Wochenbett
Depression bei Vätern nach der Geburt
Über Depressionen nach der Geburt wird meist bei Müttern gesprochen. Doch auch etwa jeder zehnte Vater zeigt in der Schwangerschaft oder im ersten Jahr Zeichen einer Depression. Oft sieht sie anders aus als erwartet – eher gereizt als traurig. Sie ist behandelbar, und Hilfe zu holen ist ein Zeichen von Verantwortung.
- Lesezeit 2 Minuten
- Geprüft 16.10.2026
Wenn es dir gerade sehr schlecht geht
Hol dir sofort Hilfe, wenn du:
- Gedanken hast, dir oder anderen etwas anzutun;
- dich so verzweifelt fühlst, dass du nicht mehr weiterweißt;
- merkst, dass du beim Schreien deines Babys die Kontrolle verlieren könntest.
Ruf die 112 oder wende dich an den psychiatrischen Notdienst einer Klinik oder einen sozialpsychiatrischen Dienst. Rund um die Uhr erreichst du die TelefonSeelsorge rund um die Uhr, kostenlos und anonym unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. Wenn dich das Schreien überfordert: Baby sicher ablegen, kurz rausgehen, Hilfe holen – siehe Babys nie schütteln.
Schnell-Check: das Wesentliche
- Etwa 10 von 100 Vätern zeigen in Schwangerschaft oder erstem Jahr Zeichen einer Depression – am häufigsten im 3. bis 6. Monat.
- Typisch: anhaltende Gereiztheit, Erschöpfung, Freudlosigkeit, das Gefühl, ein schlechter Vater zu sein.
- Hilfe: Hausarztpraxis, Psychotherapie, Beratungsstellen – in der Krise der psychiatrische Notdienst.
Wie häufig sie ist
Etwa 10 von 100 Vätern zeigen während der Schwangerschaft und im ersten Jahr nach der Geburt Anzeichen einer Depression. Am höchsten ist das Risiko zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat des Kindes.
Die Anzeichen
- anhaltende Gereiztheit,
- Erschöpfung und Schlafstörungen,
- Freudlosigkeit, Antriebs- und Konzentrationsmangel,
- das Gefühl, ein schlechter Vater zu sein oder keine Bindung zum Kind aufzubauen.
Was sie auslösen kann
Schlafmangel, Sorgen, wenig Zeit für sich, die Verantwortung für ein Kind, das ganz auf einen angewiesen ist, und Konflikte, die sich schwerer lösen lassen als vorher. Probleme in der Partnerschaft und ein kleines soziales Netz erhöhen das Risiko. Ist auch die Partnerin belastet, siehe Babyblues oder Depression?.
Was hilft
- Entlastung im Alltag: Schlaf aufteilen, Hilfe von Familie und Freunden annehmen, feste Zeiten für dich.
- Darüber reden – mit deiner Partnerin, Freunden, anderen Vätern.
- Professionelle Hilfe, wenn Entlastung im Alltag nicht reicht: Die Hausarztpraxis ist eine gute erste Anlaufstelle. Für erste Gespräche in einer psychotherapeutischen Praxis brauchst du keine Überweisung.
- Frühe Hilfen unterstützen Familien mit kleinen Kindern kostenlos, siehe Frühe Hilfen.
Auch für dein Kind wichtig
Erschöpfung, Krankheit oder eine Depression können es schwer machen, eine Bindung zum Baby aufzubauen. Das ist nicht deine Schuld – und es lässt sich ändern. Wie Bindung wächst, steht in Bindung zum Baby und Vater im Wochenbett.
Weiterlesen
- BabySchütteltrauma: Babys nie schüttelnWarum Schütteln für Babys lebensgefährlich ist, was du tun kannst, wenn das Schreien dich an deine Grenzen bringt, und wo du sofort Hilfe findest.
- WochenbettBabyblues oder Wochenbettdepression?Woran du den Unterschied festmachst, ab wann Hilfe nötig ist und wo du sie bekommst – ohne Schuldzuweisung und ohne Beschönigung.
- OrganisationFrühe Hilfen: kostenlose UnterstützungWas Frühe Hilfen sind, wer sie bekommt, welche Angebote es gibt – von der Familienhebamme bis zur Alltagshilfe – und wie du sie in deiner Nähe findest.
Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Broschüre „Vater werden – Die wichtigsten Informationen im Überblick“. 2026. Abgerufen am 16.10.2026. shop.bioeg.de
- Nationales Zentrum Frühe Hilfen (BIÖG), elternsein.info: Darüber reden – das ist das Wichtigste. Abgerufen am 16.10.2026. elternsein.info
- TelefonSeelsorge Deutschland: Kontakt. Abgerufen am 16.10.2026. telefonseelsorge.de