Geburt
Ablauf der Geburt: die Phasen
Jede Geburt verläuft anders. Trotzdem folgen fast alle Geburten demselben Muster: Der Muttermund öffnet sich, das Kind wird geboren, dann folgt die Plazenta. Wer die Phasen kennt, kann besser einordnen, was gerade passiert – und was als Nächstes kommt.
- Lesezeit 4 Minuten
- Geprüft 16.10.2026
Wann du sofort in die Klinik fährst
Fahr in die Klinik oder ruf deine Hebamme an, wenn:
- die Fruchtblase springt – vor allem, wenn das Fruchtwasser grünlich oder bräunlich ist;
- du blutest – mehr als ein wenig blutiger Schleim;
- du starke Dauerschmerzen hast, die zwischen den Wehen nicht nachlassen;
- dein Kind sich deutlich weniger bewegt;
- vor der 37. Woche regelmäßige Wehen einsetzen.
Bei starker Blutung 112. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: das Wesentliche
- Eröffnungsphase: Der Muttermund öffnet sich auf bis zu zehn Zentimeter – beim ersten Kind meist 8 bis 14 Stunden.
- Austrittsphase: Mit den Presswehen wird das Kind geboren – beim ersten Kind bis zu zwei Stunden.
- Nachgeburtsphase: Die Plazenta löst sich und wird geboren.
Die Vorzeichen
Oft kündigt sich die Geburt Tage vorher an: mit unregelmäßigen, leichten Wehen, zunehmenden Rückenschmerzen, blutigem Schleim aus der Scheide oder häufigem Stuhldrang. Der Muttermund wird weicher. Woran du merkst, dass es wirklich losgeht, steht in Anzeichen der Geburt und Wehen erkennen.
Die Eröffnungsphase
In dieser Phase öffnet sich der Muttermund nach und nach auf bis zu zehn Zentimeter, damit dein Kind ins Becken rutschen kann. Die Wehen werden regelmäßig, schmerzhafter und kommen in immer kürzeren Abständen.
Oft springt in dieser Phase die Fruchtblase. Dabei fließt meist etwa eine halbe Tasse klare Flüssigkeit ab, die leicht süßlich riecht, siehe Blasensprung.
Die Eröffnungsphase ist die längste Phase der Geburt. Beim ersten Kind dauert sie meist zwischen 8 und 14 Stunden. Hast du schon ein Kind geboren, ist sie oft nach etwa sechs Stunden vorbei. Was gegen die Schmerzen hilft – von Bewegung und Wärme bis zur PDA –, steht in Schmerzlinderung unter der Geburt.
Die Austrittsphase
Ist der Muttermund vollständig geöffnet, beginnt die Austrittsphase. Mit den Presswehen schiebt sich dein Kind durch das Becken. Dabei dreht es den Kopf. Zuerst wird der Kopf geboren, dann folgen Schultern und Körper. Beim ersten Kind dauert diese Phase bis zu zwei Stunden, bei weiteren Geburten manchmal nur Minuten.
Bei rund 40 von 100 Geburten reißt der Damm ein. Einen Dammschnitt gibt es heute nur noch gezielt, siehe Dammriss und Dammschnitt. Bei etwa 7 von 100 Geburten hilft eine Saugglocke oder Zange, siehe Saugglocke und Zange.
Direkt nach der Geburt
Dein Kind wird dir auf den Bauch gelegt und abgetrocknet. Meist wird die Nabelschnur innerhalb der ersten fünf Minuten abgeklemmt. Wenn du möchtest, dass später abgenabelt wird, sprich das vorher an. Nach einer, fünf und zehn Minuten wird geprüft, wie gut dein Kind den Start schafft, siehe Der Apgar-Test.
Die Nachgeburtsphase
Nach der Geburt zieht sich die Gebärmutter mit schwächeren Nachgeburtswehen zusammen. Dabei löst sich die Plazenta und wird mit den Eihäuten geboren. Die Hebamme prüft, ob sie vollständig ist. Dabei gehen meist etwa 300 Milliliter Blut verloren.
Diese Phase kann bis zu zwei Stunden dauern, wenn abgewartet wird. Wird sie aktiv unterstützt – mit einem Wehenmittel und leichtem Zug an der Nabelschnur –, ist sie meist nach etwa einer halben Stunde vorbei.
Wie lange eine Geburt insgesamt dauert
Beim ersten Kind dauert eine Geburt meist zwischen 8 und 18 Stunden, bei weiteren Kindern zwischen 5 und 12 Stunden. Öffnet sich der Muttermund in vier Stunden um weniger als zwei Zentimeter, wird meist über Unterstützung nachgedacht – etwa das Öffnen der Fruchtblase oder ein Wehenmittel.
Wie dein Kind überwacht wird
Während der Geburt werden die Herztöne deines Kindes regelmäßig kontrolliert – in der Eröffnungsphase etwa alle 15 bis 30 Minuten, jeweils mindestens eine Minute nach einer Wehe. Was du zur Geburt mitnimmst, steht in Kliniktasche packen. Wenn dich der Gedanke an die Geburt sehr belastet, lies Angst vor der Geburt.
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Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Wie verläuft eine Geburt? Stand: 13.06.2024. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de