Stillen
Stillbeginn: die ersten Tage
In den ersten Tagen kommt sehr wenig Milch – und genau das ist so vorgesehen. Die Vormilch ist auf die winzige Magengröße eines Neugeborenen abgestimmt und enthält vor allem Stoffe, die die Abwehrkräfte stärken.
- Lesezeit 3 Minuten
- Geprüft 20.08.2026
Wann du dir Unterstützung holst
Melde dich bei deiner Hebamme oder einer Stillberaterin, wenn:
- das Anlegen schmerzt oder die Brustwarzen wund werden;
- dein Baby nicht richtig andockt, sich nicht satt trinkt oder sofort wieder an die Brust will;
- du Fieber ab 38 Grad bekommst oder eine Brust hart und gerötet ist;
- dein Baby auffällig wenig nasse Windeln hat oder nicht zunimmt.
Probleme am Anfang sind kein Grund, das Stillen aufzugeben – sie sind ein Grund, sich zeigen zu lassen, wie es besser geht. Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: die drei Phasen
- Vormilch (Kolostrum): gelblich, dickflüssig, in sehr kleinen Mengen – reich an Abwehrstoffen.
- Milcheinschuss am zweiten bis vierten Tag: deutlich mehr Milch, zunächst Übergangsmilch.
- Reife Muttermilch nach etwa zwei Wochen.
Die erste Milch
Das Baby kann schon sehr bald nach der Geburt zum ersten Mal gestillt werden. Über das Stillen bekommt es nicht nur Nahrung, sondern auch Nähe und Hautkontakt.
Die erste Milch ist das sogenannte Kolostrum oder Vormilch. Sie ist gelblich, dickflüssig und besonders reich an Stoffen, die die Abwehrkräfte des Babys stärken. Gebildet wird sie in sehr kleinen Mengen – nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit etwa zwei bis zwanzig Milliliter pro Stillmahlzeit.
Diese Zahl beruhigt viele Mütter: Wenn beim ersten Anlegen fast nichts kommt, ist das nicht wenig, sondern richtig.
Wie sich die Milch verändert
Am zweiten bis vierten Tag nach der Geburt folgt der Milcheinschuss. Die Mutter bildet nun sehr viel mehr Milch – zunächst die Übergangsmilch, nach etwa zwei Wochen dann die reife Muttermilch. Die Zusammensetzung verändert sich im Laufe der ersten Tage und Wochen und passt sich den Bedürfnissen des Babys an.
Was beim Milcheinschuss passiert und was gegen die Spannung hilft, steht in Milcheinschuss.
Was am Anfang oft schwierig ist
Auch bei einem eingespielten Still-Team kann es zu Problemen kommen – am Anfang sind sie besonders häufig. Ein typisches Muster: Das Baby dockt nicht richtig an, trinkt sich nicht satt, wird unruhig und will schon nach kurzer Zeit wieder an die Brust.
Solche Probleme müssen kein Grund sein, das Stillen aufzugeben. Stillgruppen, Hebammen, Stillberaterinnen sowie Frauenärztinnen und Frauenärzte können dabei helfen. Der wirksamste Schritt ist fast immer, jemanden beim Anlegen zusehen zu lassen.
Was am Anfang hilft
- Häufig anlegen, nach Bedarf und ohne Zeitplan.
- Hautkontakt, so viel wie möglich – dazu Känguru-Methode.
- Bequeme Position für dich, nicht nur fürs Kind. Rücken und Arme abstützen.
- Hilfe annehmen für alles andere. Die ersten Tage sind zum Stillen und Schlafen da, nicht für Besuch und Haushalt.
Wenn du unsicher bist
Deine Nachsorgehebamme oder eine zertifizierte Stillberaterin (IBCLC). Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.
Wenn du dir Sorgen um die Menge machst: Zu wenig Milch? Bei Schmerzen: Wunde Brustwarzen.
Wenn du noch überlegst, ob Stillen für dich das Richtige ist: Stillen oder Flasche stellt die Empfehlungen ohne Wertung dar.
Wie sich das Stillen in den ersten Wochen einspielt, erklärt Wie oft stillen?.
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Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Stillbeginn. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Stillen im Wochenbett – Initiale Brustdrüsenschwellung (Milcheinschuss). Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Das Wochenbett von A bis Z – Fieber. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de