Kleinkind

Wann mit dem Kind zum Arzt?

Abwarten oder in die Praxis? Bei kleinen Kindern ist das oft schwer zu entscheiden. Grundsätzlich gilt: Lieber einmal zu viel als zu wenig. Diese Übersicht zeigt, bei welchen Zeichen du nicht warten solltest.

Von Danny · Geprüft am 17.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 17.10.2026
Schematische Darstellung: ein Thermometer mit Skala
Illustration: Mamalotse

Sofort die 112

Ruf den Rettungsdienst unter 112, wenn dein Kind:

  • schwere Atemnot hat;
  • auffällig teilnahmslos, verwirrt oder nicht ansprechbar ist;
  • einen steifen Nacken hat – der Kopf lässt sich nicht nach vorn beugen;
  • einen Krampfanfall hat oder plötzlich zusammenbricht;
  • sich ernsthaft verletzt hat, vor allem am Kopf;
  • blass bis bläulich ist, schnell atmet, kalte Hände und Füße hat und sehr krank wirkt – das kann eine Blutvergiftung (Sepsis) sein.

Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Babys unter drei Monaten mit Fieber oder Husten gehören immer in die Praxis.
  2. Fieber länger als drei Tage oder ein Kind, das nicht trinkt: zum Arzt.
  3. Mitnehmen: Versichertenkarte, Untersuchungsheft, Impfpass.

Bei Fieber

  • bei Babys, vor allem unter drei Monaten,
  • wenn das Fieber länger als drei Tage dauert oder trotz fiebersenkender Maßnahmen nicht zurückgeht,
  • wenn Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Ausschlag dazukommen,
  • wenn dein Kind teilnahmslos bleibt, obwohl das Fieber sinkt,
  • wenn es überhaupt nicht trinkt,
  • wenn es schon einmal einen Fieberkrampf hatte.

Mehr in Fieber beim Baby und Fieberkrampf.

Bei Husten und Schnupfen

  • Kinder unter drei Monaten mit Husten,
  • starker Husten mit Erbrechen, wenn dein Kind nicht trinkt oder schwer atmet,
  • plötzlich bellender Husten – möglicher Pseudokrupp, siehe Pseudokrupp,
  • Husten oder Schnupfen, der länger als eine Woche nicht besser wird, sich verschlechtert oder mit plötzlich hohem Fieber,
  • schnelle oder angestrengte Atmung, Schmerzen beim Husten.

Siehe Husten und RS-Virus.

Bei Durchfall und Erbrechen

  • wenn dein Kind nicht trinken will,
  • trockene Lippen und Zunge, seltener als alle 8 Stunden Wasserlassen,
  • Erbrechen zusammen mit Fieber und Durchfall,
  • mehr als 4 Durchfälle in 24 Stunden bei Babys, mehr als 6 bei Kleinkindern,
  • Blut im Stuhl, bei gestillten Babys weißer Stuhl,
  • Erbrechen nach einem Sturz oder Unfall.

Siehe Durchfall und Erbrechen.

Bei Bauchschmerzen

  • akut starke Schmerzen mit Blässe, anhaltendem Schreien, angezogenen Beinen,
  • keine Besserung nach etwa einer Stunde oder wiederkehrende Anfälle,
  • dazu Durchfall, blutiger Stuhl, Fieber, Erbrechen oder Schüttelfrost,
  • eine harte, gespannte Bauchdecke.

Siehe Bauchschmerzen.

Außerdem

  • Ohrenschmerzen länger als zwei Tage, siehe Mittelohrentzündung,
  • Ausschlag – außer einem leichten Ausschlag bei einem leichten Infekt,
  • Blut im Urin oder Verdacht auf Harnwegsinfekt,
  • Kopfschmerzen nach einem Sturz, mit Schwindel oder Sehstörungen.

Gut vorbereitet

Nimm Versichertenkarte, Untersuchungsheft und Impfpass mit. Notier dir vorher, seit wann welche Beschwerden bestehen, ob dein Kind Fieber hat und ob in der Kita gerade etwas umgeht. Erklär deinem Kind, was passiert – ohne falsche Versprechen wie „Das tut gar nicht weh“ – und sag ihm, dass du dabeibleibst. Eine passende Praxis finden: Kinderarzt finden. Alle Notrufnummern: Notfall beim Kind. Die wichtigsten Warnzeichen auf einer Seite für den Kühlschrank: Warnzeichen-Karte für Baby und Kleinkind.

Wenn die Beine abends im Bett wehtun, lies Wachstumsschmerzen.

Wenn ein Kind auffällig viel trinkt und ständig zur Toilette muss, lies Diabetes Typ 1 beim Kind.

Wie du dein Kind auf einen Klinikaufenthalt vorbereitest, steht in Kind ins Krankenhaus.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Arztbesuch zwingend. Stand: 07.02.2026. Abgerufen am 17.10.2026. kindergesundheit-info.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Keine Angst vor dem Arztbesuch. Stand: 30.03.2026. Abgerufen am 17.10.2026. kindergesundheit-info.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de