Kleinkind

Ernährung im Kleinkindalter

Ab etwa einem Jahr isst dein Kind mit am Familientisch. Spezielle Kinderlebensmittel braucht es dafür nicht. Wichtiger sind ein verlässlicher Rhythmus, eine gute Auswahl und eine entspannte Stimmung beim Essen. Wie viel dein Kind isst, darf es selbst bestimmen.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: ein Teller mit abgeteilten Bereichen und Häkchen
Illustration: Mamalotse

Wann du ärztlichen Rat holst

Sprich mit deiner Kinderarztpraxis, wenn dein Kind:

  • über längere Zeit sehr wenig isst, abnimmt oder nicht mehr wächst;
  • beim Essen häufig würgt, erbricht oder Essen dauerhaft verweigert;
  • nach bestimmten Lebensmitteln Ausschlag, Schwellungen oder Bauchschmerzen bekommt.

Hat sich dein Kind verschluckt und kann nicht mehr husten, atmen oder schreien: 112, siehe Kind hat sich verschluckt. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Rhythmus: drei Hauptmahlzeiten – eine warm, zwei kalt – und mindestens zwei Zwischenmahlzeiten.
  2. Reichlich: Wasser, Gemüse, Obst, Getreide, Kartoffeln. Mäßig: Fleisch, Fisch, Eier. Sparsam: Süßes, Fettiges, Salz.
  3. Kein Druck: keine Belohnung, keine Strafe, keine Tricks.

Der Tagesrhythmus

Eine gute Struktur besteht aus einer warmen und zwei kalten Hauptmahlzeiten sowie mindestens zwei Zwischenmahlzeiten. Zwischen den Mahlzeiten sollten etwa zwei bis drei Stunden Pause liegen. In diesen Pausen gibt es am besten nichts zu knabbern, keine süßen Getränke und keine Milch.

  • Warme Mahlzeit, meist mittags, gern auch abends: Kartoffeln, Naturreis oder Vollkornnudeln mit Gemüse. Zwei- bis dreimal pro Woche eine kleine Portion mageres Fleisch oder nicht panierter Fisch. Vegetarisch zum Beispiel mit Hülsenfrüchten oder Getreide.
  • Kalte Mahlzeiten wie Frühstück und Abendessen: ungesüßtes Müsli mit Milch oder Joghurt und Obst oder Vollkornbrot mit Käse, magerer Wurst oder vegetarischem Aufstrich – dazu Obst- oder Gemüsestücke.
  • Zwischenmahlzeiten: kleine Portionen Brot, Müsli mit Milch oder Joghurt, Obst oder Rohkost.

Gesüßte Frühstücksflocken können viel Zucker enthalten – laut kindergesundheit-info.de teils bis zu 40 Prozent. Ab und zu Kuchen oder ein paar Süßigkeiten sind in Ordnung; danach Zähne putzen. Mehr dazu in Süßes beim Kleinkind.

Reichlich, mäßig, sparsam

  • Reichlich: Wasser oder andere ungesüßte Getränke sowie pflanzliche Lebensmittel – Gemüse, Obst, Getreide und Vollkorn, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Nüsse als fein gemahlenes Nussmus.
  • Mäßig: Fleisch, Wurst, Fisch und Eier. Milch und Milchprodukte wie Käse, Quark und Joghurt gibt es aber täglich. Fettreicher Seefisch wie Hering oder Lachs gehört regelmäßig dazu.
  • Sparsam: Zucker, Süßigkeiten, Knabberkram und sehr fettige Lebensmittel wie Schokoaufstrich oder Chips. Salz sparsam und als Jodsalz verwenden.

Zum Kochen eignen sich Pflanzenöle wie Raps- oder Leinöl. Quetschbeutel sind oft energie- und zuckerreich und machen es schwerer, das Kauen fester Nahrung zu lernen. Was ins Glas gehört, steht in Kuhmilch und Getränke.

Vorsicht, Erstickungsgefahr

Kleine, runde und harte Lebensmittel können in die Luftröhre geraten. Meide bei kleinen Kindern:

  • Nüsse, Mandeln, Kerne, Beeren, Hülsenfrüchte und andere harte Stücke in Erdnussgröße,
  • rohes Wurzelgemüse, ganze Weintrauben, Fisch mit Gräten, Fleischstücke,
  • Bubble-Tea-Perlen, Bonbons und Kaugummi.

Wie viel?

Wie viel ein Kind isst, hängt von Alter, Größe, Bewegung, Gesundheit und Tagesform ab. Fang mit einer kleinen Portion an – dein Kind kann nachnehmen, bis es satt ist. Es ist normal, dass die Mengen von Tag zu Tag schwanken. Aussagekräftiger ist der Durchschnitt über eine Woche.

Entspannt am Tisch

  • Esst so oft wie möglich gemeinsam – Kinder probieren gern, was die Großen essen.
  • Nehmt euch Zeit, schaltet Bildschirme aus, Spielzeug und Bücher bleiben vom Tisch.
  • Ermutige dein Kind ein- bis zweimal zum Probieren. Lehnt es trotzdem ab oder hört früher auf, akzeptiere das.
  • Keine Belohnungen, keine Strafen, kein Druck und keine Tricks.

Isst dein Kind gerade sehr wenig oder sehr wählerisch, hilft Kleinkind isst nicht. Wie der Übergang vom Brei gelingt, steht in Fingerfood und Familienkost.

Was später in die Brotdose für Kita und Schule gehört, zeigt Pausenbrot für die Schule.

Wie gesunde Ernährung im Grundschulalter aussieht, steht in Gesunde Ernährung für Schulkinder.

Wenn du dir Sorgen ums Gewicht deines Kindes machst, lies Übergewicht beim Kind.

Worauf du bei vegetarischer Ernährung für Kinder achten solltest, steht in Vegetarische Ernährung für Kinder.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Regelmäßige Mahlzeiten. Stand: 31.10.2025. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Gesunde Kinderernährung. Stand: 31.10.2025. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de