Stillen

Milcheinschuss: was hilft gegen die Spannung?

Die Brüste werden plötzlich prall, schwer und empfindlich, manchmal steigt sogar die Körpertemperatur: Der Milcheinschuss kommt für viele Frauen überraschend heftig. Er gehört dazu und geht vorbei – mit ein paar Handgriffen schneller.

Von Danny · Geprüft am 20.08.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

Abstrakte Illustration: ein Tropfen über einem schützenden Bogen
Illustration: Mamalotse

Wann daraus mehr wird

Melde dich bei deiner Hebamme oder einer Stillberaterin, wenn:

  • du Fieber ab 38 Grad bekommst;
  • eine Brust an einer Stelle hart, gerötet und schmerzhaft ist;
  • du dich krank fühlst wie bei einem beginnenden Infekt;
  • die Spannung nach ein bis zwei Tagen nicht nachlässt oder dein Baby nicht mehr andocken kann.

Aus einem gestauten Bereich kann eine Brustentzündung entstehen. Dazu Milchstau und Brustentzündung. Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis oder im Kreißsaal anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: die drei Handgriffe

  1. Häufig anlegen – das ist die wirksamste Maßnahme.
  2. Vor dem Stillen wärmen, danach kühlen. Wärme fördert den Fluss, Kühlung lindert die Schwellung.
  3. Etwas Milch ausstreichen, wenn die Brust so prall ist, dass dein Baby nicht andocken kann.

Was passiert

Ab dem zweiten bis fünften Tag nach der Geburt beginnen die Brüste, sehr viel mehr Milch zu bilden. Weil das recht plötzlich passiert, wurde früher vom Einschießen der Milch gesprochen. Fachlich heißt es initiale Brustdrüsenschwellung.

Bei manchen Frauen werden die Brüste in den ersten Tagen sehr prall und schmerzen. Auch die Körpertemperatur kann dabei erhöht sein – das ist bekannt und für sich genommen kein Alarmzeichen. Bei Fieber ab 38 Grad gilt trotzdem die Regel aus der Box oben.

Die Milch selbst verändert sich in dieser Phase: Die Vormilch wird durch die Übergangsmilch ersetzt. Mehr dazu in Stillbeginn: die ersten Tage.

Was hilft

Was du dir sparen kannst

Zu Quarkwickeln, Kohlblättern und ähnlichen Hausmitteln haben wir keine belastbare Quelle gefunden. Wenn dir etwas davon guttut und deine Hebamme nichts dagegen hat, spricht nichts dagegen – als Ersatz für das Entleeren der Brust taugt keines davon.

Ebenfalls ungünstig: die Brust „schonen" und Mahlzeiten auslassen, weil es wehtut. Genau das führt zum Stau.

Wie lange das dauert

Die stärkste Spannung hält meist ein bis zwei Tage an, danach reguliert sich die Milchmenge auf den Bedarf deines Kindes. Wenn es länger dauert oder schlimmer wird, ist das ein Grund für einen Anruf – nicht zum Durchhalten.

Wo du Beratung bekommst

Deine Nachsorgehebamme ist die erste Adresse. Die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen bietet außerdem bundesweit und täglich eine telefonische Stillberatung an. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Stillen im Wochenbett – Initiale Brustdrüsenschwellung (Milcheinschuss). Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Stillbeginn. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
  3. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Stillen von A bis Z – Milchstau. Stand 13.06.2025. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
  4. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Das Wochenbett von A bis Z – Fieber. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
  5. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de