Kindergarten · 1–6 Jahre

Kind schnarcht: harmlos oder Polypen?

Ein bisschen Schnarchen bei Schnupfen kennt fast jede Familie. Schnarcht dein Kind aber über Wochen, atmet es ständig durch den Mund oder hast du nachts Atempausen bemerkt, steckt oft eine vergrößerte Rachenmandel dahinter – im Volksmund „Polypen“.

Von Danny · Geprüft am 18.10.2026 · Quellen: Gesundheitsportal, Bundesinstitut · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Häufig zwischen 1 und 6 Jahren
  • Zuerst Kinderarztpraxis
Illustration: Nase im Profil mit Luftstrom
Illustration: Mamalotse

Wann zur Kinderärztin oder in die Klinik

Lass das Schnarchen in der Kinderarztpraxis abklären, wenn dein Kind:

  • nachts Atempausen hat, nach Luft schnappt oder sehr unruhig schläft;
  • auch ohne Erkältung über Wochen schnarcht oder fast immer durch den Mund atmet;
  • tagsüber auffällig müde, unkonzentriert oder ungewöhnlich zappelig ist;
  • schlechter hört, oft Ohrenschmerzen oder Mittelohrentzündungen hat.

Bei echter Atemnot, bläulichen Lippen oder wenn dein Kind schwer zu wecken ist, wähle die 112. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: heute Nacht

  1. Hinhören: Schnarcht dein Kind nur bei Schnupfen oder auch, wenn es gesund ist?
  2. Beobachten: Gibt es Pausen, in denen es nicht atmet, und danach ein Schnappen?
  3. Notieren oder kurz aufnehmen: Ein Handyvideo von ein, zwei Minuten hilft der Ärztin oft weiter.

Wann Schnarchen harmlos ist

Bei einer Erkältung ist die Nase zu, die Schleimhäute sind geschwollen – dann schnarchen viele Kinder für ein paar Nächte. Kleinkinder haben mehrere Atemwegsinfekte im Jahr, das ist normal. Hört das Schnarchen auf, wenn der Infekt vorbei ist, musst du dir in der Regel keine Sorgen machen.

Was „Polypen“ eigentlich sind

Gemeint ist die Rachenmandel hinter der Nase. Sie gehört zum Immunsystem und ist im Kindesalter groß, vor allem zwischen etwa einem und sechs Jahren. Mit zunehmendem Alter wird sie meist kleiner. Eine große Rachenmandel ist nicht automatisch eine Krankheit: Macht sie keine Beschwerden, muss sie nicht behandelt werden.

Anzeichen für eine vergrößerte Rachenmandel

  • Die Nase wirkt dauernd verstopft, der Mund steht offen.
  • Die Stimme klingt näselnd.
  • Unruhiger Schlaf mit Schnarchen und manchmal Atempausen.
  • Tagsüber müde oder auffällig unruhig, wenig Appetit, schlechte Konzentration.
  • Häufige Infekte und Mittelohrentzündungen.
  • Flüssigkeit hinter dem Trommelfell, die das Hören und damit die Sprachentwicklung beeinträchtigen kann.

Wie es weitergeht

Erste Anlaufstelle ist die Kinderarztpraxis. Sie schaut sich Nase, Rachen und Ohren an und überweist bei Bedarf in eine HNO-Praxis. Dort wird auch das Mittelohr geprüft.

Machen die Polypen deutliche Beschwerden – etwa nächtliche Atempausen, ständig verstopfte Nase, wiederholte Ohrentzündungen oder Probleme beim Sprechen –, kann eine kleine Operation sinnvoll sein. Ob das bei deinem Kind nötig ist, entscheidet die HNO-Ärztin nach der Untersuchung.

Wenn dein Kind schlecht hört, lies auch Paukenerguss beim Kind. Wenn es nachts eher wegen Ängsten wach wird, hilft Kind schläft nicht allein.

Weiterlesen

Quellen

  1. Gesundheitsportal Österreich (gesundheit.gv.at): Vergrößerte Rachenmandel („Polypen“). Fachliche Prüfung: Dr. Thomas J. Schmal. Letzte Aktualisierung: 16.03.2023. Abgerufen am 18.10.2026. gesundheit.gv.at
  2. Gesundheitsportal Österreich (gesundheit.gv.at): Paukenerguss. Letzte Aktualisierung: 27.11.2023. Abgerufen am 18.10.2026. gesundheit.gv.at
  3. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Atemwegsinfekte – häufige Erkrankungen bei Kindern. Stand: 06.05.2025. Abgerufen am 18.10.2026. kindergesundheit-info.de
  4. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Arztbesuch zwingend. Stand: 07.02.2026. Abgerufen am 18.10.2026. kindergesundheit-info.de