Stillen
Zufüttern beim Stillen: wann und wie
Der Gedanke, die Milch könnte nicht reichen, ist einer der häufigsten Gründe, warum Mütter zufüttern oder früh abstillen. Tatsächlich zu wenig Milch haben nur sehr wenige Frauen. Manchmal ist Zufüttern aber medizinisch sinnvoll. Dann kommt es darauf an, es so zu machen, dass das Stillen weiter möglich bleibt – wenn du das möchtest.
- Lesezeit 3 Minuten
- Geprüft 16.10.2026
Wann du nicht abwartest
Melde dich am selben Tag bei Hebamme oder Kinderarztpraxis, wenn dein Baby:
- ab dem vierten Lebenstag weniger als fünf nasse Windeln hat oder dunklen Urin;
- matt, sehr schläfrig oder schlapp wirkt;
- nach zehn Tagen sein Geburtsgewicht noch nicht wieder erreicht hat;
- auffällig gelb ist oder kaum trinkt.
Ein schlaffes, kaum ansprechbares Baby braucht sofort Hilfe: 112. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.
Schnell-Check: das Wesentliche
- Erst prüfen lassen: Anlegen und Saugen von Hebamme oder Stillberaterin ansehen lassen.
- Wenn nötig: Zugefüttert wird mit Säuglingsanfangsnahrung – nicht mit Kuhmilch oder Pflanzendrinks.
- Milchbildung erhalten: Beim Zufüttern weiter anlegen oder abpumpen.
Erst die Sorge prüfen
Nach Einschätzung von Fachleuten haben nur sehr wenige Mütter tatsächlich zu wenig Milch. Viel häufiger ist die Sorge, dass es nicht reicht. Ein Baby, das oft trinken will, abends unruhig ist oder viel weint, hat nicht unbedingt Hunger. Auch Clusterfeeding ist normal und kein Zeichen von Milchmangel.
Bevor du zufütterst, lass dir deshalb das Anlegen und das Saugen deines Babys von einer Hebamme oder Stillberaterin ansehen. Oft hilft schon eine andere Position oder häufigeres Anlegen. Woran du erkennst, ob dein Baby genug bekommt, steht in Zu wenig Milch?.
Wann Zufüttern nötig sein kann
Wenn dein Baby trotz guter Unterstützung nicht ausreichend zunimmt, zu wenige nasse Windeln hat oder die Ärztin aus einem anderen Grund dazu rät, kann Zufüttern sinnvoll sein. Diese Entscheidung triffst du am besten gemeinsam mit Hebamme oder Kinderärztin. Sie kontrollieren Gewicht, Länge und Kopfumfang deines Babys.
Ein gesundes Baby, das gut gedeiht, musst du nicht vor und nach jeder Mahlzeit wiegen. Solche Wiegeproben verunsichern oft mehr, als sie helfen.
Womit zugefüttert wird
Infrage kommt Säuglingsanfangsnahrung. Kuhmilch, Pflanzendrinks oder selbst gemischte Milch sind für Babys nicht geeignet, siehe Kuhmilch und Getränke. Wie du Flaschennahrung sicher zubereitest, steht in Fläschchen zubereiten.
Für das Zufüttern gibt es verschiedene Wege – neben der Flasche zum Beispiel Becher, Löffel oder ein Brusternährungsset, bei dem dein Baby an der Brust zusätzliche Milch über einen dünnen Schlauch bekommt. Welcher Weg zu euch passt, zeigt dir deine Hebamme oder Stillberaterin.
Die Milchbildung erhalten
Die Milchbildung richtet sich danach, wie oft und wie viel Milch aus der Brust entnommen wird. Trinkt dein Baby durch das Zufüttern weniger an der Brust, wird auch weniger Milch gebildet. Wenn du weiterstillen möchtest:
- leg dein Baby weiter häufig an, in den ersten Wochen meist 8- bis 12-mal in 24 Stunden,
- lass es an beiden Brüsten trinken,
- pumpe ab, wenn es weniger an der Brust trinkt, siehe Stillkissen und Milchpumpe.
So kann die Menge der Zufütterung oft mit der Zeit wieder sinken.
Unterstützung
Hilfe bekommst du bei deiner Hebamme, bei qualifizierten Stillberaterinnen, bei Stillgruppen sowie in der Frauen- oder Kinderarztpraxis. Und wenn du dich entscheidest, ganz auf die Flasche umzusteigen, ist das deine Entscheidung. Dein Baby wird auch so gut versorgt, siehe Stillen oder Flasche und Abstillen.
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Quellen
- Netzwerk Gesund ins Leben, gesund-ins-leben.de: Wie lässt sich der Sorge um zu wenig Milch begegnen? Stand: 04.07.2024. Abgerufen am 16.10.2026. gesund-ins-leben.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Probleme beim Stillen. Stand: 30.11.2025. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de