Schwangerschaft

Vater werden: Schwangerschaft begleiten

Die Schwangerschaft passiert im Körper deiner Partnerin – aber sie betrifft dich genauso. Du kannst viel tun, damit es ihr und eurem Kind gut geht, und dich selbst auf die neue Rolle vorbereiten. Dieser Überblick zeigt, was in den nächsten Monaten ansteht.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: eine erwachsene Figur, die ein Baby im Arm hält
Illustration: Mamalotse

Wann ihr sofort reagiert

Fahrt in die Klinik oder ruft die 112, wenn deine Partnerin:

  • blutet oder starke Bauchschmerzen hat;
  • vor der 37. Woche regelmäßige Wehen bekommt oder Fruchtwasser verliert;
  • starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Oberbauchschmerzen hat;
  • spürt, dass sich das Kind deutlich weniger bewegt.

Auch leichte Blutungen nach dem Sex gehören abgeklärt. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Vorsorge: anfangs alle 4 Wochen, ab der 32. Woche alle 14 Tage – wichtige Termine sind die Ultraschalle um die 10., 20. und 30. Woche.
  2. Hebamme früh suchen – am besten bald nach der Bestätigung der Schwangerschaft.
  3. Du wirst nicht freigestellt für Vorsorgetermine – sprich früh mit deinem Arbeitgeber.

Die Vorsorge begleiten

Die erste Untersuchung bestätigt die Schwangerschaft. Danach finden die Termine alle vier Wochen statt, ab der 32. Woche alle 14 Tage. Wenn du nicht zu jedem Termin kannst, such dir wichtige Momente aus: den ersten sichtbaren Herzschlag im Ultraschall ab etwa der 6. Woche und die Ultraschalle um die 10., 20. und 30. Woche. Was in den einzelnen Wochen passiert, steht in Schwangerschaft Woche für Woche.

Anders als deine Partnerin wirst du für Vorsorgetermine nicht von der Arbeit freigestellt. Sprich deshalb früh mit deinem Arbeitgeber.

Zusatzangebote und Pränataldiagnostik

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) wie zusätzliche Ultraschalle oder der Toxoplasmose-Test kosten Geld; ihr Nutzen ist oft nicht belegt. Tests auf Erkrankungen wie Trisomie 21 können schwere Fragen aufwerfen – trefft solche Entscheidungen gemeinsam und fragt, wie zuverlässig ein Test ist. Mehr in NIPT und Ersttrimester-Screening.

Eine Hebamme suchen

Hebammen sind oft früh ausgebucht. Fangt bald nach der Bestätigung der Schwangerschaft mit der Suche an, siehe Hebamme finden.

Was du für deine Partnerin und euer Kind tun kannst

  • Kein Alkohol – gemeinsam verzichten macht es leichter.
  • Nicht rauchen in ihrer Nähe und nicht in Räumen, die sie nutzt – Schadstoffe setzen sich in Vorhängen und Teppichen fest, siehe Passivrauchen.
  • Schweres tragen und Stress reduzieren – frag, wie du helfen kannst.
  • Das Katzenklo übernehmen – wegen Toxoplasmose, siehe Toxoplasmose.
  • Abstand halten, wenn du krank bist.
  • Auf sexuell übertragbare Infektionen testen lassen – Kondome schützen nicht vollständig.
  • Bei Hitze Besorgungen in kühle Tageszeiten legen – Hitze im letzten Drittel steht mit Frühgeburten in Zusammenhang.

Sex ist in der Schwangerschaft meist unbedenklich. Ausnahmen gibt es etwa bei Blutungen, einer Plazenta praevia oder vorzeitigen Wehen, siehe Sex in der Schwangerschaft.

Geld und Organisation

Sprecht früh über Geld – und noch einmal nach der Geburt. Vergleicht verschiedene Modelle für Elternzeit und Elterngeld, der finanzielle Unterschied kann groß sein, siehe Elternzeit für Väter. Viele Väter übernehmen Organisatorisches: Arbeitgeber informieren, Elterngeld beantragen, eine Kinderarztpraxis suchen, siehe Vor der Geburt organisieren. Seid ihr nicht verheiratet, lies Unverheiratet ein Kind bekommen.

Die Geburt vorbereiten

Ob du bei der Geburt dabei bist, ist deine Entscheidung. Ein Geburtsvorbereitungskurs hilft – manche Krankenkassen übernehmen inzwischen auch die Kosten für Partner ganz oder teilweise, und in manchen Regionen gibt es Kurse nur für Männer. Mehr in Bei der Geburt dabei sein und Ablauf der Geburt. Wie es dir selbst mit alldem geht, steht in Werdende Väter: Gefühle.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Broschüre „Vater werden – Die wichtigsten Informationen im Überblick“. 2026. Abgerufen am 16.10.2026. shop.bioeg.de
  2. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de