Schwangerschaft

Rauchen in der Schwangerschaft

Wenn du rauchst und schwanger bist, weißt du wahrscheinlich längst, dass es schadet – und dass Aufhören schwer ist. Darum geht es hier vor allem um das Wie. Ein Rauchstopp lohnt sich zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft, und du musst ihn nicht allein schaffen.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde und Fachnetzwerk · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 4 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: eine durchgestrichene Zigarette neben einem ruhigen Kreis
Illustration: Mamalotse

Wann du ärztlichen Rat einholst

Sprich mit deiner Frauenärztin oder deiner Hebamme:

  • bevor du Mittel zur Rauchentwöhnung nimmst, etwa Nikotinpflaster oder -kaugummis – vor jeder Einnahme von Mitteln in der Schwangerschaft wird ärztliche Rücksprache empfohlen, auch bei rezeptfreien;
  • wenn du Unterstützung beim Aufhören möchtest – bei der Vorsorge lässt sich klären, welche Hilfe für dich infrage kommt.

Die allgemeinen Warnzeichen der Schwangerschaft – Blutungen, regelmäßige Wehen vor der 37. Woche, Fruchtwasserabgang – gelten wie immer; sie stehen gesammelt in der Warnzeichen-Checkliste. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Bei lebensbedrohlichen Notfällen 112. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Aufhören lohnt sich immer. „Es ist nie zu spät“, schreibt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit – je früher, desto seltener kommt es zu Frühgeburten.
  2. Kostenlose Telefonberatung: 0800 8 31 31 31, montags bis donnerstags 10 bis 22 Uhr, freitags bis sonntags 10 bis 18 Uhr.
  3. Wohnung und Auto rauchfrei machen – und den Partner oder die Partnerin mit ins Boot holen.

Was Rauchen für dein Kind bedeutet

Tabakrauch enthält rund 250 giftige oder krebserregende Stoffe. Viele davon gelangen über die Nabelschnur in das Blut deines Kindes. Kohlenmonoxid verringert die Sauerstoffversorgung, Nikotin verschlechtert die Versorgung mit Nährstoffen, und auch der Mutterkuchen kann leiden.

Die Folgen sind gut untersucht: Kinder von Raucherinnen sind häufig kleiner und leichter, Fehl- und Frühgeburten kommen häufiger vor. Ein Rauchstopp vor oder früh in der Schwangerschaft senkt das Risiko für Fehl-, Früh- und Totgeburt deutlich und verbessert die Entwicklung der Lunge. Nach der Geburt bleibt Rauchen ein bedeutsamer Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod.

E-Zigarette, Shisha, Snus: keine Alternative

Auch beim Dampfen und mit der Wasserpfeife nimmst du schädliche Stoffe auf, die deinem Kind schaden. Enthält das Liquid Nikotin, gelten dieselben Folgen wie beim Rauchen. Das Netzwerk Gesund ins Leben zählt Zigaretten, Vapes, E-Zigaretten und Wasserpfeifen ebenso dazu wie Schnupf- und Kautabak und tabakfreie Nikotin-Pouches.

Aufhören: so klappt es eher

  • Einen Stopp-Tag festlegen. Beobachte vorher ein paar Tage, wann und warum du rauchst, und schreib die Auslöser auf.
  • Die Wohnung rauchfrei machen. Zigaretten, Feuerzeuge und Aschenbecher wegräumen, damit der Griff zur Schachtel nicht automatisch passiert.
  • Fünf Minuten warten. Bevor du zur Schachtel greifst, warte jedes Mal fünf Minuten.
  • Den Stopp-Tag anders gestalten. Etwas Ungewohntes unternehmen, Orte meiden, an denen du sonst rauchst, und stressige Situationen möglichst umgehen.
  • Etwas für den Moment bereithalten. Bei starkem Verlangen helfen manchen Entspannungsübungen, ein Bonbon oder eine Tasse Tee.
  • Gemeinsam aufhören. Raucht der Partner oder die Partnerin weiter, fällt der Ausstieg schwerer, und die Rückfallquote ist höher.

Und wenn es nicht auf Anhieb klappt: „Jede Zigarette, die eine schwangere Frau nicht raucht, ist ein Erfolg“, heißt es beim Bundesinstitut. Ein Rückfall ist kein Grund aufzugeben, sondern einer, sich Unterstützung zu holen.

Wo du Unterstützung bekommst

  • Telefonberatung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit: 0800 8 31 31 31, kostenfrei, montags bis donnerstags 10 bis 22 Uhr, freitags bis sonntags 10 bis 18 Uhr.
  • rauchfrei-info.de: ein kostenloses Ausstiegsprogramm über 21 Tage, mit Forum und ehrenamtlichen Online-Begleiterinnen und -Begleitern.
  • IRIS: ein Onlineprogramm speziell für Schwangere, das beim Verzicht auf Alkohol und Nikotin unterstützt, auf Wunsch mit persönlicher Beratung per E-Mail.
  • Krankenkasse: Manche Kassen bezuschussen Kurse zur Rauchentwöhnung. Nachfragen lohnt sich.
  • Frauenarztpraxis und Hebamme: Sprich das Rauchen bei der Vorsorge an. Dort klärst du auch, ob Hilfsmittel zur Entwöhnung für dich infrage kommen.

Passivrauchen: auch der Rauch der anderen zählt

Der Rauch, der von der glimmenden Zigarette aufsteigt, enthält manche Schadstoffe in höherer Konzentration als der Rauch, den die Raucherin selbst einatmet. Schwangere sollten deshalb vermeiden, dass in ihrer Umgebung geraucht wird. Lüften reicht nicht: Schadstoffe bleiben im Raum und haften an Kleidung, Möbeln und Textilien. Wohnung und Auto bleiben deshalb rauchfrei, und wer geraucht hat, wäscht sich die Hände, bevor er das Neugeborene berührt.

Nach der Geburt und in der Stillzeit

Nikotin und andere Schadstoffe gehen in die Muttermilch über. Trotzdem wird rauchenden Müttern ausdrücklich geraten zu stillen. Wer nicht ganz aufhören kann, raucht nicht vor dem Stillen, sondern höchstens eine Zigarette direkt nach dem Stillen – und nie in Räumen, in denen sich das Baby aufhält. Mehr zur Stillzeit steht in Ernährung in der Stillzeit, zur rauchfreien Schlafumgebung in Sicherer Babyschlaf. Für Alkohol gilt in der Schwangerschaft eine eigene, ebenso klare Empfehlung: Alkohol in der Schwangerschaft.

Warum auch nach der Geburt jede rauchfreie Stunde zählt, steht in Passivrauchen: Risiken fürs Baby.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Rauchfrei durch die Schwangerschaft. Stand: 27.03.2023. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Rauchstopp – jetzt oder nie! Stand: 24.01.2017. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  3. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), rauchfrei-info.de: Rauchen und Schwangerschaft. Stand: 25.02.2025. Abgerufen am 16.10.2026. rauchfrei-info.de
  4. Netzwerk Gesund ins Leben: Alkohol, Rauchen und Medikamente – gesund leben in der Schwangerschaft. Stand: 07.07.2026. Abgerufen am 16.10.2026. gesund-ins-leben.de
  5. Netzwerk Gesund ins Leben: Alkohol und Rauchen in der Stillzeit. Abgerufen am 16.10.2026. gesund-ins-leben.de
  6. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Vorbeugung gegen den plötzlichen Kindstod. Stand: 14.09.2024. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
  7. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de