Baby
Leistenbruch beim Baby
Eine kleine Beule in der Leiste, die beim Schreien größer wird und in Ruhe verschwindet – das kann ein Leistenbruch sein. Bei Babys kommt er häufig vor, vor allem bei Jungen und Frühgeborenen. Meist macht er keine Beschwerden. Er wird trotzdem operiert, weil er sich einklemmen kann.
- Lesezeit 3 Minuten
- Geprüft 16.10.2026
Notfall: Einklemmung
Fahr sofort ins Krankenhaus oder ruf die 112, wenn:
- die Beule in der Leiste hart wird und nicht mehr verschwindet;
- dein Baby plötzlich sehr unruhig ist und mehr schreit als sonst;
- es weniger trinkt oder erbricht;
- die Stelle sich rötet oder dein Baby Fieber bekommt.
Ein eingeklemmter Bruch muss umgehend operiert werden. Hast du eine Beule ohne diese Zeichen bemerkt, stellst du dein Kind zeitnah in der kinderärztlichen Praxis vor. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.
Schnell-Check: das Wesentliche
- Häufig: etwa 5 von 100 Neugeborenen, Jungen fünfmal häufiger als Mädchen.
- Typisch: eine Beule in der Leiste, oft nur beim Schreien oder Pressen sichtbar.
- Wird immer operiert – meist in den ersten Wochen bis Monaten nach der Diagnose.
Was ein Leistenbruch ist
Beim Leistenbruch schiebt sich Gewebe aus dem Bauchraum durch eine Lücke im Leistenkanal nach außen. Bei Babys liegt das meist daran, dass sich ein Kanal, der vor der Geburt offen war, nicht vollständig verschlossen hat. Etwa 5 von 100 Neugeborenen haben einen Leistenbruch. Jungen sind fünfmal so häufig betroffen wie Mädchen, Frühgeborene haben ein höheres Risiko.
Woran du ihn erkennst
- Eine weiche Beule in der Leiste, manchmal nur sichtbar, wenn dein Baby schreit oder presst.
- Häufig sind beide Seiten betroffen.
- Ist der Bruchsack größer, kann bei Jungen der Hodensack, bei Mädchen eine Schamlippe anschwellen.
Meist macht ein Leistenbruch keine Beschwerden, manchmal einen ziehenden Schmerz. Die Ärztin kann ihn in der Regel ertasten, manchmal wird zusätzlich ein Ultraschall gemacht. Mach ein Foto, wenn du die Beule siehst – in der Praxis ist sie oft gerade nicht zu sehen.
Warum operiert wird
Ein Leistenbruch verschwindet bei Kindern nicht von selbst. Er wird immer operiert, um einer Einklemmung vorzubeugen. Dabei wird Darm oder anderes Gewebe in der Lücke eingeklemmt und nicht mehr richtig durchblutet. Das ist lebensbedrohlich und muss sofort behandelt werden – deshalb stehen die Zeichen dafür oben in der Box.
Wie dringend die Operation ist, hängt vom Alter deines Kindes und vom Befund ab. Meist erfolgt sie in den ersten Wochen bis Monaten nach der Diagnose. Bei sehr jungen oder früh geborenen Babys ist der Eingriff etwas risikoreicher, deshalb wird der Zeitpunkt sorgfältig abgewogen.
Wie die Operation abläuft
Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose, meist über einen sehr kleinen Hautschnitt. Auch eine Operation mit kleinen Instrumenten durch die Bauchdecke ist möglich. Die Lücke wird mit einer Naht verschlossen, ein Netz wird bei Kindern nicht eingesetzt. Oft kann dein Kind noch am selben Tag nach Hause.
Liegt zusätzlich ein Hoden nicht im Hodensack, wird das bei der Operation mit angesehen, siehe Hodenhochstand beim Baby.
Und der Nabelbruch?
Eine Vorwölbung am Bauchnabel ist etwas anderes als ein Leistenbruch. Was nach dem Abfallen des Nabelschnurrests normal ist und wann du die Praxis fragst, steht in Nabelpflege. Wie du ein untröstliches Schreien sonst einordnest, findest du in Baby schreit viel.
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Quellen
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de: Wie wird ein Leistenbruch bei Kindern behandelt? Aktualisiert am 31.10.2023. Abgerufen am 16.10.2026. gesundheitsinformation.de
- Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), kinderaerzte-im-netz.de: Leistenbruch (Inguinalhernie). Abgerufen am 16.10.2026. kinderaerzte-im-netz.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de