Wochenbett
Verstopfung im Wochenbett
Wenn die Verdauung nach der Geburt noch nicht richtig arbeitet, wird der Toilettengang zum Thema – besonders, wenn der Damm noch schmerzt und harter Stuhl die Beschwerden verstärkt. Die Gegenmittel sind einfach und sollten früh anfangen, nicht erst am dritten Tag.
- Lesezeit 3 Minuten
- Geprüft 20.08.2026
Wann du dich meldest
Im Wochenbett gilt: lieber einmal zu früh anrufen.
- Fieber ab 38 Grad – immer, unabhängig davon, wie du dich sonst fühlst.
- Der Wochenfluss riecht unangenehm oder wird plötzlich wieder stärker und heller.
- Starke Unterbauchschmerzen oder eine Wunde, die schmerzt, rot ist oder nässt.
- Schmerzen, Schwellung oder Wärme in einem Bein oder plötzliche Atemnot.
Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis oder im Kreißsaal anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: die drei Maßnahmen
- Trinken: mindestens anderthalb bis zwei Liter am Tag.
- Ballaststoffe: Vollkornprodukte, viel Gemüse, frisches und getrocknetes Obst; auch Milchprodukte können die Verdauung anregen.
- Leinsamen: ein bis zwei Teelöffel in Joghurt oder Wasser.
Warum es nach der Geburt hakt
Arbeitet die Verdauung noch nicht richtig, ist Verstopfung im Wochenbett ein häufiges Problem. Das ist besonders unangenehm, wenn der Damm noch schmerzt: Harter Stuhl verstärkt die Beschwerden, und verstärktes Pressen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich Hämorrhoiden vergrößern.
Dazu kommen Faktoren, über die selten jemand spricht: wenig Bewegung in den ersten Tagen, ein veränderter Tagesablauf, Angst vor dem Schmerz. Diese Angst ist verständlich – und sie macht die Sache nachweislich nicht leichter.
Was gegen die Angst vor dem ersten Mal hilft
Ein Tipp, den viele Hebammen geben und der erstaunlich gut wirkt: Sanfter Druck gegen Vulva und Damm kann die Schmerzen beim Stuhlgang verringern. Das gilt vor allem, wenn du dort genäht wurdest. Nimm dafür eine saubere Kompresse oder ein Stück Toilettenpapier und stütze gegen.
Dazu: nicht pressen, Zeit nehmen, Füße auf einen kleinen Hocker stellen. Und den Zeitpunkt nicht hinauszögern – je länger du wartest, desto härter wird der Stuhl.
Was von Anfang an hilft
- Viel trinken, am besten mindestens anderthalb bis zwei Liter am Tag. Beim Stillen steigt der Bedarf zusätzlich.
- Abwechslungs- und ballaststoffreich essen: Vollkornprodukte, viel Gemüse, frisches und getrocknetes Obst. Auch Milchprodukte können die Verdauung anregen.
- Leinsamen, ein bis zwei Teelöffel in Joghurt oder Wasser – dazu ausreichend trinken.
- Aufstehen und kurze Wege gehen, sobald es dir möglich ist.
Zu Abführmitteln sagen wir hier nichts. In der Stillzeit ist die Auswahl eine Frage für die Praxis oder deine Hebamme – frag danach, statt in der Drogerie zu raten.
Nach einem Kaiserschnitt
Auch hier ist der erste Stuhlgang oft ein Thema, weil Pressen im Bauchraum unangenehm ist. Es hilft, den Bauch beim Pressen mit den Händen oder einem Kissen zu stützen. Was sonst für die Heilung gilt, steht in Kaiserschnitt.
Wenn du unsicher bist
Deine Nachsorgehebamme kennt diese Situation aus jedem Wochenbett und hat konkrete Vorschläge. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.
Bei einer Wunde am Damm hilft Dammriss und Dammschnitt. Zur Verstopfung in der Schwangerschaft: Verstopfung in der Schwangerschaft.
Was bei Hämorrhoiden sonst hilft, steht in Hämorrhoiden in der Schwangerschaft.
Weiterlesen
- GeburtKaiserschnitt: Ablauf, Risiken und HeilungWann ein Kaiserschnitt nötig ist, was bei der Operation passiert, welche Risiken belegt sind und wie das Wochenbett danach verläuft.
- WochenbettDammriss und Dammschnitt: was bei der Heilung hilftWas beim Sitzen, beim Wasserlassen und beim ersten Stuhlgang hilft, wann genäht wird und welche Zeichen für eine Wundinfektion sprechen.
- BeschwerdenVerstopfung und Blähungen in der SchwangerschaftWarum die Verdauung langsamer wird, was tatsächlich hilft und wovon Schwangere die Finger lassen sollten.
Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Das Wochenbett von A bis Z – Verstopfung. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Beschwerden in der Schwangerschaft – Blähungen und Verstopfung. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de