Baby

Passivrauchen: Risiken fürs Baby

Tabakrauch ist der gefährlichste vermeidbare Schadstoff in Innenräumen – und Kinder trifft er besonders. Ein rauchfreies Zuhause ist eines der wirksamsten Dinge, die Eltern für die Gesundheit ihres Kindes tun können. Wer aufhören will, bekommt dabei kostenlose Unterstützung.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: eine durchgestrichene Zigarette neben einem ruhigen Kreis
Illustration: Mamalotse

Wann du ärztlichen Rat holst

Geh mit deinem Kind in die Kinderarztpraxis, wenn es:

  • häufig hustet, pfeifend atmet oder kurzatmig ist;
  • immer wieder Ohrenschmerzen oder Atemwegsinfekte hat.

Bei Atemnot oder wenn dein Kind Zigaretten, Tabak oder Liquid verschluckt hat, ruf die 112 oder den Giftnotruf, siehe Vergiftung beim Kind. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Plötzlicher Kindstod: Rauchen der Eltern – auch des Vaters – erhöht das Risiko deutlich.
  2. Kalter Rauch setzt sich in Tapeten, Teppichen und Möbeln fest, auch nach dem Lüften.
  3. Hilfe: kostenlose Angebote unter rauchfrei-info.de und rauchfreiprogramm.de.

Was Passivrauchen bei Kindern anrichtet

Schätzungsweise 7 von 100 Kindern unter sechs Jahren sind zu Hause Tabakrauch ausgesetzt. Ein Kind in einem verrauchten Raum atmet pro Stunde etwa so viele Schadstoffe ein, als würde es selbst eine Zigarette rauchen. Kinder aus Raucherhaushalten haben häufiger:

  • Mittelohrentzündungen,
  • Husten mit Auswurf, Kurzatmigkeit und pfeifende Atmung,
  • Lungenentzündungen, Bronchitis und andere Infekte der unteren Atemwege,
  • Asthma und andere Allergien.

Rauchen die Eltern – auch der Vater –, steigt das Risiko für den plötzlichen Kindstod deutlich, je nachdem, wie viel geraucht wird und wie lange das Kind dem Rauch ausgesetzt ist, siehe Sicherer Babyschlaf. Kinder aus Raucherhaushalten haben außerdem ein erhöhtes Krebsrisiko.

Kalter Rauch

Die Schadstoffe setzen sich in Tapeten, Teppichen, Gardinen und Möbeln fest und bleiben lange in der Raumluft – auch nach intensivem Lüften. Deshalb reicht es nicht, nur dann zu rauchen, wenn das Kind gerade nicht im Raum ist. Am besten ist eine ganz rauchfreie Wohnung.

Im Auto

In kleinen Räumen ist die Konzentration besonders hoch. Bei nicht rauchenden Mitfahrenden in Autos, in denen geraucht wurde, fanden sich erhöhte Werte krebserregender Stoffe im Blut und Urin. Im Auto mit Kind gilt deshalb: nie rauchen.

Rauchen und Stillen

Nikotin und andere Schadstoffe gehen in hoher Menge in die Muttermilch über. Rauchen kann die Zusammensetzung der Milch verändern und die Menge verringern. Trotzdem wird auch Raucherinnen geraten, möglichst lange zu stillen. Wer raucht, sollte vor dem Stillen mindestens eine Stunde Rauchpause einlegen. Am besten ist es, ganz aufzuhören.

Hilfe beim Aufhören

Viele Eltern hören mit der Schwangerschaft oder nach der Geburt auf. Kostenlose Unterstützung gibt es hier:

Mehr zur Zeit vor der Geburt steht in Rauchen in der Schwangerschaft.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Risiko Passivrauchen. Stand: 20.09.2024. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Rauchfrei – der bessere Start ins Leben. Stand: 14.09.2024. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de