Kleinkind
Bauchschmerzen beim Kind: was tun?
„Bauchweh“ gehört zu den häufigsten Beschwerden bei kleinen Kindern. Meist stecken Blähungen, ein Infekt oder Verstopfung dahinter, und mit Wärme, Ruhe und Zuwendung wird es bald besser. Manchmal ist es aber etwas Ernstes. Deshalb lohnt es sich, die Warnzeichen zu kennen.
- Lesezeit 3 Minuten
- Geprüft 16.10.2026
Wann du sofort reagierst
Geh sofort in die Kinderarztpraxis oder Klinik, wenn dein Kind:
- starke Schmerzen hat, blass ist, anhaltend schreit oder weint;
- sich kaum bewegt und die Beine anzieht oder der Bauch hart und gespannt ist;
- die Schmerzen nach etwa einer Stunde nicht besser werden oder immer wiederkommen;
- dazu Fieber, Erbrechen, Durchfall, Schüttelfrost oder Blut im Stuhl hat;
- sich nicht beruhigen lässt und sehr schlapp wirkt.
Hat dein Kind womöglich etwas Giftiges geschluckt, siehe Vergiftung beim Kind. Bei einem schlaffen, kaum ansprechbaren Kind sofort 112. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: das Wesentliche
- Häufige Ursachen: Blähungen, Magen-Darm-Infekte, Verstopfung, zu viel oder zu fettes Essen – und Infekte wie Erkältungen.
- Was oft hilft: Nähe, Wärme, eine sanfte Bauchmassage im Uhrzeigersinn.
- Bei Babys vorher in der Praxis fragen, welche Hausmittel geeignet sind.
Häufige Ursachen
- Blähungen: Babys schlucken beim Trinken oft Luft. Bei Kleinkindern können ballaststoffreiche Mahlzeiten Blähungen machen.
- Magen-Darm-Infekte und verdorbene Lebensmittel, siehe Durchfall beim Baby und Erbrechen beim Kind.
- Verstopfung: Ist der Stuhl sehr fest und kommt nur etwa einmal pro Woche, klagen Kinder oft über Bauchweh und Schmerzen beim Stuhlgang, siehe Verstopfung beim Baby.
- Zu viel, zu fett, zu süß: Üppiges Essen schlägt kleinen Kindern schnell auf den Bauch.
- Andere Infekte: Auch bei Fieber oder einer Erkältung haben Kinder oft Bauchschmerzen.
Bei älteren Kindern können sich auch Ängste und Stress als Bauchschmerzen zeigen.
Seltener: ernste Ursachen
Hinter Bauchschmerzen kann auch eine Blinddarmentzündung, ein Harnwegsinfekt, eine Nierenbeckenentzündung oder eine beginnende Lungenentzündung stecken. Selten sind Vergiftungen, Würmer oder andere Erkrankungen der Grund. Deshalb stehen die Warnzeichen oben in der Box.
Bei Babys kann ein Leistenbruch, der sich einklemmt, mit Unruhe und Schreien beginnen – schau dann auch in die Leiste, siehe Leistenbruch beim Baby.
Was hilft
- Zuwendung: Kuscheln, Vorlesen oder Lieblingsmusik lenken ab und beruhigen.
- Wärme: eine warme – nicht heiße – Wärmflasche auf dem Bauch, bei größeren Kindern ein milder Tee.
- Bauchmassage: sanft im Uhrzeigersinn um den Nabel herum.
- Bei Blähungen: Babys beim Trinken öfter aufstoßen lassen. Größere Kinder in Ruhe essen und gut kauen lassen, kleinere Portionen, wenig Kohlensäure. Bewegung hilft, etwa „Radfahren“ mit den Beinen in Rückenlage.
- Bei Verstopfung: viel bewegen, genug trinken, ballaststoffreich essen.
Bei Babys klärst du vorher mit der Kinderarztpraxis, welche Hausmittel geeignet sind. Wie du Verbrühungen durch Wärmflaschen vermeidest, steht in Verbrühungen: Erste Hilfe. Bei Babys, die abends viel schreien, hilft Baby schreit viel.
Wenn die Bauchschmerzen immer wiederkommen
Hat dein Kind länger oder immer wieder Bauchschmerzen ohne erkennbaren Grund, treten sie nachts auf oder nimmt es ab, sprich das in der Praxis an. Hilfreich ist, vorher zu notieren: Wann treten die Schmerzen auf, wo zeigt dein Kind hin, hängt es mit dem Essen zusammen, wie ist der Stuhlgang?
Wenn hinter dem Bauchweh harter Stuhl steckt, hilft Verstopfung beim Kind.
Woran du eine Blinddarmentzündung erkennen kannst, steht in Blinddarmentzündung beim Kind.
Wenn Milch immer wieder Bauchweh macht, lies Laktoseintoleranz beim Kind.
Weiterlesen
- KleinkindVerdacht auf Vergiftung: was sofort zähltWarum du zuerst anrufst, was du auf keinen Fall tust und welche fünf Angaben der Giftnotruf von dir braucht.
- BabyDurchfall beim Baby: was tun?Woran du Austrocknung erkennst, wie viele wässrige Stühle zu viel sind und was dein Kind jetzt trinken und essen sollte.
- KleinkindErbrechen beim Kind: was tun?Woran du Erbrechen vom Spucken unterscheidest, wie du einer Austrocknung vorbeugst und bei welchen Zeichen dein Kind in die Praxis gehört.
Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Wenn Ihr Kind Bauchschmerzen hat. Stand: 11.02.2026. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de