Baby

Durchfall beim Baby: was tun?

Bei Säuglingen ist nicht der Durchfall selbst das Problem, sondern wie schnell sie dabei Flüssigkeit verlieren. Deshalb geht es vor allem um eine Frage: trinkt dein Kind noch?

Von Danny · Geprüft am 15.10.2026 · Quellen: Behörde, Fachverband · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 15.10.2026
Schematische Darstellung: ein geschlungener Verdauungsweg
Illustration: Mamalotse

Wann es eilt

Zeitnah in die kinderärztliche Praxis, wenn:

  • in 24 Stunden mehr als vier wässrige Stühle beim Baby oder mehr als sechs beim Kleinkind auftreten;
  • Durchfall und Erbrechen zusammenkommen, besonders mit Fieber und schlechtem Trinken;
  • Blut im Stuhl ist, heftige kolikartige Bauchschmerzen oder hohes Fieber dazukommen;
  • dein Baby jünger als drei Monate ist und 38 Grad Celsius oder mehr hat;
  • es schlechter statt besser wird.

Anzeichen von Austrocknung – dann sofort:

  • trockener Mund, Haut ohne Spannung, auffällige Blässe;
  • Schläfrigkeit, schwer zu wecken, tiefe Atmung durch den Mund;
  • deutlich weniger nasse Windeln.

Bei einem schlaffen, kaum ansprechbaren Kind sofort 112. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Weiterstillen – gestillte Babys bekommen weiter Muttermilch, öfter und in kleineren Portionen.
  2. Trinken geht vor Essen. In den ersten Stunden zählt vor allem die Flüssigkeit.
  3. Nasse Windeln zählen. Sie sind der einfachste Hinweis darauf, ob genug ankommt.

Was normal ist und was nicht

Der Stuhl gestillter Babys ist von Natur aus weich bis wässrig und gelblich – das allein ist kein Durchfall. Entscheidend ist die Veränderung: deutlich häufiger als sonst, deutlich wässriger, oft mit verändertem Geruch.

Was im Alltag normal ist, steht in Verstopfung beim Baby – dort ist die ganze Bandbreite beschrieben, vom täglichen Stuhl bis zu mehreren Tagen Pause.

Trinken: der wichtigste Teil

Gestillte Babys werden weiter gestillt, eher öfter und kürzer als seltener und lang. Bei Flaschenkindern wird die Milch in der Anfangsphase verdünnt gegeben.

Daneben kommt Flüssigkeit zum Ausgleich: In den ersten Stunden steht Trinken im Vordergrund, zum Beispiel dünner Tee, nicht wärmer als Zimmertemperatur. Weil mit dem Durchfall auch Salze verloren gehen, reicht Wasser allein nicht. Fertige Elektrolytmischungen aus der Apotheke gleichen das aus und sollten nur kurzfristig verwendet werden.

Mischungsverhältnisse und Mengen findest du hier bewusst nicht. Bei Säuglingen entscheidet die Praxis, was und wie viel – eine selbst angerührte Lösung nach Internetrezept kann mehr schaden als nützen.

Essen, sobald Appetit da ist

Wenn dein Kind wieder essen mag, passen stärkehaltige, fett- und reizarme Speisen: Zwieback, Toast, Salzstangen, Reis- oder Karottenbrei, Kartoffelpüree, Brühe mit Nudeln oder Reis.

Bei Besserung geht es schrittweise zurück zum Gewohnten, etwa über Apfel- oder Bananenbrei, Joghurt oder Quark. Unverdünnte Kuhmilch kann in dieser Phase Blähungen und Bauchschmerzen machen, weil der Darm den Milchzucker vorübergehend schlechter verarbeitet.

Weglassen solltest du blähendes Gemüse und alles Gebratene.

Was auf etwas anderes hindeutet

Immer wiederkehrende, übel riechende, fettglänzende und massige Durchfälle sind etwas anderes als ein Infekt. Dahinter kann zum Beispiel eine Zöliakie stecken. Das gehört abgeklärt, auch wenn es dem Kind sonst gut geht.

Ob dein Kind trotz allem zunimmt, lässt sich mit Gewichtsentwicklung beim Baby einordnen.

Der Unterschied zum Spucken

Spucken nach der Mahlzeit ist bei Säuglingen üblich und in aller Regel kein Grund zur Sorge. Erbrechen in Schwällen, wiederholt und unabhängig vom Trinken, ist etwas anderes. Woran du das unterscheidest, steht in Baby spuckt viel.

Hygiene im Haushalt

Magen-Darm-Infekte sind ansteckend. Gründliches Händewaschen nach jedem Wickeln und vor dem Zubereiten von Essen senkt das Risiko, dass es durch die ganze Familie läuft. Wenn die Haut im Windelbereich leidet, hilft Wunder Po beim Baby.

Wenn du unsicher bist

Bei einem Säugling mit Durchfall ist der Anruf in der Praxis nie zu früh. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Steht das Erbrechen im Vordergrund, hilft Erbrechen beim Kind bei der Einordnung.

Wie du die Familie bei Noroviren schützt, steht in Norovirus beim Kind.

Wenn Bauchweh und Durchfall immer wiederkommen, kann auch eine Zöliakie dahinterstecken, mehr in Zöliakie beim Kind.

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Quellen

  1. Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), kinderaerzte-im-netz.de: Erste Hilfe – Sofortmaßnahmen bei Durchfall. Abgerufen am 15.10.2026. kinderaerzte-im-netz.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Erbrechen von Babys und Kleinkindern (Anzeichen drohender Austrocknung). Abgerufen am 15.10.2026. kindergesundheit-info.de
  3. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Verdauung des Babys. Stand: 30.11.2025. Abgerufen am 15.10.2026. kindergesundheit-info.de
  4. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 15.10.2026. 116117.de