Geburt

Angst vor der Geburt: was hilft

Fast jede Schwangere hat irgendwann Sorgen vor der Geburt: vor Schmerzen, Kontrollverlust oder davor, dass etwas schiefgeht. Bei manchen wird die Angst so groß, dass sie den Alltag bestimmt. Es gibt Wege, mit dieser Angst umzugehen – und Menschen, die dir dabei helfen.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: eine Rundung, über der ruhige Atemwellen nach oben steigen
Illustration: Mamalotse

Wann du dir mehr Unterstützung holst

Sprich mit Hebamme oder Frauenärztin und bitte um spezialisierte Hilfe, wenn:

  • die Angst dich Tag und Nacht beschäftigt oder du kaum noch schläfst;
  • du Panikattacken hast oder Vorsorgetermine meidest;
  • eine frühere Geburt oder ein anderes belastendes Erlebnis wieder hochkommt;
  • du dich über Wochen niedergeschlagen fühlst.

Hast du Gedanken, dir etwas anzutun, ruf die 112. Rund um die Uhr erreichst du die TelefonSeelsorge rund um die Uhr, kostenlos und anonym unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Darüber sprechen – mit Hebamme, Ärztin, Partner. Das hilft vielen am meisten.
  2. Wissen nimmt Angst: Wer weiß, was bei der Geburt passiert, kann besser mitentscheiden.
  3. Bei großer Angst vermitteln Hebamme oder Ärztin an spezialisierte Hebammen oder Psychologinnen.

Woher die Angst kommt

Die Geburt ist ein Ereignis, das sich nicht genau planen lässt. Viele Frauen haben Angst vor Schmerzen, vor Eingriffen, davor, die Kontrolle zu verlieren oder allein gelassen zu werden. Manche haben eine frühere Geburt als belastend erlebt oder hören Geschichten, die verunsichern. Solche Sorgen sind verbreitet und nachvollziehbar.

Darüber sprechen

Der wichtigste Schritt ist, die Angst auszusprechen – bei deiner Hebamme oder deiner Ärztin. Sie können einordnen, was dich erwartet, und mit dir überlegen, was dir Sicherheit gibt. Viele Frauen gewinnen durch solche Gespräche Mut und Zuversicht. Auch dein Partner oder eine vertraute Person sollte wissen, was dich beschäftigt. Wie Begleitpersonen helfen können, steht in Bei der Geburt dabei sein.

Wissen, was passiert

Angst wächst oft im Unbekannten. Es hilft zu wissen, was im Körper bei der Geburt passiert, welche Empfindungen auftreten können und welche Möglichkeiten es gibt. Wer Bescheid weiß, kann besser mitentscheiden. Ein guter Einstieg:

Der Geburtsvorbereitungskurs

Im Kurs erfährst du, wie eine Geburt beginnt und verläuft, wie du mit Wehen umgehen kannst und welche Positionen helfen. Ihr übt Atmung und Entspannung und lernt andere werdende Eltern kennen. Empfohlen wird der Kurs im letzten Schwangerschaftsdrittel – melde dich früh an, siehe Geburtsvorbereitungskurs.

Entspannung und Bewegung

Überlege, was dir beim Entspannen hilft – Atemübungen, Musik, ein Spaziergang. Regelmäßige, schwangerschaftsgerechte Bewegung tut vielen gut, siehe Sport in der Schwangerschaft.

Wenn die Angst sehr groß ist

Bei sehr großer Angst können dich Hebamme oder Ärztin an spezialisierte Hebammen oder Psychologinnen weitervermitteln. Manche Kliniken haben besondere Gesprächsangebote für Frauen, die aus Angst vor einer Geburt auf natürlichem Weg über einen Kaiserschnitt nachdenken. Lass dich dort beraten – es ist deine Entscheidung, und sie sollte gut informiert fallen, siehe Kaiserschnitt.

Kostenfreie Beratung bekommst du auch bei Schwangerschaftsberatungsstellen. Steckt hinter der Angst eine anhaltende Niedergeschlagenheit, lies Depression in der Schwangerschaft. Hast du eine frühere Geburt als traumatisch erlebt, hilft Eine schwierige Geburt verarbeiten.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Wie kann ich mich auf die Geburt vorbereiten? Stand: 03.08.2026. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Das Geburtserlebnis verarbeiten. Stand: 26.02.2025. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  3. TelefonSeelsorge Deutschland: Kontakt. Abgerufen am 16.10.2026. telefonseelsorge.de