Geburt

Geburtsvorbereitungskurs: was bringt er?

Für gesetzlich Versicherte sind 14 Stunden in der Gruppe abgedeckt. Der häufigste Fehler ist nicht die Kurswahl, sondern der Zeitpunkt der Anmeldung.

Von Danny · Geprüft am 15.10.2026 · Quellen: Behörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 4 Minuten
  • Geprüft 15.10.2026
Schematische Darstellung: zwei Kreise mit einer Verbindungslinie
Illustration: Mamalotse

Wann du nicht auf den Kurs wartest

Ruf sofort bei Hebamme, Praxis oder Klinik an, wenn:

  • Fruchtwasser abgeht oder du blutest;
  • du vorzeitige Wehen vermutest;
  • du deutlich weniger Kindsbewegungen spürst;
  • du starke Ängste vor der Geburt hast, die dich im Alltag belasten – dafür gibt es spezialisierte Hebammen und psychologische Hilfe.

Ein Kurs ersetzt keine Betreuung. Bei Kreislaufproblemen oder starken Schmerzen sofort 112; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. 14 Stunden in der Gruppe werden für gesetzlich Versicherte erstattet.
  2. Früh anmelden – Kurse sind oft Monate im Voraus ausgebucht.
  3. Besucht wird er im letzten Drittel, nicht früher.

Was im Kurs passiert

Behandelt werden der Geburtsbeginn und verschiedene Geburtsverläufe, der Umgang mit Wehen, Möglichkeiten der Schmerzlinderung, Geburtspositionen, Atem- und Entspannungstechniken, medizinische Maßnahmen bei abweichendem Verlauf und die Rolle der Begleitperson. Oft kommen die ersten Wochen nach der Geburt dazu, Bindung und Stillen.

Der Kurs ersetzt keine eigene Hebamme für die Nachsorge. Wie du eine findest, steht in Hebamme finden: wann und wie.

Wer zahlt

Für gesetzlich Versicherte werden 14 Stunden in der Gruppe erstattet. Die Gebühr für eine Begleitperson wird heute häufig übernommen – das klärst du vorher mit deiner Krankenkasse, weil es sich unterscheidet. Für Privatversicherte gelten eigene Bedingungen.

Nicht erstattet werden Zusatzangebote wie Yoga, Achtsamkeit oder Hypnose. Doulas ersetzen keine Hebamme, und ihre Kosten übernehmen die Kassen in Deutschland nicht.

Wann du dich anmeldest

Besucht wird der Kurs im letzten Schwangerschaftsdrittel. Anmelden solltest du dich deutlich früher – in vielen Regionen sind die Kurse Monate im Voraus belegt. Das ist derselbe Engpass wie bei der Hebammensuche, und er trifft dieselben Leute.

Welche Form passt

Es gibt wöchentliche Kurse mit mehr Austausch und Übungszeit und Wochenendkurse, die sich leichter in den Job schieben lassen. Dazu kommen digitale Angebote mit Videos oder Live-Streams sowie Spezialkurse, etwa für Mehrlinge, für Mehrfachmütter oder für Alleinerziehende.

Kurse sind meist Paarkurse. Statt des Partners kann auch eine Freundin oder eine andere Begleitperson mitkommen; du kannst auch allein teilnehmen. Wer wegen besonderer Umstände keinen Kurs besuchen kann, etwa wegen eines Klinikaufenthalts, kann Einzeltermine bei einer Hebamme nutzen.

Anbieter sind Kliniken mit Elternschulen, Hebammenpraxen, Geburtshäuser und Familienbildungsstätten. Auch die Frauenarztpraxis kennt die Angebote vor Ort.

Deine Wünsche für die Geburt

Überleg dir, was dir wichtig ist – zu Schmerzlinderung, PDA, Einleitung oder Kaiserschnitt – und teile es mit deiner Begleitperson. Im Anmeldegespräch in der Klinik lassen sich diese Wünsche besprechen und schriftlich festhalten.

Gleichzeitig gilt: Eine Geburt lässt sich nicht vollständig planen. Hintergründe zu den Verläufen stehen in Kaiserschnitt und Geburt einleiten.

Was sonst vorbereitet

  • Bewegung: schwangerengerechter Sport, so lange es geht. Mehr dazu in Sport in der Schwangerschaft.
  • Beckenboden: regelmäßiges Training schützt vor Inkontinenz in und nach der Schwangerschaft.
  • Dammmassage: ab etwa vier bis sechs Wochen vor der Geburt, besonders beim ersten Kind. Sie senkt das Risiko für Dammriss oder Dammschnitt – mehr in Dammriss und Dammschnitt.

Ohne belegten Nutzen sind dagegen Dilatatoren und Himbeerblättertee zur Vermeidung von Geburtsverletzungen.

Das Organisatorische

Neben dem Kurs stehen Ausstattung, Wohnung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und einiges an Behördlichem an. Den Fahrplan dafür findest du in Vor der Geburt organisieren, und was in die Tasche gehört, in Checkliste Kliniktasche.

Welche Verfahren wo verfügbar sind, hängt am Geburtsort. Die Unterschiede stehen in Klinik, Geburtshaus oder Hausgeburt?.

Wenn du unsicher bist

Wenn dich Ängste vor der Geburt stark belasten, ist das ein eigenes Thema und kein Zeichen von Schwäche. Sprich es bei deiner Hebamme oder in der Praxis an – es gibt dafür spezialisierte Angebote.

Ein Thema, das viele Kurse ansprechen: Dammmassage: ab wann und wie.

Für deine Begleitperson: Bei der Geburt dabei sein: Tipps für Partner.

Wie eine Geburt abläuft, erklärt Ablauf der Geburt. Wenn dir vor der Geburt bange ist, lies Angst vor der Geburt.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Wie kann ich mich auf die Geburt vorbereiten? Stand: 03.08.2026. Abgerufen am 15.10.2026. familienplanung.de
  2. GKV-Spitzenverband: Vertrag über die Versorgung mit Hebammenhilfe nach § 134a SGB V. Abgerufen am 15.10.2026. gkv-spitzenverband.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 15.10.2026. 116117.de