Ausstattung
Erstausstattung Baby: was du wirklich brauchst
Die meisten Erstausstattungslisten sind Verkaufslisten. Diese hier ist bewusst kurz: Sie enthält, was in den ersten Wochen wirklich gebraucht wird, und sagt dazu, was du erst später oder gar nicht kaufen musst.
Wo du bei der Ausstattung nicht sparst
Bei diesen Punkten geht es nicht um Komfort, sondern um Sicherheit:
- Schlafplatz: feste Matratze, eigenes Bettchen im Elternschlafzimmer, Schlafsack statt Decke, keine Kissen, Nestchen oder Kuscheltiere.
- Wickelplatz: stabil, mit hohen Seitenrändern – oder gleich auf dem Fußboden.
- Autositz: Für die Fahrt aus der Klinik ist eine geeignete Rückhalteeinrichtung gesetzlich vorgeschrieben.
- Gebrauchtes: Bei Möbeln und Kleidung unbedenklich – bei Autositzen nur, wenn die Geschichte des Sitzes lückenlos bekannt ist.
Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis oder im Kreißsaal anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: die drei Grundsätze
- Weniger ist mehr. Für die Schlafumgebung gilt das ausdrücklich: je weniger Ausstattung, desto besser.
- Erst kaufen, wenn absehbar ist, dass du es brauchst. Vieles klärt sich in den ersten Wochen von selbst.
- Geschenke abwarten. Doppelte Sachen sind der häufigste Fehlkauf.
Für den Schlafplatz
Hier folgt die Liste nicht dem Geschmack, sondern den Empfehlungen zur Vorbeugung des Plötzlichen Kindstodes: ein eigenes Bettchen im Elternschlafzimmer, eine feste Matratze, ein Schlafsack. Was die Ausstattung angeht, gilt: je weniger, desto besser.
Das bedeutet konkret: keine Kissen, keine Decken bei Schlafsacknutzung, keine Nestchen, keine Felle, keine Kuscheltiere im Bett. Vieles davon wird als Set verkauft – gebraucht wird es nicht. Mehr dazu in Beistellbett oder eigenes Bettchen? und in Baby schläft nicht durch.
Für die Klinik
Was in die Kliniktasche gehört, steht in Kliniktasche packen. Der wichtigste Punkt für die Einkaufsplanung: In den Kliniken werden Kleidung und Windeln für das Neugeborene gestellt, sodass nur das Nötige für den Heimweg mitgebracht werden muss.
Das entlastet die Erstausstattung erheblich – du musst nicht für zwei Wochen Vorrat einkaufen, bevor dein Kind da ist.
Kleidung
Neugeborene wachsen schnell und werden mehrmals täglich umgezogen. Sinnvoll ist eine überschaubare Menge in Größe 56 und 62 – Bodys, Strampler, Oberteile, Söckchen, Mütze. Neue Babykleidung wäschst du am besten vor dem ersten Tragen.
Größe 50 brauchst du oft nur wenige Tage. Wenn dir jemand Kleidung leiht oder schenkt, nimm sie an: Gebrauchte Babykleidung ist praktisch immer eine gute Wahl.
Für den Wickelplatz
Windeln, Waschlappen oder Feuchttücher, eine Unterlage, Wechselkleidung in Reichweite. Mehr braucht es zu Beginn nicht.
Wichtig: Puder gehört nicht auf den Wickeltisch – ein Kind kann es einatmen und daran ersticken. Worauf du beim Wickelplatz sonst achtest, steht in Wickelplatz sicher einrichten.
Fürs Füttern
Wenn du stillen möchtest, brauchst du zunächst wenig: Stilleinlagen und bequeme Kleidung reichen. Ob eine Milchpumpe sinnvoll ist, zeigt sich meist erst nach der Geburt – dazu Stillkissen und Milchpumpe: braucht man das?
Wenn du mit der Flasche fütterst oder es offen lässt: Zwei bis drei Flaschen zu Beginn genügen. Was dein Kind verträgt und annimmt, weißt du vorher nicht.
Was warten kann
- Kinderzimmer komplett einrichten. Im ersten Jahr schläft dein Kind bei euch im Zimmer.
- Hochstuhl. Erst zum Beikoststart, also frühestens ab dem fünften Lebensmonat.
- Spielzeug. In den ersten Wochen braucht ein Baby dich, nicht Material.
- Babyphone. Solange dein Kind mit im Raum schläft, brauchst du keines. Worauf es später ankommt, steht in Babyphone: worauf achten?
- Große Anschaffungen nach Optik. Kinderwagen und Tragehilfe lassen sich besser entscheiden, wenn du weißt, wie euer Alltag aussieht.
Wenn du unsicher bist
Deine Hebamme kennt den Bedarf aus der Praxis und hat meist eine kürzere Liste im Kopf als jeder Ratgeber. Frag sie im Vorgespräch – das ist einer der praktischsten Termine überhaupt.
Wir empfehlen hier bewusst keine Marken und keine Produkte. Sobald es auf dieser Seite Kaufempfehlungen gibt, steht offen dabei, wie sie zustande kommen und womit die Seite Geld verdient – nachzulesen in den Redaktionsrichtlinien.
Quellen
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de: Dem Plötzlichen Kindstod vorbeugen. Abgerufen am 20.08.2026. kindergesundheit-info.de
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de: Die Schlafumgebung für das Baby. Abgerufen am 20.08.2026. kindergesundheit-info.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Checkliste „Meine Kliniktasche", Stand März 2025. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de (PDF)
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de: Sicherheit am Wickelplatz. Abgerufen am 20.08.2026. kindergesundheit-info.de
- Straßenverkehrs-Ordnung § 21 Abs. 1a, gesetze-im-internet.de. Abgerufen am 20.08.2026. gesetze-im-internet.de