Geburt
Kliniktasche packen: was wirklich hineingehört
Die meisten Kliniktaschen-Listen im Netz sind Einkaufslisten. Diese hier stützt sich auf die Checkliste des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit – mit dem Hinweis, was die Klinik ohnehin stellt und was du dir sparen kannst.
Wann du losfährst, egal wie weit die Tasche ist
Eine unfertige Tasche ist nie ein Grund zu warten:
- Fruchtwasser geht ab – schwallartig oder tröpfchenweise.
- Eine Blutung tritt auf.
- Regelmäßige Wehen vor dem Ende der 37. Woche.
- Starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Schmerzen im Oberbauch.
Fehlendes lässt sich nachbringen – deshalb ist die Tasche eine Beruhigung, kein Pflichtprogramm. Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis oder im Kreißsaal anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: das Minimum
- Mutterpass, Versichertenkarte, Einweisungsschein – und, falls vorhanden, Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht.
- Besonders saugfähige Binden – keine Tampons.
- Weite Kleidung für den Heimweg: etwas, das ungefähr im sechsten Monat gepasst hat.
Wann du packst
Wenn die Geburt beginnt, ist es gut, wenn schon eine vorbereitete Tasche bereitsteht. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt, sicherheitshalber alles Wichtige für ein paar Tage einzupacken – auch dann, wenn du eine ambulante Geburt oder eine Hausgeburt planst.
Der Grund ist einfach: Pläne ändern sich, und im entscheidenden Moment will niemand Schränke durchsuchen.
Unterlagen
- Mutterpass – der wichtigste Gegenstand in der Tasche. Was darin steht, erklärt Mutterpass erklärt.
- Versichertenkarte
- Einweisungsschein
- Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht, falls vorhanden
Welche weiteren Papiere die Klinik braucht, um die Geburt beim Standesamt zu melden, unterscheidet sich je nach Familiensituation und Klinik. Frag beim Vorgespräch konkret nach und leg dir diese Unterlagen separat bereit – wir listen sie hier nicht auf, weil sie nicht überall gleich sind.
Für dich
- Bequeme Kleidung, Nachthemden oder Schlafanzüge
- Bademantel oder eine Strick- beziehungsweise Sweatjacke
- Mehrere kochfeste Baumwollslips oder Wegwerfslips
- Besonders saugfähige Binden – keine Tampons
- Stilleinlagen
- Handtücher und Waschlappen
- Körperpflegeartikel
- Weite Kleidung für den Heimweg: etwas, das ungefähr im sechsten Monat gepasst hat
Der letzte Punkt überrascht viele. Der Bauch ist nach der Geburt nicht weg, und Hosen von vor der Schwangerschaft sind für die Heimfahrt die falsche Wahl.
Für die Geburt selbst
Geburten dauern oft länger als gedacht. Sinnvoll sind energiereiche Snacks wie Müsliriegel oder Obst – auch für die Begleitperson, die sonst irgendwann verschwindet, um etwas zu essen zu suchen.
Dazu, was für dich persönlich hilft: Kopfhörer, ein Ladekabel mit ausreichender Länge, ein Haargummi, Lippenpflege. Das ist keine offizielle Empfehlung, sondern Erfahrungswissen aus Kliniken – nimm es als Anregung, nicht als Vorschrift.
Für das Baby
Hier lässt sich am meisten Geld sparen: In den Kliniken werden Kleidung und Windeln für das Neugeborene gestellt, sodass nur das Nötige für den Heimweg mitgebracht werden muss. Neue Babykleidung wäschst du am besten vorher.
Für die Heimfahrt brauchst du außerdem eine Babyschale, wenn ihr mit dem Auto fahrt. Bau sie rechtzeitig ein und probier den Umgang damit einmal in Ruhe aus – nicht im Klinikparkhaus.
Was du dir sparen kannst
- Alles doppelt und dreifach. Was fehlt, kann jemand nachbringen.
- Große Vorräte an Babykleidung – siehe oben.
- Fertige Kliniktaschen-Sets, die vor allem Dinge enthalten, die du bereits hast.
Wenn du unsicher bist
Frag beim Informationsabend oder beim Vorgespräch in deiner Klinik, was dort gestellt wird – das unterscheidet sich. Deine Hebamme kennt die Häuser in der Umgebung oft gut.
Woran du erkennst, dass es losgeht, steht in Wehen erkennen und Blasensprung: was tun?. Wenn der Termin bereits vorbei ist: Errechneter Termin überschritten.
Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Checkliste „Meine Kliniktasche", Stand März 2025. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de (PDF)
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Wie verläuft eine Geburt? Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de