Wochenbett

Beckenboden nach der Geburt

Manche Frauen berichten, der Beckenboden fühle sich nach der Geburt taub an oder wie nach unten offen. Das ist eine gute Beschreibung für etwas, das stark beansprucht wurde – und sich mit der richtigen Begleitung wieder erholt.

Von Danny · Geprüft am 20.08.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

Schematische Darstellung: ein Beckenring mit markierter vorderer Verbindung
Illustration: Mamalotse

Wann du das ansprichst

Im Wochenbett gelten die allgemeinen Warnzeichen:

  • Fieber ab 38 Grad – immer, unabhängig davon, wie du dich sonst fühlst.
  • Der Wochenfluss riecht unangenehm oder wird plötzlich wieder stärker und heller.
  • Starke Unterbauchschmerzen oder eine Wunde, die schmerzt, rot ist oder nässt.
  • Schmerzen, Schwellung oder Wärme in einem Bein oder plötzliche Atemnot.

Zusätzlich: Wenn du ein Druckgefühl nach unten spürst, als würde etwas herausrutschen, gehört das angesehen – nicht ausgesessen. Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis oder im Kreißsaal anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: die Reihenfolge

  1. Zuerst erholen. Im Wochenbett geht es nicht ums Training.
  2. Beckenbodenfreundlich bewegen lernen – Aufstehen, Tragen, Husten. Das zeigen dir Hebamme oder Physiotherapie.
  3. Dann sanft aktivieren. Je nach körperlicher Verfassung mit leichten Übungen für die Tiefenmuskulatur beginnen.

Was passiert ist

Durch Schwangerschaft und Geburt wird der Beckenboden stark beansprucht. Er trägt monatelang zusätzliches Gewicht und wird bei einer vaginalen Geburt stark gedehnt. Dass er sich danach anders anfühlt – taub, kraftlos, wie nach unten offen –, ist eine häufige und gut nachvollziehbare Beschreibung.

Wichtig ist die Reihenfolge: Im Wochenbett gilt es zunächst, sich zu erholen. Trainieren kommt später.

Wer dir hilft

Deine Hebamme, eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut können dir zeigen, wie du dich schon in den ersten Wochen nach der Geburt beckenbodenfreundlich bewegst – zum Beispiel, wie du beckenbodenschonend aufstehst oder das Baby trägst.

Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist der wirksamste Teil: Diese Bewegungen machst du fünfzigmal am Tag, Übungen vielleicht einmal.

Wann Übungen anfangen

Je nach körperlicher Verfassung können Frauen nach der Geburt schon damit beginnen, die Tiefenmuskulatur des Beckenbodens durch sanfte Übungen anzuregen. Entsprechende Übungen lernst du in der Rückbildungsgymnastik.

Durch regelmäßige Übungen lassen sich Kraft und Stabilität des Beckenbodens zurückgewinnen. Wann der richtige Zeitpunkt für einen Kurs ist, hängt von deiner Geburt ab – das besprichst du mit deiner Hebamme. Mehr dazu in Rückbildung nach der Geburt.

Was den Beckenboden im Alltag entlastet

Wenn Urin abgeht

Das ist in der ersten Zeit nach der Geburt häufig und kein Grund, es stillschweigend hinzunehmen. Was dahintersteckt und was hilft, steht in Blasenschwäche nach der Geburt.

Wenn du unsicher bist

Deine Nachsorgehebamme ist die erste Adresse, danach deine Frauenarztpraxis. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Das Wochenbett von A bis Z – Beckenboden. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Das Wochenbett von A bis Z – Blasenschwäche (Inkontinenz). Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de