Schwangerschaft

Werdende Väter: Gefühle und Couvade

Vorfreude, Stolz – und manchmal Angst, Überforderung oder ein flaues Gefühl im Magen. Werdende Väter erleben die Schwangerschaft oft intensiver, als sie zeigen. Manche bekommen sogar körperliche Beschwerden. Das ist häufiger, als viele denken, und kein Zeichen von Schwäche.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: eine Rundung, über der ruhige Atemwellen nach oben steigen
Illustration: Mamalotse

Wann du dir Hilfe holst

Sprich mit deiner Hausarztpraxis oder einer Beratungsstelle, wenn du über Wochen:

  • dauerhaft gereizt, erschöpft oder freudlos bist;
  • schlecht schläfst, dich kaum konzentrieren kannst oder keinen Antrieb hast;
  • ständig Angst hast oder Panik bekommst.

In einer Krise hilft der psychiatrische Notdienst einer Klinik. Rund um die Uhr erreichst du die TelefonSeelsorge rund um die Uhr, kostenlos und anonym unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Häufig: Studien fanden bei Erstvätern bis zu 16 Prozent Ängste und bis zu 10 Prozent Depressionen.
  2. Couvade-Syndrom: körperliche Beschwerden wie Übelkeit, veränderter Appetit oder Gewichtszunahme beim werdenden Vater.
  3. Darüber reden hilft – mit Partnerin, Freunden, Hebamme, Hausarztpraxis oder Beratungsstelle.

Was Väter erleben

Studien mit Erstvätern rund um Schwangerschaft und Geburt fanden bei bis zu 16 Prozent Ängste, bei bis zu 10 Prozent Depressionen und bei bis zu 15 Prozent psychische Belastung. Risikofaktoren sind Probleme in der Partnerschaft und ein kleines soziales Netz.

Das Couvade-Syndrom

Manche werdenden Väter bekommen körperliche Beschwerden, die an eine Schwangerschaft erinnern: veränderter Appetit, Übelkeit, Gewichtszunahme. Man spricht vom Couvade-Syndrom. Auch hormonelle Veränderungen bei werdenden Vätern wurden gemessen. Gefährlich ist das nicht – aber es zeigt, wie sehr die Schwangerschaft auch Väter beschäftigt.

Was hilft

  • Darüber reden – mit deiner Partnerin, mit Freunden oder anderen Vätern.
  • Fachlicher Rat: Hebamme, Hausarztpraxis oder Schwangerschaftsberatungsstelle sind auch für Väter da.
  • Wissen: Ein Geburtsvorbereitungskurs nimmt vielen die Unsicherheit, siehe Vater werden.
  • Bei der Geburt: Du entscheidest, ob du dabei bist. Väter, die sich unter Druck gesetzt fühlen, haben mehr Stress – absagen ist in Ordnung, siehe Bei der Geburt dabei sein.

Nach der Geburt

Schlafmangel, wenig Zeit für sich und die neue Verantwortung können belasten. Etwa jeder zehnte Vater zeigt in der Schwangerschaft oder im ersten Jahr Zeichen einer Depression, siehe Depression bei Vätern. Wie du im Wochenbett Bindung aufbaust und deine Partnerin entlastest, steht in Vater im Wochenbett. Zur Partnerschaft nach der Geburt siehe Partnerschaft nach der Geburt.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Broschüre „Vater werden – Die wichtigsten Informationen im Überblick“. 2026. Abgerufen am 16.10.2026. shop.bioeg.de
  2. TelefonSeelsorge Deutschland: Kontakt. Abgerufen am 16.10.2026. telefonseelsorge.de