Kindergarten & Schule · 3–10 Jahre

Kopfschmerzen beim Kind: Ursachen und Warnzeichen

Etwa jedes fünfte Kind im Kindergarten- und Grundschulalter klagt über Kopfschmerzen, am Ende der Grundschulzeit ist es mehr als die Hälfte. Meist stecken harmlose Auslöser dahinter: zu wenig Schlaf, Stress, ein Infekt. Einige Warnzeichen solltest du aber kennen.

Von Danny · Geprüft am 18.10.2026 · Quellen: Bundesinstitut, Leitlinie (über Bundesinstitut) · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Häufigste Form Spannungskopfschmerz
  • Erwachsenen-Mittel nie für Kinder
Illustration: Kopf im Profil mit feinen Linien
Illustration: Mamalotse

Wann zur Kinderärztin oder in die Klinik

Wähle die 112 oder fahr in die Kinderklinik, wenn dein Kind:

  • plötzlich sehr starke Kopfschmerzen hat, dazu Fieber, starke Nackenschmerzen oder Licht- und Lärmempfindlichkeit;
  • nach einem Sturz oder Stoß auf den Kopf Kopfschmerzen bekommt, dazu Schwindel oder Sehstörungen;
  • auffällig schläfrig, verwirrt oder schwer ansprechbar ist.

Zeitnah in die Praxis bei Kopfschmerzen, die immer stärker werden oder länger als drei Tage anhalten, bei Schmerzen hinter Stirn oder Wangen während eines Infekts und wenn dein Kind häufig Kopfschmerzen hat. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: jetzt gerade

  1. Ruhe: abgedunkeltes Zimmer, hinlegen, wenn möglich schlafen.
  2. Kühles Tuch auf die Stirn oder sanfte Massage von Schläfen und Nacken.
  3. Frische Luft und etwas Ruhiges zur Ablenkung, wenn es besser wird.

Welche Kopfschmerzen es gibt

Kopfschmerzen können ein Begleitsymptom sein, etwa bei Fieber oder einer Erkältung. Sie verschwinden meist, wenn die Grunderkrankung abklingt. Kopfschmerzen können aber auch eine eigene Erkrankung sein:

  • Spannungskopfschmerz ist die häufigste Form. Er hängt oft mit Stress, Ängsten und Sorgen zusammen.
  • Migräne haben bis zu fünf von hundert Kindern, mit dem Alter häufiger. Typisch sind Attacken mit Übelkeit, Erbrechen und Empfindlichkeit gegen Licht, Lärm oder Gerüche. Hat ein Elternteil Migräne, ist das Risiko höher.

Häufige Auslöser

  • Schlaf: zu wenig Schlaf, unregelmäßige Schlafens- und Essenszeiten.
  • Bildschirme: lange mit gesenktem Kopf aufs Handy oder Tablet schauen, trockene Augen.
  • Stress: Druck in der Schule, Sorgen um Noten oder Freundschaften, Ängste.
  • Umgebung: Lärm, schlechte Luft, grelles Licht, Hitze.
  • Körper: Überanstrengung, schlechte Haltung, wenig Bewegung an der frischen Luft.
  • Essen: manchmal bestimmte Lebensmittel, wenn die Schmerzen immer danach kommen.

Sprich mit deinem Kind darüber, was es vor den Kopfschmerzen gemacht hat. Oft zeigt sich ein Muster.

Vorbeugen im Alltag

  • Regelmäßig draußen bewegen, zum Beispiel Rad fahren oder schwimmen.
  • Feste Schlafens- und Essenszeiten.
  • Pausen beim Lernen und am Bildschirm.
  • Entspannung lernen: Manche Krankenkassen bieten Kurse für Kinder an oder bezuschussen sie.

Gut zu wissen

Kopfschmerzen bei Kindern sollen nach Möglichkeit ohne Medikamente behandelt werden. Kopfschmerzmittel für Erwachsene dürfen Kindern nie gegeben werden. Wenn ein Mittel nötig ist, verordnet die Kinderarztpraxis ein passendes.

Wie viel Bewegung Kindern guttut, steht in Wie viel Bewegung brauchen Kinder?. Wenn dein Kind tagsüber müde ist und nachts schnarcht, lies Kind schnarcht.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Kopfschmerzen bei Kindern – Symptom und eigenes Krankheitsbild. Seitendatum: 11.02.2026. Abgerufen am 18.10.2026. kindergesundheit-info.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Arztbesuch zwingend. Stand: 07.02.2026. Abgerufen am 18.10.2026. kindergesundheit-info.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 18.10.2026. 116117.de