Baby

Fingerfood und Familienkost fürs Baby

Irgendwann greift dein Baby nach deinem Teller. Gegen Ende des ersten Lebensjahres darf es nach und nach mitessen. Dabei kommt es auf die richtigen Stücke an: weich genug zum Zerdrücken, nicht rund und hart – damit nichts in die Luftröhre gerät.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde und Netzwerk · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: ein Teller mit abgeteilten Bereichen und Häkchen
Illustration: Mamalotse

Notfall: Verschlucken

Ruf sofort die 112, wenn dein Kind:

  • sich verschluckt hat und nicht mehr husten, schreien oder atmen kann;
  • blau anläuft oder bewusstlos wird.

Kräftiges Husten ist gut – lass dein Kind husten. Was du in den Minuten bis zum Eintreffen der Hilfe tun kannst, steht in Kind hat sich verschluckt.

Sprich mit deiner Kinderarztpraxis, wenn dein Kind:

  • häufig würgt, feste Stücke dauerhaft verweigert oder nicht zunimmt.

Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Ab etwa dem 10. Monat kann dein Kind nach und nach am Familienessen teilnehmen.
  2. Gut: Brotwürfel, gekochte Gemüse- und Kartoffelstücke, weiche Obststücke.
  3. Tabu: alle Nüsse, harte rohe Karotten- und Apfelstücke, ganze Weintrauben und Oliven.

Wann es losgeht

Mit acht bis neun Monaten schauen viele Babys beim Essen genau zu und greifen nach dem Essen der Großen. Ab etwa dem zehnten Monat kann dein Kind nach und nach zur normalen Familienkost übergehen. Die meisten haben dann die ersten Zähne und können festere Nahrung kauen. Gegen Ende des ersten Jahres vertragen die meisten Kinder fast alles. Kinder, die noch Brei essen, bekommen nach und nach gröbere Stücke untergemischt.

Geeignetes Fingerfood

Gut sind Lebensmittel, die mit Speichel schnell weich werden:

  • Brotwürfel, Zwieback, Dinkelstangen,
  • gekochte Gemüse- und Kartoffelstücke,
  • kleine Bananenstücke,
  • geschälte Birnen- oder Pfirsichstücke.

Kinder essen lieber, wenn sie selbst greifen, halten und kauen dürfen. Dass dabei Essen auf dem Boden landet, gehört zum Ausprobieren – das ist kein Trotz.

Was wegen Erstickungsgefahr tabu ist

  • alle Nüsse,
  • harte, rohe Karottenstücke und ungeschälte Apfelstücke,
  • glatte, runde Lebensmittel wie ganze Weintrauben und Oliven.

Lass dein Kind beim Essen immer sitzen und bleib dabei. Was im Notfall zu tun ist, steht in Kind hat sich verschluckt. Gesüßte Babykekse sind keine gute Wahl.

Was roh tabu bleibt

Rohe tierische Lebensmittel sind für kleine Kinder nicht geeignet: Rohmilchprodukte, rohes Fleisch wie Hackfleisch oder Mett, Rohwurst wie Salami oder Teewurst, roher Fisch und Meeresfrüchte wie Sushi sowie rohe Eier und Speisen damit, etwa selbst gemachte Mayonnaise.

Fünf Mahlzeiten am Tag

Aus den vier Milch- und Breimahlzeiten werden nach und nach fünf: drei Hauptmahlzeiten – Frühstück, Mittag- und Abendessen – und zwei Zwischenmahlzeiten am Vormittag und Nachmittag. Zum Frühstück und Abendessen passt Brot, am besten fein gemahlenes Vollkornbrot, dünn bestrichen und in kleine Stücke geschnitten.

Nimm die Portion deines Kindes ab, bevor du das Familienessen mit Zucker, Salz oder Gewürzen abschmeckst. Ein wenig Jodsalz ist unbedenklich. Hülsenfrüchte und Kohl sind anfangs eher sparsam einzusetzen, weil sie blähen können.

Trinken

Neben den Getränken zu den Mahlzeiten sollte dein Kind mindestens einen Becher am Tag trinken – am besten Leitungs- oder Mineralwasser oder ungesüßten Kräuter- oder Früchtetee. Kuhmilch gibt es ab Ende des ersten Jahres aus Becher oder Tasse, siehe Kuhmilch und Getränke.

Und Baby-led Weaning?

Beim Baby-led Weaning bekommen Babys von Anfang an Fingerfood statt Brei. Das Netzwerk Gesund ins Leben sieht dafür bisher zu wenig Nachweise zu Sicherheit und Nährstoffversorgung und empfiehlt weiterhin, schrittweise mit Brei zu beginnen, siehe Beikost starten und Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei. Isst dein Kind schlecht, hilft Kleinkind isst nicht.

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Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Essen wie die Großen – Familienkost. Stand: 30.11.2025. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
  2. Netzwerk Gesund ins Leben (BZfE): Handlungsempfehlungen – Abfolge und Auswahl der Beikost. Stand: 19.08.2016, teilaktualisiert 2024. Abgerufen am 16.10.2026. gesund-ins-leben.de
  3. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Beikost-Einführung. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
  4. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de