Baby

Nabelpflege beim Neugeborenen

Der Nabelschnurrest sieht ungewohnt aus und macht vielen Eltern Sorgen. Die Pflege ist erfreulich schlicht: sauber, trocken, in Ruhe lassen. Vor allem in den ersten 14 Tagen braucht der Bauchnabel Aufmerksamkeit.

Von Danny · Geprüft am 20.08.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 20.08.2026
Schematische Darstellung: konzentrische Kreise mit einer Kompresse
Illustration: Mamalotse

Wann du Hebamme oder Praxis informierst

Der Nabel gehört angesehen, wenn:

  • sich Rötungen zeigen;
  • Flüssigkeit austritt;
  • sich unklare Schwellungen zeigen;
  • dein Baby 38 Grad Celsius oder mehr hat – in den ersten drei Monaten immer ein Grund für einen Termin.

Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: die tägliche Pflege

  1. Hände waschen – gründlich, vor jeder Nabelpflege.
  2. Einmal täglich reinigen mit abgekochtem, handwarmem Wasser, danach mit einer sauberen Mullwindel sanft trocken tupfen. Nicht reiben.
  3. Windel unterhalb des Nabels anlegen, damit er trocken bleibt und nicht scheuert.

So wird gepflegt

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beschreibt die Nabelpflege in wenigen Schritten: Hände gründlich waschen, den Nabel einmal täglich mit abgekochtem, handwarmem Wasser reinigen und anschließend mit einer sauberen Mullwindel sanft trocken tupfen – nicht reiben.

Beim Wickeln achtest du darauf, dass die Windel unterhalb des Bauchnabels anliegt. So bleibt er trocken, und die Windel reibt nicht darüber. Viele Neugeborenenwindeln haben dafür einen Ausschnitt; sonst schlägst du den Rand einfach um.

Falls am Nabelschnurrest noch eine Nabelklemme sitzt, solltest du sie mit einer luftdurchlässigen Kompresse abpolstern, damit keine Druckstellen entstehen. Diese Kompresse hältst du trocken und wechselst sie bei Bedarf.

Darf ich mein Baby baden?

Ja – wenn keine Entzündungszeichen vorhanden sind, kannst du dein Kind auch baden, bevor der Nabel abgeheilt ist. Das alte strenge Badeverbot gilt nicht mehr.

Nötig ist es allerdings nicht: Waschen mit dem Waschlappen reicht völlig. Nach dem Baden tupfst du den Nabel wieder gut trocken.

Was du weglassen kannst

  • Puder, Cremes, Öle oder Desinfektionsmittel auf eigene Faust. Wenn deine Hebamme etwas empfiehlt, gilt das – sonst braucht der Nabel nichts außer Sauberkeit und Luft.
  • Am Nabelschnurrest ziehen. Er fällt von selbst ab; nachhelfen kann verletzen.
  • Ständiges Kontrollieren. Einmal täglich beim Wickeln reicht.

Dass der Rest dunkel wird und trocken aussieht, gehört dazu. Auch ein paar Blutstropfen beim Abfallen sind nichts Ungewöhnliches – anhaltende oder stärkere Blutung dagegen schon.

Wer sich das ansieht

In den ersten Tagen und Wochen schaut deine Nachsorgehebamme regelmäßig auf den Nabel. Nutz das und frag aktiv, ob alles so aussieht, wie es soll – dann musst du nicht selbst entscheiden, ob eine Rötung noch normal ist. Worauf du im Wochenbett sonst achtest, steht in Wochenfluss.

Wenn du unsicher bist

Deine Hebamme ist die erste Adresse, danach die kinderärztliche Praxis. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Zu den Hautthemen der ersten Monate: Milchschorf oder Kopfgneis?

Eine Beule in der Leiste ist etwas anderes als eine Vorwölbung am Nabel, siehe Leistenbruch beim Baby. Wie du dein Baby badest, steht in Baby baden.

Wölbt sich der Nabel später beim Schreien vor, lies Nabelbruch beim Baby.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de: Nabelpflege beim Baby. Abgerufen am 20.08.2026. kindergesundheit-info.de
  2. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de: Fieber bei Babys und Kindern. Abgerufen am 20.08.2026. kindergesundheit-info.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de