Frühschwangerschaft

Schwangerschaftstest positiv: was jetzt?

Zwei Linien, und der Kopf ist voll. Die gute Nachricht: In den nächsten Tagen musst du fast nichts entscheiden. Wichtig sind genau drei Dinge – einen Termin ausmachen, ab jetzt auf Alkohol und Zigaretten verzichten und wissen, bei welchen Beschwerden du nicht wartest.

Von Danny · Geprüft am 20.08.2026 · Quellen: Bundesbehörden und Fachgesellschaften · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 6 Minuten
  • Geprüft 20.08.2026
Ein weißer Babybody, ein Teddy und Ultraschallbilder liegen auf einer Decke
Foto: Zenia Diamond / Pexels

Wann du sofort anrufen oder in die Klinik fahren solltest

Nicht abwarten, nicht bis zum Termin schieben – anrufen:

  • Jede Blutung in der Schwangerschaft gehört ärztlich abgeklärt. Sie kann harmlos sein, muss aber angesehen werden.
  • Plötzliche, oft einseitige starke Schmerzen im Unterbauch – besonders etwa sechs bis sieben Wochen nach der eigentlich erwarteten Periode.
  • Starke Unterbauchschmerzen zusammen mit Schwindel, Schwäche oder Kreislaufproblemen, teils mit Schmerzen in der Schulter oder Schluckauf. Das kann auf eine Eileiterschwangerschaft mit Blutung in den Bauchraum hindeuten und ist ein Notfall.

Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis oder im Kreißsaal anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: die ersten drei Schritte

  1. Termin ausmachen. In der Frauenarztpraxis oder bei einer Hebamme. Sag am Telefon, dass ein Schwangerschaftstest positiv war.
  2. Alkohol und Zigaretten weglassen. Ab sofort, nicht ab dem Termin.
  3. Den ersten Tag deiner letzten Periode notieren. Danach wird der Geburtstermin berechnet – die Frage kommt beim Termin garantiert.

Wie sicher ist ein positiver Test?

Ein positiver Test zeigt an, dass das Schwangerschaftshormon in deinem Urin nachweisbar ist. Sicherheit, dass die Schwangerschaft in der Gebärmutter liegt und sich entwickelt, gibt aber erst die Untersuchung in der Praxis. Auch eine Eileiterschwangerschaft beginnt mit ausbleibender Periode und einem positiven Test – sie betrifft nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit ungefähr ein bis zwei Prozent der Schwangerschaften und muss immer ärztlich behandelt werden.

Deshalb ist der Termin kein Formalismus, sondern der eigentliche nächste Schritt. Dringend ist er trotzdem nicht: Wenn es dir gut geht und keines der Warnzeichen oben zutrifft, ist ein Termin in den nächsten ein bis zwei Wochen üblich.

Was beim ersten Termin passiert

Die Erstuntersuchung findet in der Frauenarztpraxis oder bei einer Hebamme statt. Dort wird die Schwangerschaft bestätigt, der voraussichtliche Geburtstermin berechnet und der Mutterpass ausgestellt.

Was danach folgt, ist nicht Geschmackssache der Praxis, sondern geregelt: Welche Untersuchungen zur Vorsorge gehören und von der Krankenkasse übernommen werden, legt der Gemeinsame Bundesausschuss in der Mutterschafts-Richtlinie fest. Die Termine liegen zu Beginn der Schwangerschaft in der Regel im Abstand von vier Wochen, ab der 32. Woche alle zwei Wochen. Vorgesehen sind außerdem drei Ultraschall-Untersuchungen; die erste liegt zwischen 8+0 und 11+6 Schwangerschaftswochen.

Nimm zum Termin mit: deinen Impfpass, die Namen von Medikamenten, die du regelmäßig nimmst, und – falls vorhanden – den Mutterpass einer früheren Schwangerschaft.

Fragen, die sich beim ersten Termin lohnen

  • Welche Medikamente, die ich nehme, muss ich besprechen? (Nichts eigenmächtig absetzen.)
  • Was gilt für mich bei Folsäure und Jod?
  • Bin ich gegen Röteln geschützt?
  • Was bedeutet mein Beruf für die Schwangerschaft?

Der Mutterpass

Der Mutterpass ist eine kleine Gesundheitsakte für die Schwangerschaft. Darin stehen Basisdaten wie deine Blutgruppe und der errechnete Termin, dazu die Ergebnisse jeder Vorsorgeuntersuchung. Bei der Geburt und in einem Notfall liefert er dem medizinischen Personal in Sekunden die wichtigsten Informationen – deshalb der Rat, ihn ab jetzt immer dabeizuhaben.

Dass viele Abkürzungen darin unverständlich sind, ist normal. Frag in der Praxis nach, was ein Eintrag bedeutet, statt ihn zu googeln – für dieselbe Abkürzung findest du im Netz beides, die harmlose und die dramatische Deutung.

Wie der Geburtstermin berechnet wird

Gezählt wird ab dem ersten Tag der letzten Periode, nicht ab dem vermuteten Zeitpunkt der Befruchtung. Deshalb bist du rechnerisch schon in der fünften Woche, wenn die Periode gerade eine Woche ausbleibt. Die Schreibweise 8+3 bedeutet: acht vollendete Wochen und drei Tage.

