Beschwerden
Verstopfung und Blähungen in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft arbeitet der Darm langsamer – deshalb haben viele Schwangere mit Verstopfung oder Blähungen zu tun. Gefährlich ist das nicht. Unangenehm schon, und es gibt mehr Möglichkeiten, als die meisten kennen.
- Lesezeit 3 Minuten
- Geprüft 20.08.2026
Wann du das ansprichst
Verstopfung selbst ist nicht gefährlich. Melde dich trotzdem bei:
- Jede Blutung – unabhängig von der Menge.
- Fruchtwasser geht ab, schwallartig oder tröpfchenweise.
- Regelmäßige Wehen vor dem Ende der 37. Woche oder mehr als zehn Wehen an einem Tag.
- Starke oder plötzliche Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schmerzen im Oberbauch oder plötzliche starke Schwellungen.
- Starken Bauchschmerzen, Erbrechen oder Blut im Stuhl – das gehört unabhängig von der Schwangerschaft abgeklärt.
Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis oder im Kreißsaal anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: die drei Hebel
- Viel trinken – am besten mindestens anderthalb bis zwei Liter am Tag.
- Ballaststoffreich essen: Vollkornprodukte, viel Gemüse, frisches und getrocknetes Obst.
- Bewegung. Spazieren bringt den Darm zuverlässiger in Gang als jedes Hausmittel.
Warum die Verdauung langsamer wird
Die körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft machen sich auch bei der Verdauung bemerkbar: Sie läuft langsamer, weshalb die Nahrung länger im Darm bleibt. Dadurch kommt es vermehrt zu Blähungen. Weil der Darm der Nahrung kontinuierlich Wasser entzieht, wird der Stuhl zudem fester – was zu Verstopfung führen kann.
Dafür gibt es mehrere Gründe. Einer ist das Hormon Progesteron: Es entspannt die Muskeln der Gebärmutter, aber auch die Darmmuskulatur, sodass sich der Darm weniger zusammenzieht. Dazu kommt, dass die wachsende Gebärmutter den Darm zur Seite drängt. Auch die Zusammensetzung der Darmflora kann sich verändern, was Blähungen zusätzlich begünstigen kann.
Was hilft
- Trinken. Der wirksamste Hebel überhaupt, und der, der am häufigsten vergessen wird.
- Ballaststoffe: Vollkorn, Gemüse, Obst, Trockenobst.
- Bewegung, regelmäßig und in Maßen.
- Magnesium kann die Darmtätigkeit anregen – ob und wie viel für dich sinnvoll ist, klärst du in der Praxis.
- Zeit und Ruhe auf der Toilette, ohne zu pressen.
Wichtig: Auf Abführmittel und Einläufe sollten Schwangere verzichten. Wenn nichts hilft, gibt es Mittel, die in der Schwangerschaft eingesetzt werden – die Auswahl trifft die Praxis, nicht das Internet.
Wenn Eisen der Grund ist
Eisenpräparate verstärken Verstopfung häufig. Wenn deine Beschwerden mit der Einnahme begonnen haben, sprich das an: Vielleicht gibt es ein Präparat, das du besser verträgst. Setz es nicht eigenmächtig ab.
Warum sich das lohnt
Gefährlich sind Blähungen und Verstopfung nicht. Durch verstärktes Pressen beim Toilettengang werden aber Hämorrhoiden begünstigt – und für die besteht in der Schwangerschaft ohnehin eine erhöhte Neigung. Sie sind der eigentliche Grund, warum sich frühes Gegensteuern lohnt.
Nach der Geburt bleibt das Thema oft bestehen, dann kommt eine schmerzende Dammnaht dazu. Dazu Verstopfung im Wochenbett.
Ein häufiger Auslöser sind Eisenpräparate. Warum sie verordnet werden und wann sie nötig sind, steht in Eisenmangel in der Schwangerschaft.
Wenn du unsicher bist
Deine Hebamme und deine Frauenarztpraxis sind zuständig, außerhalb der Sprechzeiten der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.
Wenn zusätzlich der Magen brennt, hilft Sodbrennen in der Schwangerschaft.
Verstopfung begünstigt Hämorrhoiden, siehe Hämorrhoiden in der Schwangerschaft.
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Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Beschwerden in der Schwangerschaft – Blähungen und Verstopfung. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Das Wochenbett von A bis Z – Verstopfung. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Hoher Blutdruck – hypertensive Schwangerschaftserkrankungen. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de