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Sicherer Babyschlaf: worauf es ankommt

Die wirksamsten Maßnahmen für einen sicheren Babyschlaf kosten nichts und brauchen kein Gerät. Sie bestehen vor allem darin, Dinge wegzulassen.

Von Danny · Geprüft am 15.10.2026 · Quellen: Behörde, Leitlinie · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 5 Minuten
  • Geprüft 15.10.2026
Schematische Darstellung: ein leeres Gitterbettchen mit Schlafsack
Illustration: Mamalotse

Wann du ärztlich abklären lässt

Ruf in deiner Praxis an, wenn:

  • dein Baby im Schlaf auffällig atmet, Pausen macht oder Geräusche entwickelt, die neu sind;
  • dein Baby ungewöhnlich schlapp ist oder sich schwer wecken lässt;
  • dein Baby jünger als drei Monate ist und 38 Grad Celsius oder mehr hat;
  • du unsicher bist, ob eure Schlafsituation passt – das lässt sich in einer Minute klären.

Bei einem schlaffen, kaum ansprechbaren Kind, bei blauen Lippen oder Atemnot sofort 112. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Auf dem Rücken schlafen, das ganze erste Jahr. Nicht auf dem Bauch, auch nicht auf der Seite.
  2. Schlafsack statt Decke, im eigenen Bett im Elternschlafzimmer.
  3. Raumtemperatur um 18 Grad, nichts Weiches im Bett, rauchfreie Umgebung.

Die Schlafposition

Im ersten Lebensjahr sollte dein Baby immer auf dem Rücken schlafen, nie auf dem Bauch. Auch die Seitenlage wird nicht empfohlen, weil ein Baby daraus leicht auf den Bauch rollt.

Wenn dein Kind nur in Bauchlage einschläft, dreh es nach dem Einschlafen um und versuch es weiter mit dem Rücken. Schläft es unterwegs in der Autoschale ein, gehört es nach der Fahrt in ein geeignetes Bett.

Im Wachsein ist die Bauchlage dagegen sinnvoll und wichtig – sie trainiert die Rückenmuskulatur. Dabei bleibst du daneben, damit dein Baby nicht in dieser Lage einschläft.

Schlafsack statt Decke

Ein Schlafsack ist besser als eine Decke, weil er nicht über das Gesicht rutschen kann. Er sollte passen: Der Halsausschnitt darf nicht größer sein als der Kopf, und der Sack nicht zu weit. Als Länge wird Körpergröße minus Kopflänge plus etwa 10 bis 15 Zentimeter genannt.

Wenn es doch eine Decke sein soll, dann eine leichte, die nur bis zur Brust reicht, mit den Füßen am Fußende. Festes Wickeln oder Pucken wird nicht empfohlen, ab dem sechsten Lebensmonat ausdrücklich nicht.

Was ins Bett gehört – und was nicht

Die Matratze sollte fest, eben und luftdurchlässig sein. Nicht ins Babybett gehören Kopfkissen, Felle, Nestchen und weiche Umrandungen, Kuscheltiere und alles Kleinteilige.

Ein Punkt überrascht viele Eltern: Handelsübliche Überwachungsgeräte und spezielle Schlafunterlagen werden nicht empfohlen, weil sie das Risiko nicht senken. Was ein Babyphone leisten kann und was nicht, steht dort.

Wie der Schlafplatz insgesamt aussieht, steht in Beistellbett oder eigenes Bettchen.

Wo das Bett steht

Das Babybett gehört ins Elternschlafzimmer. Beim Schlafen im Elternbett besteht dagegen ein erhöhtes Risiko, besonders wenn ein Elternteil raucht, Alkohol getrunken hat oder unter Medikamenten- oder Drogeneinfluss steht. Bei Flaschennahrung wird das eigene Bettchen neben dem Elternbett ausdrücklich bevorzugt.

Die Temperatur

Als ideal gilt eine Raumtemperatur von 18 Grad Celsius. Kopfkissen, Federbetten, Felle, Wärmflaschen und Heizkissen haben im Babybett nichts zu suchen. Das Bett sollte nicht in der Sonne und nicht neben der Heizung stehen.

Mützen gehören nicht ins Bett. Als Kleidung genügen Windel und Schlafanzug, auch wenn dein Kind krank ist. Ob es zu warm hat, fühlst du im Nacken oder zwischen den Schulterblättern – nicht an Händen oder Füßen, die sind fast immer kühler. Schwitzt dein Baby, zieh eine Schicht aus.

Rauchfrei

In der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr gilt: nicht rauchen, und auf eine rauchfreie Umgebung achten – besonders dort, wo dein Baby schläft.

Stillen und Schnuller

Empfohlen werden die ersten sechs Monate möglichst volles Stillen und danach möglichst langes Weiterstillen im ersten Lebensjahr. Ein Schnuller zum Einschlafen kann das Risiko senken; angeboten wird er, erzwungen nicht. Sobald das Stillen eingespielt ist – meist ab der zweiten bis dritten Lebenswoche – beeinträchtigt er es nicht.

Wie der Stillbeginn abläuft, steht in Stillbeginn und Kolostrum.

Was das nicht heißt

Diese Empfehlungen senken ein Risiko, sie geben keine Garantie – und sie sind kein Maßstab, an dem sich Eltern messen lassen müssen. Wenn in eurer Wohnung keine 18 Grad möglich sind oder ihr zeitweise anders geschlafen habt, ist das kein Versagen. Sprich es bei der nächsten Untersuchung an, statt dich damit allein zu beschäftigen.

Wie viel Schlaf in den ersten Wochen normal ist, steht in Wie viel schläft ein Neugeborenes?; warum Durchschlafen lange dauert, in Baby schläft nicht durch.

Wenn du unsicher bist

Deine Hebamme sieht sich den Schlafplatz im Wochenbett ohnehin an – frag sie direkt danach. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Rauchen in der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr gilt als bedeutsamer Risikofaktor. Wo du Unterstützung beim Aufhören bekommst, steht in Rauchen in der Schwangerschaft. Wie du sicher bleibst, wenn du selbst todmüde bist, erklärt Schlafmangel mit Baby.

Wenn der Hinterkopf durch die Rückenlage flach wird, hilft Abgeflachter Hinterkopf beim Baby – ohne an der Schlafposition etwas zu ändern.

Wie du merkst, ob deinem Baby zu warm ist, steht in Baby richtig anziehen.

Für die Großeltern zum Ausdrucken, Schlafregeln inklusive: Was heute für Babys empfohlen wird.

Welche Maße ein sicheres Kinderbett hat, steht in Kinderbett kaufen.

Wie der Schlafsack richtig passt, steht in Babyschlafsack.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Dem Plötzlichen Kindstod vorbeugen. Stand: 14.09.2024. Abgerufen am 15.10.2026. kindergesundheit-info.de
  2. Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin: S1-Leitlinie Prävention des Plötzlichen Säuglingstods, AWMF-Registernummer 063-002, Stand 06.11.2022, gültig bis 05.11.2027. Abgerufen am 15.10.2026. register.awmf.org
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 15.10.2026. 116117.de