Baby

Allergien beim Baby vorbeugen

Wenn Eltern oder Geschwister Allergien, Asthma oder Neurodermitis haben, fragen sich viele: Kann ich meinem Baby das ersparen? Ganz verhindern lässt sich eine Allergie nicht. Aber die Empfehlungen haben sich geändert – weg vom Weglassen, hin zur Vielfalt.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesinstitut und Leitlinie · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: ein Löffel über einer Schale
Illustration: Mamalotse

Wann du sofort handelst

Ruf die 112, wenn dein Kind nach einem Lebensmittel:

  • schlecht Luft bekommt, pfeifend atmet oder heiser wird;
  • eine geschwollene Zunge, Lippen oder Gesicht bekommt;
  • schlapp oder blass wird oder wiederholt erbricht.

Sprich in der kinderärztlichen Praxis an, wenn:

  • dein Baby nach einem Lebensmittel Quaddeln oder Ausschlag bekommt;
  • es eine Neurodermitis hat und du Erdnuss einführen möchtest.

Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Nichts weglassen: Lebensmittel zu meiden oder später einzuführen schützt nicht vor Allergien.
  2. Vielfalt im ersten Jahr, auch Fisch und durcherhitztes Ei. Erdnuss in Absprache mit der Praxis.
  3. Rauchfrei: Tabakrauch erhöht das Risiko. Bei Allergien in der Familie zählt das doppelt.

Wann von erhöhtem Risiko die Rede ist

Ein erhöhtes Allergierisiko hat dein Baby, wenn Mutter, Vater oder Geschwister eine allergische Erkrankung haben – etwa eine Lebensmittelallergie, Asthma oder Neurodermitis. Die meisten Empfehlungen unten gelten aber für alle Babys.

Stillen

Stillen ist auch bei erhöhtem Allergierisiko eine gute Wahl, und auch Teilstillen ist wertvoll. Du kannst weiterstillen, wenn die Beikost beginnt, so lange du und dein Kind es möchten. Eine besondere Diät brauchst du in der Stillzeit nicht – eine abwechslungsreiche Ernährung ist das, was empfohlen wird, siehe Ernährung in der Stillzeit.

Gibt es Allergien in der Familie, sag das schon bei der Anmeldung in der Geburtsklinik. In den ersten Lebenstagen soll dein Baby dann möglichst keine Säuglingsnahrung auf Kuhmilchbasis zugefüttert bekommen.

Wenn du nicht oder nicht voll stillst

Säuglingsanfangsnahrung ist eine gute Alternative. Welche Nahrung bei erhöhtem Allergierisiko passt, besprichst du mit der kinderärztlichen Praxis. Zur Vorbeugung nicht geeignet sind Säuglingsnahrung auf Sojabasis sowie Ziegen-, Stuten- oder andere Tiermilch. Getreidedrinks eignen sich für Babys nicht. Wie du Flaschennahrung zubereitest, steht in Fläschchen zubereiten.

Hat dein Kind bereits eine nachgewiesene Kuhmilcheiweißallergie, braucht es eine Spezialnahrung, die die Ärztin verordnet. Das ist etwas anderes als Vorbeugung.

Beikost: Vielfalt statt Verbote

Früher wurde geraten, mögliche Allergieauslöser wie Ei, Fisch oder Nüsse lange wegzulassen. Heute weiß man: Lebensmittel zu meiden oder später einzuführen schützt nicht. Es kann die Entwicklung der Verträglichkeit sogar verschlechtern. Empfohlen wird deshalb:

  • Beikost nicht vor Beginn des fünften Lebensmonats starten, siehe Beikost starten.
  • Vielfältig essen im ersten Lebensjahr – auch Fisch und kleinere Mengen Milch oder Joghurt im Brei.
  • Ei gut durcherhitzt, also gekocht oder gebacken, regelmäßig anbieten.
  • Erdnuss in altersgerechter Form anbieten, wenn in der Familie regelmäßig Erdnüsse gegessen werden – nie als ganze Nüsse, siehe Kind hat sich verschluckt. Hat dein Baby eine Neurodermitis, wird vorher eine Erdnussallergie ausgeschlossen. Sprich die Einführung in jedem Fall mit der Praxis ab.
  • Glutenhaltige Lebensmittel dürfen ebenfalls dabei sein.

Umgebung

  • Rauchfreie Umgebung: Schütze dein Baby vor Tabakrauch, auch in Wohnung und Auto. Hilfe beim Aufhören findest du in Rauchen in der Schwangerschaft.
  • Abgase und Lösungsmittel aus frischen Farben und Lacken möglichst meiden.
  • Haustiere: Eine Katze, die schon in der Familie lebt, ist kein Problem. Bei erhöhtem Risiko solltest du keine neue Katze anschaffen.
  • Impfungen nach den üblichen Empfehlungen – auch bei erhöhtem Allergierisiko, siehe Impfungen beim Baby.

Was nicht empfohlen wird

Pro- und Präbiotika in Säuglingsnahrung werden zur Allergievorbeugung nicht empfohlen. Für Omega-3-Fettsäuren gibt es noch keine Empfehlung. Vitamin D schützt nicht vor Allergien – die übliche Vitamin-D-Gabe im ersten Lebensjahr bleibt davon unberührt, siehe Vitamin D beim Baby.

Wenn dein Kind jedes Frühjahr niest und juckende Augen hat, lies Heuschnupfen beim Kind.

Woran du eine Nahrungsmittelallergie erkennst, steht in Nahrungsmittelallergie beim Kind.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Ernährung des Babys bei erhöhtem Allergierisiko. Stand: 09.02.2026. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
  2. Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) u. a.: S3-Leitlinie Allergieprävention, AWMF-Register 061-016, Stand 11.11.2022. Abgerufen am 16.10.2026. awmf.org
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de