Weicht das Alter, das im ersten Ultraschall gemessen wird, um mehr als sieben Tage vom errechneten Termin ab, wird der Termin korrigiert. Und: Nur wenige Kinder kommen genau am errechneten Tag. Die meisten werden im Zeitraum von zwei Wochen davor bis zwei Wochen danach geboren – der Termin ist ein Orientierungspunkt, kein Datum im Kalender.

Was ab jetzt wegfällt

Auf Alkohol und Zigaretten solltest du in der Schwangerschaft verzichten. Das ist die klare Empfehlung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit, und sie gilt ab dem Zeitpunkt, an dem du von der Schwangerschaft weißt.

Wenn du getrunken oder geraucht hast, bevor du es wusstest: Das lässt sich nicht rückgängig machen und ist ein häufiger Verlauf, weil eine Schwangerschaft die ersten Wochen unbemerkt bleibt. Sprich es beim ersten Termin offen an. Falls dir das Aufhören schwerfällt, ist das ebenfalls ein Thema für die Praxis oder die Hebamme.

Bei Lebensmitteln gibt es einige Einschränkungen, die tatsächlich begründet sind – und viele Halbwahrheiten, die es nicht sind. Was davon belegt ist, steht in Was darf ich in der Schwangerschaft nicht essen?

Wem du wann Bescheid sagst

Es gibt keinen Zeitpunkt, zu dem man es „muss". Viele Frauen warten die ersten Wochen ab, weil Fehlgeburten in dieser Zeit vorkommen und sie das nicht öffentlich machen wollen. Andere sagen es früh, weil sie Unterstützung brauchen. Beides ist in Ordnung.

Beim Arbeitgeber sieht es anders aus: Erst wenn er von der Schwangerschaft weiß, greifen die Schutzregeln für den Arbeitsplatz. Wenn du körperlich arbeitest, mit Chemikalien, Infektionsrisiko oder in Nachtschichten, spricht viel dafür, es früh zu tun. Was im Einzelnen gilt, sagen dir die zuständige Stelle und deine Praxis – wir geben hier keinen Rechtsrat.

Sonderfälle

Unregelmäßiger Zyklus

Wenn dein Zyklus schwankt, ist die Berechnung über die letzte Periode ungenauer. Der Ultraschall korrigiert das später. Sag beim Termin, dass dein Zyklus unregelmäßig ist.

Der Test war sehr früh positiv

Ein früher Test kann ein Ergebnis zeigen, bevor im Ultraschall etwas zu sehen ist. Ist beim ersten Ultraschall noch kein Embryo erkennbar, wird die Untersuchung einige Tage später wiederholt, statt sofort eine Aussage zu treffen. Diese Wartezeit ist unangenehm, aber sie ist kein schlechtes Zeichen an sich.

Die Schwangerschaft ist ungeplant

Wenn du unsicher bist, ob du die Schwangerschaft austragen möchtest, gibt es dafür kostenlose und vertrauliche Schwangerschaftsberatungsstellen. Die Beratung ist ergebnisoffen und unabhängig von deiner Entscheidung. Eine Suche nach Beratungsstellen in deiner Nähe bietet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit auf familienplanung.de an.

Eine Empfehlung greift schon vor der Schwangerschaft und endet mit der 12. Woche: Folsäure – ab wann und wie lange?.

Zwischen der 11. und 14. Woche steht eine Entscheidung an, die du in Ruhe treffen solltest: Ersttrimester-Screening.

Wenn du unsicher bist

Wann dein Kind rechnerisch kommt, sagt dir der Geburtsterminrechner.

Falls du noch vor dem Test stehst und dir nicht sicher bist, ob die Anzeichen für eine Schwangerschaft sprechen: Erste Anzeichen einer Schwangerschaft ordnet ein, worauf Verlass ist und worauf nicht.

Für Fragen zwischen den Terminen ist deine Frauenarztpraxis oder deine Hebamme zuständig – auch für die, die dir zu klein vorkommen. Wenn du noch keine Hebamme hast, lies Hebamme finden: wann und wie. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Was dich in den nächsten Wochen erwartet, sammeln wir im Bereich Schwangerschaft; was danach kommt, unter Geburt.

Ob es einen Zeitpunkt gibt, ab dem die Schwangerschaft „sicher“ ist, beantwortet Ab wann ist die Schwangerschaft sicher?. Wenn du rauchst, findest du Unterstützung beim Aufhören in Rauchen in der Schwangerschaft.

Wann dein Kind voraussichtlich kommt, steht in Geburtstermin berechnen. Was in den nächsten Wochen passiert, zeigt Schwangerschaft Woche für Woche.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Der Mutterpass. Stand 27.07.2026. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Eileiterschwangerschaft (Extrauterin-Gravidität). Stand 09.05.2025. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
  3. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Schwangerschaft – Übersicht (Verzicht auf Alkohol und Zigaretten). Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
  4. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de: Schwangerschaftsvorsorge (Abstände der Vorsorgetermine, Mutterschafts-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses). Abgerufen am 20.08.2026. gesund.bund.de
  5. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de