Wochenbett

Kaiserschnittnarbe: Pflege und Heilung

Ein Kaiserschnitt ist eine Bauchoperation – die Narbe braucht Zeit und etwas Aufmerksamkeit. Die meisten Wunden heilen gut. Was du in den ersten Wochen tun kannst, woran du merkst, dass etwas nicht stimmt, und warum sich die Haut um die Narbe noch lange anders anfühlen kann.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: eine waagerechte Linie mit feinen Quernähten
Illustration: Mamalotse

Wann du dich meldest

Sprich am selben Tag mit Hebamme, Frauenärztin oder Klinik, wenn:

  • die Narbe stark gerötet, heiß oder geschwollen ist;
  • aus der Wunde Flüssigkeit oder Eiter austritt oder sie aufgeht;
  • du Fieber bekommst oder die Schmerzen zunehmen statt nachzulassen;
  • dein Bein plötzlich schmerzt und anschwillt oder du Atemnot bekommst – dann sofort 112.

Mehr zu Thrombose nach der Geburt steht in Thrombose in Schwangerschaft und Wochenbett. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Duschen ist nach dem ersten Verbandwechsel wieder möglich, spätestens nach 24 Stunden – mit Pflaster.
  2. Fäden oder Klammern werden nach etwa einer Woche entfernt.
  3. Rückbildung beginnt meist erst nach etwa zwei Monaten, wenn die Wunde ganz verheilt ist.

Die ersten Tage

Nach der Operation ist die Wunde mit einem Verband abgedeckt. Nach dem ersten Verbandwechsel – spätestens nach 24 Stunden – darfst du mit Pflaster wieder duschen. Fäden oder Klammern werden nach etwa einer Woche entfernt, im Krankenhaus oder zu Hause. Zu Hause schaut sich deine Hebamme die Narbe bei den Besuchen an, siehe Hebamme finden.

Lockere Kleidung und Baumwollunterwäsche verringern die Reibung an der Wunde.

Schmerzen

Wie stark die Schmerzen sind, ist sehr unterschiedlich. Vorübergehend können sie heftig sein. Es gibt Schmerzmittel, die auch beim Stillen erlaubt sind. Studien zeigen, dass Frauen nach einem Kaiserschnitt oft weniger Schmerzmittel bekommen, als sie brauchen. Wenn es wehtut: Frag aktiv nach. Gut eingestellte Schmerzen helfen dir, aufzustehen, dich zu bewegen und dein Baby zu versorgen.

Taubheit und Ziehen

Beim Schnitt werden feine Hautnerven durchtrennt. Die Haut um die Narbe fühlt sich deshalb oft taub oder pelzig an. Das kann Monate oder sogar Jahre anhalten und ist kein Zeichen einer Störung.

Die Narbe pflegen

Ist die Wunde verschlossen und verheilt, kannst du die Narbe pflegen. Narbencremes und tägliches Massieren sollen helfen, dass sie glatt und weich bleibt. Frag deine Hebamme, ab wann und wie du massieren kannst.

Belastung und Rückbildung

Bevor du deinen Körper wieder voll belastest, muss die Wunde vollständig verheilt sein. Die Rückbildungsgymnastik beginnt nach einem Kaiserschnitt meist erst nach etwa zwei Monaten. Die Bauchmuskeln sind besonders wichtig, weil sie bei der Operation durchtrennt wurden – und der Beckenboden sollte ebenfalls trainiert werden.

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen zehn Stunden Rückbildungskurs, wenn er spätestens vier Monate nach der Geburt beginnt und spätestens neun Monate danach endet. Mehr dazu in Rückbildung nach der Geburt. Weichen die Bauchmuskeln sichtbar auseinander, lies Rektusdiastase.

Mehr zum Wochenbett nach dem Kaiserschnitt

Wie es nach der Operation weitergeht, steht in Kaiserschnitt. Was bei Verstopfung in den ersten Tagen hilft, erklärt Verstopfung im Wochenbett. Haushaltshilfe kann dir die Krankenkasse unter bestimmten Bedingungen zahlen, siehe Haushaltshilfe.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Das Wochenbett nach dem Kaiserschnitt. Stand: 02.10.2024. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  2. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de