Stillen und Flasche
Stillen oder Flasche: was die Empfehlungen sagen
Kaum eine Frage wird so aufgeladen diskutiert. Die offiziellen Stellen sind dabei klar und zugleich unaufgeregt: Muttermilch lässt sich nicht gleichwertig ersetzen – und Säuglingsmilch aus dem Handel ist eine sichere Alternative. Entscheiden darfst du selbst, rechtfertigen musst du dich nicht.
- Lesezeit 3 Minuten
- Geprüft 16.10.2026
Wann du dir Hilfe holst
Melde dich bei deiner Hebamme, der Stillberatung oder in der Praxis, wenn:
- das Stillen weh tut oder dein Baby nicht gut an die Brust kommt;
- du Medikamente nimmst oder eine Erkrankung hast und nicht sicher bist, ob du stillen kannst;
- dein Baby jünger als drei Monate ist und 38 Grad Celsius oder mehr hat, sehr schlapp wirkt, nicht trinken will oder über zwölf Stunden keinen Urin ausscheidet.
Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Bei einem schlaffen, kaum ansprechbaren Kind sofort 112. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: das Wesentliche
- Die Empfehlung: Wenn möglich, vier bis sechs Monate ausschließlich stillen. Auch Teilstillen ist für dein Baby wertvoll.
- Wenn du nicht stillst: Anfangsnahrung „Pre“ oder „1“ von Geburt an, für das ganze erste Jahr. Nicht selbst herstellen.
- Nähe entsteht auch mit der Flasche: Ruhe, Haut- und Blickkontakt und Füttern nach den Signalen deines Babys.
Was die offizielle Empfehlung sagt
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt, ein Kind wenn möglich vier bis sechs Monate ausschließlich zu stillen. Spätestens zu Beginn des siebten Monats kommt Beikost dazu; weitergestillt werden kann, solange Mutter und Kind es möchten. Teilstillen ist ausdrücklich ebenfalls wertvoll.
Für Babys, die nicht oder nicht nur gestillt werden, gilt: Handelsübliche Säuglingsmilch entspricht dem aktuellen Wissensstand und ist hygienisch sicher. Eine Pre-Nahrung reicht für das ganze erste Jahr.
Was für das Stillen spricht
Muttermilch passt sich in ihrer Zusammensetzung an den Bedarf des Babys an. Gestillte Babys haben seltener Infektionen und Mittelohrentzündungen und ein geringeres Risiko für den plötzlichen Kindstod. Für die Mutter kann Stillen die Erholung nach der Geburt unterstützen und langfristig das Risiko für einige Krebsarten, Bluthochdruck, Übergewicht und Stoffwechselstörungen senken. Und Stillen kann die Bindung unterstützen.
Was dagegen sprechen kann
Volles Stillen kostet viel Zeit, verlangt ständige Verfügbarkeit und kann den Wiedereinstieg in den Beruf oder Zeit ohne das Baby erschweren. Nächtliches Stillen kann erschöpfen. Es gibt außerdem medizinische Gründe, die gegen das Stillen sprechen können, etwa bestimmte Medikamente, seltene Stoffwechselerkrankungen des Kindes oder eine unbehandelte HIV-Infektion. Und es gibt persönliche Gründe, die genauso zählen.
Das Bundesinstitut formuliert es eindeutig: Du bestimmst selbst über deinen Körper und musst dich für deine Wahl nicht rechtfertigen.
Zwischen ganz und gar nicht gibt es viel
Stillen und Flasche schließen sich nicht aus. Manche Mütter stillen und geben zusätzlich abgepumpte Milch oder Säuglingsmilch. Die Milchmenge stellt sich auf weniger Stillmahlzeiten ein. Wer nach der Rückkehr in den Job weiterstillen möchte, hat bis zum ersten Geburtstag des Kindes Anspruch auf bezahlte Still- oder Abpumppausen.
Wenn das Stillen nicht klappt
Schmerzen beim Anlegen, wunde Brustwarzen oder die Sorge, dass die Milch nicht reicht, sind häufig – und oft lösbar. Deine Hebamme oder eine Stillberaterin kann helfen. Die Technik erklärt Richtig anlegen beim Stillen, die Sorge um die Menge Zu wenig Milch?. Wenn du dich entscheidest aufzuhören, hilft Abstillen: sanft und ohne Medikamente. Eine Entscheidung für die Flasche – von Anfang an oder später – ist keine Niederlage.
Wenn du mit der Flasche fütterst
Auch beim Fläschchen entsteht Nähe: durch Ruhe, Hautkontakt, Blickkontakt und dadurch, dass du auf die Signale deines Babys achtest, statt eine Menge durchzusetzen. Wie die Flasche hygienisch zubereitet wird, steht in Fläschchen zubereiten.
Welche Säuglingsmilch du wählen kannst, erklärt Pre-Nahrung oder 1er?.
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Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Empfehlungen zur Säuglingsernährung. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Säuglingsmilch für die Flasche. Stand: 30.11.2025. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Ist Stillen etwas für mich? Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Fieber bei Babys und Kindern. Stand: 04.05.2026. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de