Organisation

Unverheiratet ein Kind bekommen

Ohne Trauschein ist vieles rund ums Kind nicht automatisch geregelt. Ein unverheirateter Vater ist zum Beispiel nicht automatisch rechtlicher Vater – und darf ohne weitere Schritte nicht einmal Auskunft im Krankenhaus bekommen. Das Gute: Fast alles lässt sich schon vor der Geburt regeln. Stand: Oktober 2026. Das ist kein Rechtsrat; verbindlich sind das Bürgerliche Gesetzbuch und die zuständigen Stellen.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: ein Formular mit Stift
Illustration: Mamalotse

Wo ihr Rat bekommt

Lasst euch beraten, wenn:

  • ihr nicht wisst, wo und wann ihr Vaterschaft und Sorge erklärt;
  • ihr ein Co-Mutter-Paar seid und die Adoption plant;
  • ihr euch über Sorgerecht oder Unterhalt nicht einig seid.

Jugendamt und Schwangerschaftsberatungsstellen beraten kostenlos.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Vaterschaft anerkennen – geht schon vor der Geburt, mit Zustimmung der Mutter.
  2. Sorgeerklärung abgeben – sonst hat die Mutter das alleinige Sorgerecht.
  3. Vorsorgevollmacht: Für medizinische Entscheidungen für die Mutter braucht der Partner eine schriftliche Vollmacht.

Vaterschaft anerkennen

Bei unverheirateten Paaren braucht es eine förmliche Erklärung, der die Mutter zustimmt. Das geht schon vor der Geburt – dann steht der Vater gleich in der Geburtsurkunde und hat bei der Geburt Auskunftsrechte. Beurkunden können Jugendamt, Standesamt, Amtsgericht oder Notar; Gericht und Notar können dafür Gebühren nehmen. Mehr in Vaterschaftsanerkennung.

Sorgerecht

Unverheiratete Mütter haben zunächst das alleinige Sorgerecht. Damit der Vater es teilt, gebt ihr gemeinsam eine Sorgeerklärung ab – meist beim Jugendamt, auch schon vor der Geburt, siehe Sorgerecht für unverheiratete Eltern.

Auskunft und Entscheidungen im Krankenhaus

  • Ein unverheirateter Vater oder eine Co-Mutter hat kein automatisches Recht auf medizinische Auskunft. Ärztinnen und Hebammen bleiben an die Schweigepflicht gebunden.
  • Der Vater bekommt das Recht mit der anerkannten Vaterschaft.
  • Die Mutter kann ihren Partner freiwillig informieren oder das Personal mündlich oder schriftlich von der Schweigepflicht entbinden. Viele Kliniken haben dafür Formulare.
  • Für medizinische Entscheidungen für die Mutter braucht es vorher eine schriftliche Vorsorgevollmacht.

Krankenversicherung

Das Kind kann familienversichert werden, wenn die Elternschaft rechtlich feststeht. Sind beide gesetzlich versichert, könnt ihr wählen. Mehr in Krankenversicherung fürs Baby.

Elterngeld, Elternzeit und Unterhalt

Für Elterngeld und Elternzeit müsst ihr nicht verheiratet sein, siehe Elternzeit für Väter. Wer wegen der Betreuung des Kindes nicht arbeiten kann, hat auch ohne Ehe Anspruch auf Unterhalt vom anderen Elternteil – mindestens bis zum dritten Geburtstag des Kindes.

Co-Mütter

Eine Co-Mutter wird rechtlich nur über eine Stiefkindadoption Elternteil. Das ist möglich für verheiratete Paare, eingetragene Partnerschaften und Paare in einer festen Lebensgemeinschaft – etwa wenn sie mindestens vier Jahre zusammenleben oder ein gemeinsames Kind haben und als Familie leben. Bis zur Adoption kann die leibliche Mutter eine Sorgerechtsvollmacht ausstellen. Mehr zu Adoption in Patchworkfamilie.

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Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Wenn Sie als unverheiratetes Paar ein Kind erwarten. Stand: 26.06.2026, geprüft 06.07.2026. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  2. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de: § 1626a BGB. Abgerufen am 16.10.2026. gesetze-im-internet.de