Schwangerschaft

Dammmassage: ab wann und wie

Viele Schwangere fragen sich, ob sie etwas gegen einen Dammriss tun können. Eine Methode mit belegter Wirkung ist die Dammmassage in den letzten Wochen vor der Geburt. Sie ist kein Muss und keine Garantie – aber sie kann das Gewebe dehnbarer machen.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: ein Beckenring mit markierter vorderer Verbindung
Illustration: Mamalotse

Wann du erst nachfragst

Frag deine Hebamme oder Frauenärztin, bevor du anfängst oder weitermachst, wenn:

  • du Blutungen aus der Scheide hast;
  • du Juckreiz, Brennen oder auffälligen Ausfluss bemerkst;
  • du vorzeitige Wehen hast oder Fruchtwasser abgeht;
  • die Massage wehtut statt nur zu dehnen.

Bei Blutungen oder Fruchtwasserabgang meldest du dich sofort in der Klinik. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Ab etwa vier bis sechs Wochen vor der Geburt, regelmäßig, am besten mit einem Hautöl.
  2. Am meisten bringt sie beim ersten Kind: Sie senkt das Risiko für einen Dammriss, der genäht werden muss, und für einen Dammschnitt.
  3. Freiwillig: Wenn es dir unangenehm ist, lässt du es. Eine Garantie gibt es nicht.

Was die Dammmassage bewirken kann

Der Damm ist das Gewebe zwischen Scheideneingang und After. Bei der Geburt dehnt er sich stark. Eine regelmäßige Massage in den letzten Wochen kann die Dehnfähigkeit dieses Gewebes verbessern. Das senkt das Risiko für einen Dammriss, der genäht werden muss, und für einen Dammschnitt. Das gilt vor allem für Frauen, die ihr erstes Kind bekommen.

Ein Dammriss lässt sich damit nicht sicher verhindern. Ob es bei der Geburt zu einer Verletzung kommt, hängt von vielen Dingen ab, etwa der Größe und Lage des Kindes und davon, wie schnell die Geburt verläuft. Was bei einem Riss oder Schnitt passiert und wie er heilt, steht in Dammriss und Dammschnitt.

Ab wann und wie oft

Empfohlen wird, etwa vier bis sechs Wochen vor dem errechneten Termin zu beginnen und die Massage dann regelmäßig zu machen. Eine feste Zahl an Minuten oder Tagen pro Woche nennt die Behördenquelle nicht. Lass dir von deiner Hebamme zeigen, wie oft und wie lange es für dich passt – viele besprechen das auch im Geburtsvorbereitungskurs.

Worauf du achtest

Die Technik lässt du dir am besten von deiner Hebamme zeigen – sie kann dir auch sagen, ob in deiner Situation etwas dagegen spricht. Ein paar Grundregeln gelten immer:

  • Saubere Hände und kurze Fingernägel.
  • Eine bequeme, entspannte Position. Ein Spiegel hilft am Anfang, die Stelle zu finden.
  • Ein Hautöl macht die Massage angenehmer.
  • Ein leichtes Dehnungsgefühl ist in Ordnung. Schmerz ist es nicht – dann nimmst du weniger Druck oder hörst auf.

Wenn es dir leichter fällt, kann auch dein Partner die Massage übernehmen. Sprecht vorher ab, was angenehm ist.

Was nicht belegt ist

Für Dehnungshilfen wie aufblasbare Dilatatoren gibt es keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege. Auch Himbeerblättertee hat keinen nachgewiesenen Nutzen gegen Geburtsverletzungen. Lass dich nicht verunsichern, wenn solche Produkte als „Muss“ beworben werden.

Andere Wege, dich auf die Geburt vorzubereiten

Die Dammmassage ist ein Baustein unter vielen. Wie du den Beckenboden nach der Geburt wieder stärkst, steht in Beckenboden nach der Geburt. Was du vorab organisieren kannst, findest du in Vor der Geburt organisieren.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Wie kann ich mich auf die Geburt vorbereiten? Stand: 03.08.2026. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Lexikon: Dammschutz. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de