Baby

Nabelbruch beim Baby

Beim Schreien wölbt sich der Bauchnabel deines Babys vor, in Ruhe ist er wieder flach? Das ist oft ein Nabelbruch. Er kommt bei Säuglingen häufig vor, tut meist nicht weh und schließt sich in den meisten Fällen in den ersten Lebensjahren von selbst.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesinstitut und Fachverband · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: konzentrische Kreise mit einer Kompresse
Illustration: Mamalotse

Wann du sofort reagierst

Geh sofort in die Kinderarztpraxis oder Klinik, wenn die Vorwölbung:

  • schmerzt, hart wird oder sich nicht mehr zurückdrücken lässt;
  • plötzlich größer wird;
  • und dein Baby dazu erbricht, untröstlich schreit oder nicht trinkt.

Eine Einklemmung ist sehr selten, aber ein Notfall: bei starken Schmerzen 112. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Häufig: Etwa jedes fünfte Baby hat einen Nabelbruch.
  2. Meist harmlos: Er heilt bei Säuglingen meist in den ersten zwei Lebensjahren von selbst.
  3. Kein Nabelpflaster: Abkleben hilft nicht und wird nicht empfohlen.

Was ein Nabelbruch ist

Nach dem Abfallen des Nabelschnurrests schließt sich die Lücke in der Bauchmuskulatur hinter dem Nabel. Bleibt sie noch etwas offen, kann sich beim Pressen, Niesen oder Schreien Gewebe aus dem Bauch nach außen wölben. Das nennt man Nabelbruch. Er kann klein sein oder so groß wie ein Ei. Manchmal ist nur eine Lücke in der Bauchwand zu tasten.

Nabelbrüche kommen bei Säuglingen häufig vor – etwa jedes fünfte Baby ist betroffen. Meist lässt sich die Vorwölbung leicht zurückdrücken und tut nicht weh.

Er schließt sich meist von selbst

Bei Babys heilt ein Nabelbruch meist in den ersten zwei Lebensjahren von selbst, in vielen anderen Fällen bis etwa zum dritten Geburtstag. Du musst nichts tun, außer ihn bei den Vorsorgeuntersuchungen ansehen zu lassen, siehe U-Untersuchungen.

Kein Pflaster, keine Münze

Früher wurde der Nabel oft mit Pflaster abgeklebt oder eine Münze daraufgelegt. Das hat sich nicht bewährt: Es hilft nicht, und der Druck kann sogar einen Leistenbruch begünstigen. Lass es also bleiben – auch wenn es dir jemand gut gemeint rät.

Wann operiert wird

Hat sich der Nabelbruch bis etwa zum dritten Lebensjahr nicht geschlossen, wird meist geraten, ihn spätestens im Vorschulalter operieren zu lassen. Der Eingriff ist oft ambulant möglich, und der Nabel bleibt in seiner Form erhalten. Das bespricht die Kinderärztin mit dir, wenn es so weit ist.

Die seltene Einklemmung

Sehr selten klemmt sich beim Nabelbruch Gewebe ein. Dann wird die Vorwölbung schmerzhaft, hart oder größer, und dein Baby wirkt krank. Das ist ein Notfall – deshalb stehen die Zeichen oben in der Box. Ein Bruch in der Leiste verhält sich anders und wird bei Kindern immer operiert, siehe Leistenbruch beim Baby.

Wie du den Nabel pflegst, solange der Nabelschnurrest noch dran ist, steht in Nabelpflege.

Weiterlesen

Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de: Hernien. Aktualisiert am 31.10.2023. Abgerufen am 16.10.2026. gesundheitsinformation.de
  2. Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), kinderaerzte-im-netz.de: Nabelbruch (Hernia umbilicalis). Letzte Aktualisierung 14.02.2014. Abgerufen am 16.10.2026. kinderaerzte-im-netz.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de