Ausstattung

Stillkissen und Milchpumpe: braucht man das?

Beides steht auf jeder Erstausstattungsliste, und beides braucht nicht jede Frau. Die ehrliche Antwort lautet in beiden Fällen: Warte ab, bis du weißt, ob du es brauchst – kaufen kannst du danach immer noch.

Von Danny · Geprüft am 20.08.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 20.08.2026
Eine leere Babyflasche mit Sauger steht auf dem Tablett eines Hochstuhls
Foto: Burst / Pexels

Wann du dir Unterstützung holst statt Zubehör

Wenn du an eine Pumpe denkst, weil das Stillen nicht klappt, geht es um die Ursache:

  • Wunde oder blutende Brustwarzen oder anhaltende Schmerzen nach der ersten Stillwoche.
  • Harte, gerötete, schmerzende Brust oder Fieber ab 38 Grad.
  • Sorge, dass dein Baby nicht genug trinkt – das gehört in die Beratung, nicht in einen Zubehörkauf.
  • Wenn dein Kind zu früh geboren wurde oder gesundheitlich empfindlich ist, gelten für abgepumpte Milch strengere Vorgaben.

Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: die Entscheidung

  1. Stillkissen: nützlich, aber ersetzbar – ein zusammengerolltes Handtuch tut es zu Beginn auch.
  2. Milchpumpe: erst kaufen, wenn klar ist, dass du regelmäßig abpumpen willst.
  3. Vorher fragen: Elektrische Pumpen lassen sich in Apotheken ausleihen; bei medizinischem Bedarf verordnet sie die Praxis.

Das Stillkissen

Ein Stillkissen entlastet Arme und Rücken, indem es das Kind auf Brusthöhe bringt. Das ist besonders in den ersten Wochen angenehm, wenn Stillmahlzeiten lang sind und du oft sitzt – und nach einem Kaiserschnitt, weil es die Bauchdecke entlastet.

Nötig ist es nicht. Viele Frauen stillen ohne, und ein festes Kissen oder ein zusammengerolltes Handtuch erfüllt denselben Zweck. Wenn du eins möchtest: Es sollte fest genug sein, dass es unter dem Gewicht nicht zusammensackt.

Ein Hinweis zur Sicherheit: Ein Stillkissen ist kein Schlafplatz und gehört nicht ins Kinderbett. Für die Schlafumgebung gilt weiterhin, dass weniger besser ist – keine Kissen, keine Nestchen, keine Polster.

Die Milchpumpe

Eine Pumpe ist sinnvoll, wenn du regelmäßig abpumpen möchtest – etwa für den Wiedereinstieg in den Beruf, für die Betreuung außer Haus oder um dir Freiräume zu schaffen. Wie das hygienisch abläuft und wie lange abgepumpte Milch hält, steht in Muttermilch abpumpen und aufbewahren.

Vor dem Kauf lohnen sich zwei Fragen:

  • Brauchst du sie regelmäßig oder gelegentlich? Für den seltenen Fall reicht oft eine einfache Handpumpe.
  • Gibt es einen medizinischen Grund? Dann kann eine elektrische Pumpe ärztlich verordnet werden. Frag in der Praxis oder bei deiner Hebamme, bevor du kaufst – und frag nach Leihgeräten in der Apotheke.

Was eine Pumpe nicht ist

Milchpumpen sind Medizinprodukte. Wir machen deshalb keine Aussagen darüber, was ein bestimmtes Gerät bewirkt – weder zur Milchbildung noch zur Behandlung von Stillproblemen.

Und der Punkt, der praktisch am meisten zählt: Wenn das Stillen nicht klappt, ist eine Pumpe selten die Lösung des Problems. Bei Milchstau oder wunden Brustwarzen geht es um Anlegen, Technik und Rhythmus – dafür ist eine Stillberatung wirksamer als jedes Gerät. Viele Frauen kaufen eine Pumpe, weil sie sich nicht trauen, Hilfe zu holen.

Beim Wiedereinstieg in den Job zählt das Abpumpen als Stillzeit. Was dir zusteht, steht in Stillen und Arbeiten.

Wenn du unsicher bist

Deine Hebamme oder eine zertifizierte Stillberaterin (IBCLC) kann einschätzen, ob und welches Gerät für dich sinnvoll ist – und ob es überhaupt darum geht. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Was sonst für die erste Zeit gebraucht wird, steht in Erstausstattung Baby.

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Quellen

  1. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de: Hygiene rund um die Muttermilch. Abgerufen am 20.08.2026. kindergesundheit-info.de
  2. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de: Dem Plötzlichen Kindstod vorbeugen. Abgerufen am 20.08.2026. kindergesundheit-info.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de