Beschwerden

Sodbrennen in der Schwangerschaft: was hilft?

Brennen hinter dem Brustbein, vor allem nachts und vor allem im letzten Drittel: Sodbrennen gehört zu den häufigsten Beschwerden der Schwangerschaft und hat zwei nachvollziehbare Ursachen. Wichtig ist eine Abgrenzung, die selten jemand erwähnt – Schmerzen im Oberbauch sind nicht immer der Magen.

Von Danny · Geprüft am 20.08.2026 · Quellen: Bundesbehörde und systematischer Review · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 4 Minuten
  • Geprüft 20.08.2026
Schematische Darstellung: eine aufsteigende Linie vom Magen zur Speiseröhre
Illustration: Mamalotse

Wann Oberbauchbeschwerden abgeklärt werden müssen

Melde dich in deiner Praxis oder in der Klinik, wenn nach der 20. Woche eines davon dazukommt:

  • Schmerzen im Oberbauch, die neu sind, stark sind oder nicht nachlassen;
  • starke oder plötzliche Kopfschmerzen, oder Kopfschmerzen trotz Schmerzmittel;
  • Sehstörungen – flimmernd oder verschwommen;
  • plötzliche starke Schwellungen an Händen oder im Gesicht;
  • anhaltende Übelkeit oder Unwohlsein ohne erkennbare Ursache.

Diese Kombination kann auf eine Präeklampsie oder ein HELLP-Syndrom hindeuten – beides schwangerschaftsbedingte Erkrankungen, bei denen Oberbauchschmerzen ein bekanntes Anzeichen sind. Das ist selten, aber es ist der Grund, warum die Selbstdiagnose „ist bestimmt nur Sodbrennen“ hier nicht trägt. Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis oder im Kreißsaal anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: was abends am meisten bringt

  1. Die letzte Mahlzeit früher. Nicht kurz vor dem Hinlegen essen.
  2. Kleinere Portionen über den Tag verteilt statt großer Mahlzeiten.
  3. Oberkörper hoch schlafen. Das Kopfende des Bettes anheben wirkt besser als ein zusätzliches Kissen unter dem Kopf.

Warum es ausgerechnet jetzt brennt

Sodbrennen ist ein brennender Schmerz oberhalb des Magens. Er entsteht, wenn die stark säurehaltige Magenflüssigkeit in die Speiseröhre aufsteigt und dort die Schleimhaut reizt.

In der Schwangerschaft kommt das häufig vor, weil der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht so gut funktioniert wie sonst – zum einen durch den Druck der wachsenden Gebärmutter auf den Magen, zum anderen durch die hormonell bedingte Erschlaffung der Muskulatur. Beides zusammen erklärt, warum die Beschwerden im letzten Drittel zunehmen und im Liegen am schlimmsten sind.

Es ist also nichts, was du falsch gemacht hast, und es sagt nichts über die Haare deines Babys aus.

Was tatsächlich belegt ist

Hier lohnt sich Ehrlichkeit: Ein Cochrane-Review zu Maßnahmen gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft fand lediglich vier kleine Studien mit insgesamt 358 Frauen. Die Studienlage reicht nicht aus, um klare Aussagen über Wirksamkeit und Nebenwirkungen zu treffen.

Was das bedeutet: Die üblichen Empfehlungen – kleinere Mahlzeiten, nicht spät am Abend essen, das Kopfteil des Bettes hochstellen, auslösende Lebensmittel meiden – sind vernünftig und werden bei leichten Beschwerden auch so empfohlen. Ein Wirksamkeitsnachweis im engeren Sinn steht dahinter aber nicht. Wir verkaufen sie dir deshalb nicht als gesicherte Lösung, sondern als das, was sie sind: naheliegende Versuche mit geringem Risiko.

Was du im Alltag ausprobieren kannst

  • Essrhythmus umstellen: mehrere kleine Mahlzeiten statt drei großer, die letzte mit Abstand zum Schlafengehen.
  • Aufrecht bleiben nach dem Essen: nicht direkt hinlegen, nicht direkt auf die Couch.
  • Oberkörper erhöht schlafen: Das Kopfende des Bettes anheben, statt nur Kissen zu stapeln – sonst knickt der Oberkörper ab.
  • Eigene Auslöser suchen: Bei vielen Frauen sind es Kaffee, Zitrusfrüchte, sehr Süßes oder sehr Fettiges. Die Liste ist individuell; ein paar Tage mitschreiben bringt mehr als eine allgemeine Verbotsliste.
  • Enges am Bauch weglassen: alles, was zusätzlich Druck macht.

Medikamente

Es gibt Mittel, die bei stärkeren Beschwerden in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Welches für dich infrage kommt und in welcher Menge, entscheidet deine Ärztin – auch bei rezeptfreien Mitteln aus der Apotheke oder dem Supermarkt.

Wir nennen hier bewusst keine Wirkstoffe. „Rezeptfrei" heißt nicht „in der Schwangerschaft unbedenklich", und die Auswahl gehört in ein Gespräch, in dem auch der Rest deiner Schwangerschaft bekannt ist. Von Hausmitteln mit Wirkversprechen aus dem Internet gilt dasselbe.

Wenn es nicht besser wird

Anhaltendes Sodbrennen kostet Schlaf, und Schlafmangel macht in der Spätschwangerschaft alles andere schwerer. Es ist kein Thema, das man aushalten muss, bis das Kind da ist – sprich es beim nächsten Vorsorgetermin an, auch wenn es dir wie eine Kleinigkeit vorkommt.

Sodbrennen ist nur einer der Gründe, warum der Schlaf im letzten Drittel leidet. Die anderen stehen in Schlafprobleme in der Schwangerschaft.

Wenn du unsicher bist

Deine Hebamme und deine Frauenarztpraxis sind zuständig, außerhalb der Sprechzeiten der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Bei den Warnzeichen oben: Klinik.

Wenn zusätzlich Schwellungen auftreten, lies Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft. Kommt Übelkeit dazu, hilft Übelkeit in der Schwangerschaft. Wird zusätzlich der Bauch hart, steht die Einordnung in Bauch wird hart in der Schwangerschaft.

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Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de, Lexikon: Sodbrennen. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
  2. Cochrane Schwangerschaft und Geburt: Interventionen bei Sodbrennen in der Schwangerschaft. Abgerufen am 20.08.2026. cochrane.org
  3. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Hoher Blutdruck – hypertensive Schwangerschaftserkrankungen. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
  4. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de