration: Mamalotse

Wann du mit deiner Praxis sprichst

Melde dich in deiner frauenärztlichen Praxis, wenn:

  • du leichtes Fieber, Gliederschmerzen und geschwollene Lymphknoten hast;
  • du rohes oder nicht durchgegartes Fleisch oder Rohwurst gegessen hast und beunruhigt bist;
  • du nicht weißt, ob du immun bist, und mit Katzen oder Gartenerde zu tun hast;
  • bei dir eine Infektion festgestellt wurde – dann wird behandelt, und zwar zeitnah.

Das ist kein Notfall, aber auch nichts zum Abwarten. Ruf in der Praxis an; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Nur eine Erstinfektion in der Schwangerschaft ist gefährlich. Wer schon immun ist, muss nichts weiter beachten.
  2. Der Erreger steckt in rohem Fleisch, Katzenkot und Erde – nicht in der Katze selbst.
  3. Ein Bluttest zeigt, ob du immun bist. Er gehört nicht zur Vorsorge und wird in der Regel selbst bezahlt.

Worum es geht

Toxoplasmose wird durch den Parasiten Toxoplasma gondii ausgelöst. Bei etwa der Hälfte aller Menschen ist er irgendwann unbemerkt eingedrungen; danach besteht eine Immunität. Nur etwa fünf von hundert Infizierten haben überhaupt Beschwerden, und dann milde: leichtes Fieber, Gliederschmerzen, geschwollene Lymphknoten.

Problematisch ist allein die Erstinfektion während der Schwangerschaft. Nach Schätzungen betrifft das etwa eine von hundert Schwangeren.

Wie die Übertragung läuft

Drei Wege sind beschrieben: rohes oder nicht durchgegartes Fleisch und Rohwurst, Katzenkot sowie infizierte Erde oder Sand. Der häufig unterschätzte Weg ist der erste – Rohwurst, nicht die Katze.

Was eine Infektion für das Kind bedeuten kann

Das Übertragungsrisiko auf das Kind steigt im Lauf der Schwangerschaft: etwa 15 von hundert im ersten Drittel, etwa 60 von hundert im zweiten und dritten. Die Gefahr einer schweren Erkrankung des Kindes verläuft umgekehrt und sinkt mit der Schwangerschaftsdauer.

Möglich sind in den ersten Monaten eine Fehlgeburt, außerdem körperliche und geistige Beeinträchtigungen sowie eine Gelbsucht durch eine Leberschädigung. Typisch sind schwere Augenentzündungen, die manchmal erst Jahre später auftreten.

Diese Zahlen stehen hier, weil sie zur Einordnung gehören – nicht, um Angst zu machen. Sie beschreiben den Fall einer nachgewiesenen Erstinfektion, nicht dein Risiko.

Der Bluttest

Ein Bluttest zeigt, ob du bereits Antikörper hast und damit immun bist. Er gehört nicht zum Leistungsumfang der Schwangerenvorsorge und muss in der Regel selbst bezahlt werden. Ob er in deinem Fall sinnvoll ist, besprichst du in deiner Praxis – besonders dann, wenn du regelmäßig mit Katzen, Erde oder rohem Fleisch zu tun hast.

Welche Untersuchungen die Vorsorge dagegen abdeckt, steht in Mutterpass erklärt.

Schutz beim Essen

Wenn keine Immunität besteht, gelten diese Punkte:

  • Fleisch und Wurst nur gut durchgegart essen.
  • Salat, rohes Gemüse und Obst gründlich waschen.
  • Hände gründlich waschen – vor dem Essen, nach dem Zubereiten von Fleisch, nach der Gartenarbeit, nach dem Sandspielplatz und nach dem Streicheln von Katzen.

Rohwurst ist dabei der Punkt, der im Alltag am leichtesten übersehen wird. Was sonst noch auf der Liste steht, findest du in Was darf ich in der Schwangerschaft nicht essen? und – für die Käsetheke – in Käse in der Schwangerschaft.

Schutz bei Katze und Garten

Die Katze muss nicht weg. Empfohlen wird, ihr nur Dosen- oder Trockenfutter zu geben und das Katzenklo möglichst von einer anderen Person reinigen zu lassen. Das Behältnis sollte täglich mit mindestens 70 Grad heißem Wasser ausgewaschen werden.

Bei Gartenarbeit helfen Handschuhe und gründliches Händewaschen danach.

Wenn eine Infektion festgestellt wird

Dann wird behandelt: über mehrere Wochen mit einem Antibiotikum, je nach Zeitpunkt zusätzlich mit einem Mittel gegen Parasiten. Ziel ist, die Übertragung auf das Kind zu verhindern oder abzumildern. Welche Mittel in deinem Fall infrage kommen, entscheidet die Praxis – dazu findest du hier bewusst keine Angaben.

Wenn du unsicher bist

Deine Frauenärztin ordnet das in wenigen Minuten ein, inklusive der Frage, ob ein Test für dich sinnvoll ist. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Zwei weitere Infektionen, die vor allem über Kleinkinder übertragen werden: Cytomegalie (CMV) und Ringelröteln in der Schwangerschaft.

Wie Baby und Haustier sicher zusammenleben, steht in Haustiere und Baby.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Krankheiten und Infektionen in der Schwangerschaft – Toxoplasmose. Stand: 07.05.2025. Abgerufen am 14.10.2026. familienplanung.de
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Verbrauchertipps – Schutz vor Toxoplasmose. Abgerufen am 14.10.2026. bfr.bund.de
  3. Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Toxoplasmose. Abgerufen am 14.10.2026. rki.de
  4. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 14.10.2026. 116117.de