Geburt

Saugglocke und Zange: wann und wie

Manchmal braucht ein Baby in der letzten Phase der Geburt Hilfe, um auf die Welt zu kommen. Dann kann die Ärztin eine Saugglocke einsetzen, selten eine Zange. Das kommt bei etwa 7 von 100 Geburten vor. Wer vorher weiß, warum und wie, erlebt den Moment oft weniger beängstigend.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: eine kleine runde Kappe mit Griff über einer Rundung
Illustration: Mamalotse

Nach der Geburt: wann du dich meldest

Sprich deine Hebamme oder die Klinik an, wenn:

  • die Naht am Damm stark schmerzt, rot oder geschwollen ist oder übel riecht;
  • du Fieber bekommst;
  • du ungewollt Urin oder Stuhl verlierst und es nicht besser wird;
  • die Schwellung am Kopf deines Babys größer wird oder es schlecht trinkt, sehr schläfrig oder auffällig gelb ist.

Wenn dich die Geburt nicht loslässt, siehe Eine schwierige Geburt verarbeiten. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Wann: wenn die Herztöne auf Stress hinweisen oder die Geburt in der letzten Phase nicht vorangeht.
  2. Saugglocke statt Zange: Die Zange wird heute selten benutzt, weil sie öfter zu Verletzungen führt.
  3. Beim Baby: eine kleine Schwellung und ein Abdruck am Köpfchen sind häufig.

Wann Saugglocke oder Zange eingesetzt werden

Eine Geburt wird mit Saugglocke oder Zange beendet, wenn es in der letzten Phase schneller gehen muss oder nicht mehr vorangeht. Typische Gründe sind:

  • Die Herztöne deines Kindes zeigen eine auffällige Stressreaktion.
  • Du bist nach einer langen Austreibungsphase zu erschöpft, um weiter zu pressen.
  • Das Kind rutscht nicht tiefer, obwohl der Muttermund ganz offen ist.

Fachleute sprechen von einer vaginal-operativen Geburt. Sie betrifft etwa 7 von 100 Geburten.

Die Voraussetzungen

Saugglocke oder Zange sind nur möglich, wenn der Muttermund vollständig geöffnet, die Fruchtblase geplatzt und der Kopf deines Babys schon tief im Becken ist. Vorher wird die Blase mit einem Katheter geleert. Hast du noch keine PDA, kann die Ärztin Beckenboden und Scheide örtlich betäuben. Ist das Kind noch nicht tief genug, ist eher ein Kaiserschnitt der Weg.

So läuft es mit der Saugglocke

Die Ärztin setzt eine kleine Kappe aus Silikon auf den Kopf deines Babys. Ein Unterdruck lässt sie haften. Während einer Wehe presst du, und die Ärztin zieht gleichzeitig vorsichtig mit. Sobald der Kopf geboren ist, wird die Saugglocke abgenommen; der Körper folgt ohne Hilfe.

Und die Zange?

Bei der Zange umfassen zwei löffelartige Metallblätter den Kopf des Babys. Auch hier presst du während der Wehe, während gezogen wird. Fast immer ist dabei ein Dammschnitt nötig. Weil die Zange häufiger zu Verletzungen der Mutter führt, wird sie heute nur noch selten eingesetzt.

Was es für dich bedeutet

Bei einer Geburt mit Saugglocke oder Zange kommt es häufiger zu Verletzungen am Damm. Manchmal wird ein Dammschnitt gemacht, wenn es sehr schnell gehen muss oder ein größerer Riss droht. Wie Riss und Schnitt versorgt werden und heilen, steht in Dammriss und Dammschnitt. Was du für den Beckenboden tun kannst, erklärt Beckenboden nach der Geburt.

Was es für dein Baby bedeutet

Nach einer Saugglockengeburt ist am Köpfchen oft eine kleine Schwellung mit dem Abdruck der Saugglocke zu sehen. Sie wird bei den Untersuchungen nach der Geburt angesehen, siehe Die ersten Untersuchungen nach der Geburt. Ändert sich etwas, sprich deine Hebamme oder die Kinderärztin an.

Die Gefühle danach

Eine Geburt, die plötzlich anders verläuft, kann das Gefühl hinterlassen, versagt zu haben. Das hast du nicht. Es hilft vielen, im Nachhinein zu verstehen, warum entschieden wurde, wie entschieden wurde – etwa in einem Gespräch mit der Hebamme oder dem Geburtsteam. Du hast ein Recht auf Einsicht in deinen Geburtsbericht.

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Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Wie verläuft eine Geburt? Stand: 13.06.2024. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Das Geburtserlebnis verarbeiten. Stand: 26.02.2025. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de