Stillen

Pre-Nahrung oder 1er? Säuglingsmilch

Pre, 1, 2, 3, HA, Komfort: Im Drogerieregal stehen viele Säuglingsmilchen. Die gute Nachricht: Die Auswahl ist einfacher, als sie aussieht. Pre- oder 1er-Nahrung reicht für das ganze erste Jahr. Alles andere brauchst du nur in besonderen Fällen.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde und Netzwerk · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: ein Tropfen neben einer Liste mit Häkchen
Illustration: Mamalotse

Wann du ärztlichen Rat holst

Sprich mit deiner Kinderarztpraxis, bevor du auf eine Spezialnahrung umsteigst, und melde dich, wenn dein Baby:

  • schwallartig oder grünlich erbricht oder Blut im Erbrochenen oder Stuhl hat;
  • nicht zunimmt, schlecht trinkt oder kaum nasse Windeln hat;
  • nach dem Trinken Ausschlag, Schwellungen oder Atemprobleme bekommt – bei Atemnot sofort 112.

Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Pre oder 1: Beide eignen sich ab der Geburt für das ganze erste Jahr – auch nach dem Beikoststart.
  2. Folgemilch (2, 3) ist kein Muss. Wenn überhaupt, frühestens ab dem Beikoststart.
  3. Spezialnahrungen nur nach ärztlicher Rücksprache. Selbst gemischte Milch ist nicht geeignet.

Pre-Nahrung

Pre-Nahrung kommt der Muttermilch am nächsten. Ihr Eiweißgehalt ist an die Muttermilch angepasst, und sie enthält – wie Muttermilch – nur Milchzucker als Kohlenhydrat. Sie ist eher dünnflüssig und kann wie Muttermilch nach Bedarf gegeben werden.

1er-Nahrung

Auch 1er-Nahrung ist eine Anfangsnahrung für das ganze erste Jahr. Sie enthält neben Milchzucker meist etwas Stärke, sättigt dadurch etwas mehr und ist etwas dicker – ein Sauger mit mittlerem Loch ist dann sinnvoll. Pre und 1 kannst du ab der Geburt geben, ausschließlich bis zum Beikoststart und auch danach weiter.

Folgenahrung 2 und 3

Folgenahrungen sind nur als Ergänzung zur Beikost gedacht. Ein Wechsel ist nicht nötig. Wenn du wechseln möchtest, dann frühestens mit Beginn der Beikost, also nicht vor dem sechsten Monat. Folgenahrung enthält mehr Eisen, was in der zweiten Hälfte des ersten Jahres nützlich sein kann – aber auch mit Pre oder 1 und eisenreicher Beikost ist dein Baby gut versorgt, siehe Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei.

Spezialnahrungen

  • Gegen Spucken, Blähungen, Koliken oder Verstopfung: Solche Nahrungen gibst du nur nach ärztlicher Rücksprache. Die Beschwerden sind meist vorübergehend und lassen sich oft ohne Spezialnahrung lösen, siehe Baby spuckt viel.
  • Bei Allergierisiko oder bestehender Allergie: Besondere Nahrungen nur nach Rücksprache mit der Kinderärztin, siehe Allergien vorbeugen.
  • Auf Sojabasis: nur aus medizinischem Grund und nach kinderärztlicher Beratung.

Pro- und Präbiotika

Manche Säuglingsmilchen enthalten zugesetzte Bakterien oder Ballaststoffe. Ein gesundheitlicher Nutzen für gesunde Babys ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung nicht belegt. Dass sie Allergien vorbeugen, ist ebenfalls nicht ausreichend nachgewiesen. Du musst also nicht nach solchen Zusätzen suchen.

Keine selbst gemischte Milch

Fachleute raten davon ab, Flaschenmilch selbst aus Kuh-, Ziegen-, Schaf- oder Stutenmilch oder aus Mandeln oder Soja herzustellen. Die Zusammensetzung passt nicht, und das Risiko für Magen-Darm-Infektionen ist höher. Fertige Säuglingsmilch hat eine gesetzlich geregelte Zusammensetzung.

So bereitest du sie zu

Wie du das Fläschchen hygienisch zubereitest, steht in Fläschchen zubereiten. Wie viel dein Baby trinkt, bestimmt es selbst, siehe Wie viel trinkt ein Baby?. Ob Stillen, Flasche oder beides – siehe Stillen oder Flasche.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Säuglingsmilch – wenn nicht gestillt wird. Stand: 30.11.2025. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
  2. Netzwerk Gesund ins Leben (BZfE): Was gehört ins Fläschchen? Stand: 17.03.2026. Abgerufen am 16.10.2026. gesund-ins-leben.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de