Kindergarten & Schule · 3–10 Jahre
Wachstumsschmerzen: was hilft, wenn die Beine nachts wehtun?
Abends im Bett fängt es an: Die Beine tun weh, dein Kind weint, am nächsten Morgen ist alles vergessen. Solche Beschwerden nennt man Wachstumsschmerzen. Sie sind unangenehm, aber harmlos – vorausgesetzt, andere Ursachen wurden ausgeschlossen.
- Lesezeit 2 Minuten
- Alter meist 3–10 Jahre
- Typisch abends und nachts, beide Beine
Wann zur Kinderärztin oder in die Klinik
Lass die Schmerzen ärztlich anschauen – Wachstumsschmerzen sind eine Diagnose, die erst nach dem Ausschluss anderer Ursachen gestellt wird. Zeitnah in die Praxis, wenn:
- die Schmerzen tagsüber oder beim Spielen auftreten;
- immer dasselbe Bein oder ein Gelenk wie Knie oder Hüfte wehtut;
- dein Kind hinkt oder ein Bein schont;
- eine Stelle geschwollen, gerötet oder warm ist;
- Fieber dazukommt oder dein Kind krank wirkt.
Nachts und am Wochenende hilft die 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: heute Abend
- Trösten und da sein – das hilft nach Einschätzung von Kinderärzten am meisten.
- Sanft massieren oder etwas Wärme oder Kühle anbieten – je nachdem, was deinem Kind guttut.
- Notieren, wann die Schmerzen auftreten und wo. Das hilft beim Arztbesuch.
Woran du Wachstumsschmerzen erkennst
Wachstumsschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden im Kindesalter. Die europäische Kinderrheumatologie nennt etwa 10 bis 20 von 100 Kindern, typischerweise zwischen drei und zehn Jahren; der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte schätzt den Anteil sogar höher. Jungen und Mädchen sind gleich häufig betroffen.
- Die Schmerzen sind ziehend, stechend oder dumpf und dauern meist 10 bis 30 Minuten, manchmal länger.
- Meist sind beide Beine betroffen, oft rund ums Knie oder am Unterschenkel, manchmal die Arme. Die Seite kann wechseln.
- Sie kommen abends oder nachts, oft wacht dein Kind davon auf – nicht tagsüber und nicht beim Toben. Nach viel Bewegung können sie stärker sein.
- Am nächsten Morgen ist dein Kind beschwerdefrei. Morgendliche Schmerzen passen nicht zum Bild. Zwischendurch kann es Tage bis Monate ohne Schmerzen geben.
Warum die Schmerzen entstehen, ist nicht gut erforscht; es gibt nur Theorien. Mit ernsten Erkrankungen hängen sie nicht zusammen, und bis zum Ende der Kindheit verschwinden sie bei fast allen Kindern von selbst.
Warum trotzdem ein Arztbesuch sinnvoll ist
Gelenkschmerzen, Entzündungen oder Verletzungen von Knochen können ähnlich beginnen. Die Kinderärztin fragt deshalb genau nach, untersucht dein Kind und veranlasst bei Bedarf weitere Untersuchungen. Passt alles zum typischen Bild, kannst du die nächsten Nächte deutlich gelassener angehen.
Was beim Einschlafen hilft
- Ernst nehmen: Die Schmerzen sind echt, auch wenn sie harmlos sind.
- Nähe geben: Halten, trösten, beruhigen.
- Massieren: sanft über Waden und Schienbein streichen.
- Ablenken: eine ruhige Geschichte, ein Hörspiel.
- Wärme oder Kälte: eine Wärmflasche oder ein gekühltes Tuch – was sich besser anfühlt.
Ob und welches Schmerzmittel bei starken Schmerzen infrage kommt, besprichst du vorher mit deiner Kinderarztpraxis.
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Quellen
- PRINTO / Paediatric Rheumatology European Society: Schmerzsyndrome des Bewegungssystems – Gutartige Gliederschmerzen (Wachstumsschmerzen). Patienteninformation, Version 2016. Abgerufen am 19.10.2026. printo.it
- AOK-Magazin: Wachstumsschmerzen bei Kindern: Experte sagt, was dagegen hilft. Mit Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, und Prof. Gerhard Binder, Universitätsklinik Tübingen. Aktualisiert am 22.08.2024. Abgerufen am 19.10.2026. aok.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Arztbesuch zwingend. Stand: 07.02.2026. Abgerufen am 18.10.2026. kindergesundheit-info.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 19.10.2026. 116117.de